Forstwirt entdeckt eine Nutria in Gewässern des Sudweyher Greifvögelbiotops

Nager auf Futtersuche

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Die Nutria schwimmt im Sudweyher Biotop.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Das schwimmende Nagetier mit seinem runden Schwanz, das Forstwirt Josef Teupe in den Gewässern des Sudweyher Greifvögelbiotops entdeckt hat, stammt von einer Art ab, die in Südamerika beheimatet ist. „Ich habe schon lange vermutet, dass die Nutrias hier heimisch geworden sind, aber jetzt habe ich den Beweis“, freut sich der Naturbeobachter und zeigt mehrere Fotos.

Von weitem sieht die Nutria aus wie eine Riesenratte.

Bislang war das Biotop zwischen Wieltsee und Ahausen eher wegen seiner fliegenden Bewohner ein Ziel für Hobbyfotografen, die ihre Objektive auf Turmfalken, Bussarde in allen Färbungen, See- und Fischadler, Sperber und derzeit auch auf die Sumpfohreulen richteten. Teupe war kürzlich mit seinen Hunden und seiner Fotokamera unterwegs, als er auf der Wasseroberfläche ein Tier entdeckte, das von weitem wie eine riesige Ratte aussah. „Es ist eine Nutria. Darauf weisen die weißen Barthaare hin und die etwas längere Strecke zwischen Nase und Auge in Relation zum Ohr. Das Tier wird auch Biberratte genannt“, sagt der promovierte Biologe Andreas Barkow, Referent der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein und ehemaliger Weyher. „Vom Biber, der bei uns auch ursprünglich beheimatet ist, lange verfolgt und bejagt und dabei fast ausgerottet wurde, unterscheidet sich die Nutria durch den Schwanz. Der Biber hat eine breite und abgeflachte so genannte Kelle.“ Eine Nutria hat orangefarbene Nagezähne, und ein ausgewachsenes Männchen kann fast zehn Kilo schwer werden.

Eine Nutria im Sudweyher Biotop

Der Biologe erklärt, dass die Nutrias zu den sogenannten Neozoen zählt. Das bedeutet, dass die Tiere durch bewusste oder unbewusste direkte oder indirekte Hilfe des Menschen in Gebiete eingebracht wurden, in denen es ursprünglich nicht vorkam. „Nutrias wurden ursprünglich eingebürgert, weil man die Felle nutzen wollte. Man kann auch das Fleisch essen“, so Barkow. Selbst ernährt sich das Tier vegetarisch. „Nutrias leben in Familienverbänden zusammen, deshalb sieht man manchmal größere Gruppen, beispielsweise wenn die Tiere an Land irgendwelche Pflanzen in Wassernähe verputzen.“

Nutrias wurden vermutlich bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts bewusst in Deutschland eingeführt und ausgewildert, weil die Pelze als Robbenfellersatz hohe Preise erzielt haben, sagt Josef Teupe. Durch intensive Bejagung wurden die Tiere jedoch weitgehend ausgerottet. Da aber die Felle laut Teupe aus der Mode gekommen sind, hat sich der Bestand erholt.

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