Für Forstwirt Josef Teupe sprechen Indizien und Zeugen dafür

Experte: Wolf hat Reh in Sudweyhe getötet

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Diesen zwei Jahre alten Rehbock hat im Mai ein Wolf geschlagen, ist sich Forstwirt Josef Teupe sicher.

Sudweyhe - Von Philipp Köster. Auch in Weyhe hat ein Wolf seine Spuren hinterlassen. Dieser festen Überzeugung ist Josef Teupe. Seine Hunde hatten bereits am 21. Mai in der Sudweyher Tongrube den Kadaver eines Rehbocks gefunden, als der Forstwirt an einem landesweiten Gänsezählungsprojekt teilgenommen hatte.

Schon damals war sich der Bremer recht sicher, dass es sich angesichts der Bissspuren um einen Wolf gehandelt haben muss, der den zwei Jahre alten Bock geschlagen hat. Druckstellen und Bissrichtung von der Kehle zum Anus hin waren für ihn die typischen Kennzeichen. Darüber hatte Teupe vor Ort auch mit dem Vorsitzenden des gemeinschaftlichen Jagdverbands Riede/Sudweyhe, Fredy Huntemann, gesprochen, mit dem er den Bock barg. Weiteres Kriterium, dass es das Raubtier gewesen sein muss: die Auffindesituation, das heißt die Tongrube ist Teupe zufolge ein idealer Ort für den Wolf, auf Beutejagd zu gehen. „Diese durch den Abbau geschlagenen Löcher entwickelt die Natur fantastisch zu einem Biotop zurück“, sagt der 62-Jährige.

Doch erst durch die Aussagen dreier Zeugen unabhängig voneinander vor wenigen Tagen, die den Wolf in der betreffenden Zeit im Mai gesehen hatten, hat Teupe hinreichende Gewissheit. „Eine 100-prozentige Sicherheit bringt nur eine DNA-Untersuchung, die hat es früher aber auch nicht gegeben.“

Wenige Tage nach dem Fund des toten Tieres hat Teupe darüber hinaus einen Anruf eines Schäfers erhalten, der zwischen Emtinghausen und Schwarme zwei Wölfe gesehen hatte.

Kurzum: „Es gibt in der Gegend mehr Wölfe als vermutet.“ Zumindest im Mai hat es ihm zufolge diverse Bewegungen in der Region Sudweyhe, Ahausen, Emtinghausen, Schwarme und Riede gegeben. Und Josef Teupe geht ebenso davon aus, dass es künftig noch zu weiteren „unvorhergesehenen Begegnungen“ zwischen Mensch und Wolf kommen wird. Das liegt daran, dass in Kürze die Schutz bietenden Maisfelder abgeerntet sind und die eineinhalbjährigen Jungwölfe von der Mutter „abgebissen“, also fortgeschickt werden, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Im Anschluss könne das Weibchen wieder fruchtbar werden. Und läufige Fähen legten auf der Suche nach einem Rüden viele Kilometer zurück.

Für die Weyher besteht nach Angaben des Forstwirts eigentlich keine Gefahr. „Es gibt in der Literatur keinen Nachweis, dass ein gesunder Wolf einen Menschen angefallen hat“, räumt Teupe mit noch immer verbreiteten Mythen auf. In Spanien, Italien und der Türkei hätten die Wölfe ja auch ihren Lebensraum eingenommen, ohne mit dem Menschen ins Gehege zu kommen.

Allerdings seien Hundehalter in Gefahr, wenn sie mit ihren Vierbeinern Gassi gehen und dabei auf einen sogenannten residenten Wolf treffen. Das bedeutet, das Raubtier in seinem Revier fasst seinen Artverwandten als Eindringling auf. „Dann sollte man den Hund sofort loslassen, damit er vielleicht noch fliehen kann.“

Teupe hat festgestellt, dass die Stimmung gegenüber dem Beutegreifer kippt und sich die skeptischen Töne hinsichtlich seiner tolerierten Ausbreitung mehren. „Man sollte ihm aber eine Chance geben, indem er beweist, dass es Ecken in der modernen Kulturlandschaft gibt, in die er hineinpasst, etwa in die Moore. Der Mensch muss ihm Zeit geben.“

Ob der Wolf, der nach Auffassung des Rentners den Rehbock getötet hat, diese Zeit hatte, ist zumindest fraglich. Vielleicht sei er getötet worden. Doch davor warnt der 62-Jährige eindringlich. Der canis lupus ist durch internationale Abkommen geschützt. Auf die Tötung der Tiere stünden Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren.

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