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„Fit mit dem Pedelec“ gibt Tipps zum Fahren mit E-Unterstützung

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Von: Dierck Wittenberg

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Ein Teilnehmer bei „Fit mit dem Pedelec“ übt Anfahren, Bremsen oder Ausweichen.
Die Teilnehmer bei „Fit mit dem Pedelec“ üben Anfahren, Bremsen oder Ausweichen. © Wittenberg

Pedelecs liegen im Trend, aber die höheren Geschwindigkeiten bringen Gefahren mit sich. Der Kurs „Fit mit dem Pedelec“ zeigt, was man beachten sollte.

Weyhe – Vom 20-Zöller in Klappradgröße bis hin zu dicken Ballonreifen am SUV unter den Elektro-Rädern: Allein die verschiedenen Laufräder zeigen die Bandbreite, die es bei Fahrrädern mit Elektro-Unterstützung gibt.

Sie zeigt sich auch bei den Modellen, die die 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Nachmittag zum Feuerwehrhaus in Leeste mitgebracht haben. Eingeladen hatten Polizei, Verkehrswacht und die Verkehrsbehörde des Landkreises. Das Motto: Fit dem Pedelec.

Bernd Ackermann erklärt den Teilnehmern, wie es geht.
Bernd Ackermann erklärt den Teilnehmern, wie es geht. © Wittenberg

Während einige erst noch umsteigen wollen, ist die Mehrzahl der Kursteilnehmer schon länger elektrisch unterstützt unterwegs. Die meisten von ihnen sind im Rentenalter. So auch Norbert Schuchardt. Er hat seit vergangenem März 3000 Kilometer auf dem Pedelec zurückgelegt – weit mehr als vorher auf dem herkömmlichen Fahrrad.

Der Trend geht zum Hybridantrieb aus Muskelkraft und Elektroantrieb, gerade unter älteren Verkehrsteilnehmern. Mit wenig Mühe 20 Stundenkilometer und mehr zu erreichen, macht Lust auf lange Strecken. Das birgt aber auch Risiken: Mit den Verkaufszahlen sind die Unfallzahlen gestiegen. Im Landkreis Diepholz hatten die schweren Unfälle mit Pedelec-Beteiligung zuletzt zugenommen, während die Fahrradunfälle laut Statistik abgenommen hatten.

Auf der Acht müssen die Pedelec-Fahrer rechts vor links beachten. Im Vordergrund Verkehrshütchen.
Auf der Acht müssen die Pedelec-Fahrer rechts vor links beachten. © Wittenberg

Anders als die schnelleren S-Pedelecs und E-Bikes gelten Pedelecs (bis maximal 25 Stundenkilometer) verkehrsrechtlich als Fahrräder. Einen Helm zu tragen ist deshalb nicht verpflichtend. Es wird aber empfohlen.

Lena Bavendiek, Verkehrssicherheitsberaterin bei der Diepholzer Polizei, macht die Kursteilnehmer zu Beginn auf einen „Knackpunkt“ aufmerksam, „der oft zu Verkehrsunfällen führt“. Nämlich die Frage, wo man als Radfahrer hingehört. Antwort: „Auf die rechte Seite.“

Ein Teilnehmer bei „Fit mit dem Pedelec“. Im Kurs üben die Teilnehmer das Fahren mit verschiedenen Unterstützungsstufen.
Bei „Fit mit dem Pedelec“ üben die Teilnehmer das Fahren mit verschiedenen Unterstützungsstufen. © Wittenberg

Genauere Auskunft geben Verkehrsschilder. Hier hat Bavendiek eine Faustregel parat: „Immer wenn das Fahrrad auf blauem Hintergrund abgebildet ist, dann muss ich dort fahren.“ Wo es nur Straße und Gehweg gibt, gehört das Rad dagegen auf die Fahrbahn. Dass Autofahrer hinter einem dann den Fuß vom Gas nehmen müssen, hat laut Bavendiek Vorteile: „Dadurch, dass ich ihn nerve, nimmt er mich wahr.“

Einen Tipp angesichts der Vielzahl verschiedener Pedelec-Modelle hat Wolfgang Rehling: Ein gutes Pedelec sei eines, an das man sich gewöhnt habe. „Auf dem Fahrrad muss man sich wohlfühlen“, sagt der pensionierte Polizist und Geschäftsführer bei der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz.

Am Ende des Kurses fahren die Teilnehmer kreuz und quer im Quadrat, das mit Pylonen abgesteckt wurde: Eine Übung für die Bremer Innenstadt zur Hauptverkehrszeit.
Am Ende des Kurses fahren die Teilnehmer kreuz und quer im abgesteckten Quadrat: Eine Übung für die Bremer Innenstadt zur Hauptverkehrszeit. © Wittenberg

Rehling geht zudem auf Einstellungssachen ein, die Pedelec-Fahrer im Blick haben sollten. So weist er auf die (häufigeren) Unfälle hin, die nicht in der Polizei-Statistik auftauchten, sondern bei den Berufsgenossenschaften: die Unfälle beim Losfahren und Anhalten. Deshalb, so Rehling, sollte der Sattel nicht zu hoch sein, beide Ballen den Boden erreichen.

„Sie haben auch eine Gangschaltung“, lautet ein weiterer Hinweis: Um Kette und Zahnkränze zu schonen, sollte man „genauso schalten, wie man das vom Fahrrad kennt“. Und die verschiedenen Unterstützungsstufen nutzen. Schließlich mache sich das Mehrgewicht eines Pedelecs bemerkbar.

„Der Blick lenkt die Richtrung“ – mit praktischen Übungen fit auf dem Pedelec

Was das praktisch heißt, dürfen die Teilnehmer anschließend ausprobieren – nachdem bei einigen die Sattel- oder Lenkerhöhe nachjustiert wurden. Für das Anfahren, Bremsen oder den Slalom-Parcours gibt Bernd Ackermann, erster Vorsitzender bei der Verkehrswacht, die Übungen vor. „Der Blick lenkt die Richtung. Deshalb guckt ihr schön weit nach vorne“, gibt er den Teilnehmern mit auf den Weg.

In den Übungen mit wachsendem Schwierigkeitsgrad markieren Pylone den Fahrbahnrand. Eine Querstange steht für herabhängende Äste. Schließlich fahren die Teilnehmer auf einer Acht, auf der rechts vor links gilt. „Keiner verlässt das Karree“, lautet die Anweisung zur letzten Übung. Auf vielleicht zehn mal zehn Metern geht es zu wie beim Autoscooter: kreuz und quer. Das sei die Bremer City in der Rushhour, erläutert Ackermann. Aber die macht den Pedelec-Fahrern in Leeste keine Probleme.

Fit mit dem Pedelec

Weitere Termine: 30. Juni in Stuhr, 14. Juli in Twistringen, 25. August in Diepholz und 8. September in Sulingen.

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