Frank-Muschalle-Trio spielt in Sudweyhe

Ansteckendes Temperament

Mit Temperament, Humor und virtuosen Darbietungen punktet das Frank-Muschalle-Trio bei seinem Publikum. - Foto: Ehlers

Sudweyhe - Von Dagmar Voss. Wie lässt sich ein Sonntag besser beginnen, als mit hinreißender Gute-Laune-Musik bei gutem Wetter? Das gelang gestern Vormittag ganz hervorragend mit dem Frank-Muschalle-Trio im Sudweyher Mühlengarten. Die bestens gelaunte Band – neben Frank Muschalle am Piano spielten Dirk Engelmeyer am Schlagzeug und Matthias Klüter am Kontrabass – wirkte ansteckend auf ihr Publikum. Ihr Temperament, ihr Humor und ihre virtuosen Darbietungen begeisterten die zahlreichen Zuhörer.

Im Laufe des Vormittags füllten sich die Reihen, Sitzgelegenheiten gingen ganz aus, und die Rasenplätze wurden immer begehrter. Mitreißend und leidenschaftlich ließen die Drei wunderbare Stücke erklingen, Boogie Woogie, Jazz und auch schon mal Blues. Swingend und groovend, begleitet von komischen Bemerkungen über sich selbst und ihr Programm, rissen sie die Konzertgäste mit – sogar zum Tanzen. Rollende Bässe und ein pulsierender Rhythmus prägten die Musik. Mal knackig, mal sanft, immer swingend erklangen die Töne.

„Wir kennen eigentlich nur drei Arten von Rhythmus, schnell, langsam und mittelschnell“, erklärte der in Berlin lebend Muschalle augenzwinkernd. Und mit schnell und noch schneller ging es dann auch gleich los – bevor die Musiker Fahrt rausnahmen und eine ihrer „Lieblingschnulzen“ anstimmten, das „I’ll remember you when you remember me“ von Cecil Gant aus den 1940er-Jahren. Dieser Komponist und diverse andere vergessene Größen hatte das Trio in sein Programm aufgenommen. So auch Lloyd Glenn, dessen Einfluss auf Ray Charles bei „Glenns glide“ unüberhörbar war. Mit witzigen Einsprengseln des bekannten Canons „Frère Jacques“ wurde es dann wieder richtig schnell.

Immer wieder überzeugten die drei bestens gestimmten Herren mit ihren ebensolchen Instrumenten, mit herrlichen Soli und gelungenen Läufen. „Zu den Höhepunkten unseres Programms gehören die Gesangseinlagen unseres Schlagzeugers – wir versuchen es erstmal ohne Drums, nur mit Gesang von Dirk“, kündigte Muschalle an. Tatsächlich brachte es nochmal einen ganz anderen Hörgenuss in die Reihen der hingerissenen Zuhörer, als Engelmeyer dann das „Cindy Lou“ sang. Oder das schon fast an eine Depression grenzende „Froggy bottom“. Dies ließ sich noch steigern mit Gesang plus Schlagzeug und dann sogar mit stimmlicher Verstärkung von Bassist und Pianist. Hör- und sichtbare Spielfreude auch bei dem eher untypischen und sanft swingenden „Torpedo Juice“ von Meade Anderson „Lux“ Lewis, einem Pionier des Boogie Woogie.

Welch ein Hochgenuss, ein derart meisterliches Konzert bei einem lauen Lüftchen und Schäfchenwolken am Himmel zu erleben. Selbst als die Wolken dicker wurden, vermochte das den musikalischen Wohlklang nicht zu trüben.

Das Trio trat im Rahmen des 14. Gartenkulturmusikfestivals an der Wassermühle auf. Allerdings war es nicht zum ersten Mal dort, manch einer erinnerte sich. Zuhörer Heinz Meyer, der selbst ab und zu in die Tasten greift und oft im Mühlengarten zu Gast ist, war jedenfalls überzeugt: „So gekonnt und lustig, wie die das machen, hab’ ich das hier noch nie erlebt.“

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