Verlosungsaktion

Bildhauer Gert Schröder aus Leeste zeigt seine Skulpturen im Rathaus

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„Miesmuschelig“ lautet der Titel dieser Arbeit. Gert Schröder will diese Skulptur auch im Rathaus ausstellen.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Der Bildhauer Gert Schröder aus Leeste ist seit vielen Jahren in der Region für seine Marmor-Skulpturen und Bronze-Statuen bekannt. „Am Freitag nächster Woche werde ich 85 Jahre alt. Da ich keine schweren Sachen heben kann, muss ich sagen, das war’s.“ Er will seine Werkzeuge gewissermaßen an den Nagel hängen.

Der Leester möchte einen Teil seiner Werke, die er in über drei Jahrzehnten geschaffen hat, im Rathaus ausstellen. Einen Titel für die Veranstaltung gibt es auch: „Finale 85“. Außerdem verlost er eines seiner Objekte, eine Friedenstaube aus Cararra-Marmor und kündigt an, den Erlös an den Verein Pro Dem spenden zu wollen.

In seinem Leben hat Schröder mehr als 60 Skulpturen, die größte bis 1,60 Meter hoch, geschaffen. Etwa die Hälfte davon hat er verkauft. Nur seine absoluten Lieblinge wie zum Beispiel das Werk „miesmuschelig“ sind unverkäuflich und befinden sich in seinem Wohnzimmer.

Seine liebsten Materialien: Marmor in allen Varianten und Sandstein. Die Objekte schmücken zum Beispiel die Kreissparkasse Syke, den Golfclub Syke und zahlreiche Wohnungen von Kunstliebhabern in mehreren Bundesländern.

„Für mich ist Marmor ein sehr sympathischer Stein, weil er sich gut verarbeiten lässt. Ihm gefalle die Vielfalt in der Erscheinungsform. Dies gibt besondere Reize und Impulse für die Gestaltung“, sagt er. Seine Wohnung in Leeste wirkt mit vielen Bildern an der Wand und auch Skulpturen davor wie ein kleines Privatmuseum. Der 84-Jährige fordert Gäste auf, seine Skulpturen zu berühren. „Anfassen ist ausdrücklich erlaubt“, sagt er.

Für die Rathausaustellung will er noch einer Arbeit den letzten Schliff geben. Dieses Objekt stellt einen Baum dar. Sein Atelier in Stuhr-Feine will er zum Jahresende aufgeben.

Die Vorliebe für Skulpturen hat der gebürtige Hamburger früh entdeckt. Seine erste bestand aus Eiskristallen – und war nicht beständig. Sie stellte die Venus von Milo, eine halb nackte Statue der Göttin Aphrodite dar. „Das war im Schullandheim im Harz, und ich war damals 14 Jahre alt“ erinnert sich der Künstler. Er wollte sein Werk auf ein Foto bannen, aber anders als heutige Digitalkameras, die auch mit schwachem Licht klarkommen, hatte er nur eine Agfa-Box. Da es schon dunkel war, musste ich auf den nächsten Tag warten. Tauwetter setzte ein, und Schröder fand nur eine dreckige Matschepampe vor. Er musste einen anderen Werkstoff finden und stieß viele Jahre später auf Marmor.

Gerne hätte er in jungen Jahren eine Kunstschule besucht, aber die Eltern hatten nicht die finanziellen Mittel. So lernte der Leester den bodenständigen Beruf des Kaufmanns. Der Kunst blieb er stets treu: Neben dem Job in einem Reisebüro und später in der Marketing-Abteilung eines auf Verpackungen spezialisierten Unternehmens malte und zeichnete der Weyher.

Mit 51 Jahren, bei einem Seminar auf Mallorca, sei er das erste Mal mit Steinen, Sandsteinen, in Berührung gekommen. Später kam Marmor dazu. Schröder reiste in die Steinbrüche im Ausland, um vor allem in Italien, Frankreich und Belgien die Werkstoffe für seine Arbeiten zu finden.

Er begann vor Ort, das Sedimentgestein zu bearbeiten, aber erst daheim in seinem Atelier stellte er die Skulpturen fertig. Ihn faszinierten zunächst gegenständliche, zuletzt eher abstrakte Formen. „Die herauszuarbeiten, ist viel schwieriger, weil man ein gesamtes Endbild vor seinem geistigen Auge haben muss, um mit schwerem Gerät den richtigen Weg einzuschlagen.“

Die Ausstellung beginnt am Mittwoch, 3. April, um 18.30 Uhr mit einer Vernissage. Die Werke sind bis Freitag, 9. Mai, zu sehen.

Lose gibt es bei der Vernissage. Sie kosten fünf Euro.

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