1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Weyhe

Förderung für Mini-PV-Anlagen in Weyhe auf der Kippe

Erstellt:

Von: Marten Vorwerk

Kommentare

Mini-Photovoltaikanlagen werden per Stecker installiert und produzieren Strom für den Eigengebrauch. Bei der Arbeitsgruppe Klimaschutz sorgen sie für Gesprächsstoff.
Mini-Photovoltaikanlagen werden per Stecker installiert und produzieren Strom für den Eigengebrauch. Bei der Arbeitsgruppe Klimaschutz sorgen sie für Gesprächsstoff. © Panthermedia/jörg sutter/Imago Images

Die Weyher Arbeitsgruppe Klimaschutz hat intensiv über die Pläne für 2023 gesprochen. Die große Frage ist: Bleiben Balkon-Solaranlagen förderfähig?

Weyhe – Als Annika Bruck (Grüne) sich fragte, ob es richtig sei, mit Steuergeldern Mini-Photovoltaikanlagen mitzufinanzieren, antwortete Pascal Seidel prompt: „Da setze ich ein dickes Ausrufezeichen hinter, weil das Angebot der Förderung von den Bürgern in Anspruch genommen wird.“ Die finanzielle Förderung von Mini-Photovoltaikanlagen ist Inhalt des Weyher Förderprogramms zum Klimaschutz. Das und andere Themen diskutierten Teilnehmer der dritten Sitzung der Arbeitsgruppe Klimaschutz im Weyher Rathaus.

Bürger stellen weit mehr Förderanträge als Geld im Fördertopf ist

Im Förderprogramm zum Klimaschutz können Weyher Bürger unter anderem 300 Euro von der Gemeinde beantragen, wenn sie sich eine Mini-PV-Anlage (Kosten: etwa 1000 Euro) zum Beispiel auf den Balkon bauen lassen. Für das Jahr 2022 seien 36 Förderungen ausgezahlt, weitere 18 stehen auf der Warteliste. Weitere Anträge können derzeit nicht mehr eingereicht werden.

Was ist die Arbeitsgruppe Klimaschutz?

Die AG Klimaschutz ist kein Ausschuss oder Rat, in dem etwas konkret beschlossen wird. Vielmehr können Themen tiefgründiger besprochen werden, um diese Diskussionen später in ein politisches Gremium zu bringen. Darüber informierte Gemeinde-Pressesprecher Sebastian Kelm auf Nachfrage vor der AG-Sitzung.

Annika Bruck bemängelt besonders, dass etwas gefördert werde, „was auch ohne Zuschuss wahrscheinlich sehr wirtschaftlich“ sei. Grund dafür seien die steigenden Strompreise. „Das müsse insgesamt mal berechnet werden“, fordert Bruck. Für das Jahr 2023 sollte es ihrer Meinung nach in der Ausgestaltung des Förderprogramms berücksichtigt werden. Ingrid Söfty (CDU) pflichtete ihr bei: „Ich habe vor ein paar Wochen einen Bekannten beim Supermarkt getroffen, der die Förderung von 300 Euro nicht direkt bekommen hat, sondern auf die Warteliste gesetzt wurde. Dann hat er sich das einfach selbst finanziert.“ Damit unterstrich sie noch einmal die Attraktivität der Mini-PV-Anlagen. Braucht es also wirklich eine Förderung?

Falk Brozio (SPD) betonte, mit dieser Maßnahme zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: „Wir unterstützen Menschen, ihren Beitrag für das Klima zu leisten. Zudem können sie ihre Energiekosten senken und sich dadurch andere Dinge leisten.“

Bürgerin fordert mehr Social-Media-Arbeit von der Arbeitsgruppe

Auf positive Rückmeldung aller Beteiligten stieß die Idee von Gemeinde-Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski. Die Wanderausstellung „Klima-Macher“ von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen könne in einer Weyher Schule präsentiert werden. Das müsse aber noch abgewartet werden, unter anderem wegen noch nicht feststehender Speditionskosten.

Falk Brozio sagte: „Die Schüler, die die Ausstellung anschauen und sich interessieren, könnten wir in eine unserer Sitzungen einladen. Sie könnten uns ihre Sicht auf den Klimaschutz erzählen.“ Die weiteren Sitzungsteilnehmer unterstützen diese Idee. Gerade Kinder seien es, die noch am längsten mit den Klima-Maßnahmen leben müssen, die jetzt beschlossen werden. Diskutiert wurde danach der Standort der Ausstellung. Laut Annika Bruck wäre sie gut in der Stadtbibliothek aufgehoben.

Eine Bürgerin, die als Gast die Sitzung besuchte, forderte von der Gemeinde und der Arbeitsgruppe mehr Transparenz. „Die sozialen Medien können noch mehr genutzt werden, um uns mitzuteilen, an welchen Themen sie dran sind.“ Steffen Nadrowski, Fachbereichsleiter für Gemeindeentwicklung und Umwelt, erklärte, dass in der Vergangenheit im Bereich Social Media nicht hinreichend gearbeitet wurde. Er habe aber „Hoffnung, dass das in Zukunft besser wird“. Außerdem informierte Kirstin Taberski über das Solarkataster.

Auch interessant

Kommentare