Kirchweyher Feuerwehr will neue Einsatzkleidung / Führungsduo im Amt bestätigt

Mehr Schutz gegen den Feuerkrebs

Gebaut 1994: Das Feuerwehrgerätehaus in Kirchweyhe.
+
Gebaut 1994: Das Feuerwehrgerätehaus in Kirchweyhe.

Weyhe – Sie stehen seit zwölf Jahren an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Kirchweyhe: Kai Schaumann und sein Stellvertreter Timo Exner. Beide sind 41 und kennen sich seit der Gründung der Jugendfeuerwehr. Ab Juli soll das Duo für eine dritte Amtsperiode wieder die Einsatzabteilung anführen. Das hat der Rat in seiner Sitzung Ende März einstimmig so beschlossen.

Die beiden Männer formulieren für ihre neue Amtszeit große und kleine Ziele. So gehe es in den nächsten Monaten zunächst darum, die Corona-Pandemie zu überstehen. „Bislang hatten wir in der ganzen Feuerwehr Weyhe keine zehn Corona-Infizierte“, berichtet Schaumann. Er hofft, dass das auch so bleibt.

Durch die Pandemie und den Lockdown ist die Zahl der Einsätze zurückgegangen. „Die umgefallene Kerze, die einen Brand auslöst, gibt es nicht mehr, weil es weniger Familienfeiern gibt“, erklärt Schaumann. Die Bürger seien zudem mehr daheim und würden auf ihre vier Wände stärker aufpassen.

Allerdings seien die Übungsdienste in den vergangenen Monaten stark eingeschränkt gewesen. Man habe nur mit einer festen Sechser-Gruppe Abläufe trainieren können. Außerdem seien zahlreiche Fortbildungen wegen Corona ausgefallen. Die Folge: Ausbildungsstau.

Über das „feste Personal“ müsse sich das Kirchweyher Ortskommando keine Sorgen machen. Die Mitglieder „sind heiß wie Frittenfett“, sagt Schaumann. Zur Einsatzabteilung gehören 50 Frauen und Männer. Kai Schaumann und Timo Exner sehen aber große Nachwuchsprobleme: Das Corona-Jahr werde Spuren hinterlassen. Laut ihrer Liste gibt es 27 Jugendliche, die zu alt für die Jugendfeuerwehr sind. Ob sie den Übergang in die Einsatzabteilung schaffen, müsse sich noch zeigen.

Das könnte schon schwierig werden. Denn im Pandemie-Jahr ist die Ausbildung der Jugenfeuerwehr nur online möglich. Jugendliche haben aber ohnehin schon viel Online-Unterricht. Ob sie dann noch bereit sind, Feuerwehr-Theorie online zu lernen, sei fraglich.

Für Kai Schaumann macht es keinen Unterschied, ob er vor einer Kamera oder einer Mannschaft einen Vortrag hält. Jedoch: Man könne zwar mit der Kamera ums Fahrzeug rennen, um Details zu zeigen. Die Nachwuchskräfte müssten die Einsatzmittel aber auch anfassen können. Außerdem wollen laut Timo Exner die Jugendlichen raus aus dem Haus, um in der Gruppe etwas zu erleben.

Ein weiteres Ziel ist, ein neues Fahrzeug in den Dienst der Ortswehr einzugliedern. Laut Kai Schaumann würde die Ortswehr ein neues Löschfahrzeug am liebsten gestern abholen, doch die Hersteller hätten lange Wartelisten. Die Feuerwehr muss sich noch einige Monate gedulden.

Ein weiteres Thema, das die Feuerwehr gemeinsam mit der Gemeinde angehen will, ist die Beschaffung neuer Einsatzkleidung. Es gehtdarum, dem sogenannen „Feuerkrebs“ vorzubeugen. Das ist eine spezielle Erkrankung, die bei Feuerwehrleuten gehäuft vorkommt. Ausgelöst wird sie von winzigen Partikel, die durch die Schutzkleidung dringen können. „Und dann wundert man sich, dass sich in der Dusche eine braune Soße bildet, obwohl man ja Schutzausrüstung getragen hat“, sagt Kai Schumann

Neue Schutzkleidung, die solche Parikel zurückhält. kostet laut Schaumann rund 1000 Euro pro Person. Man müsse je Ortsfeuerwehr eine Prioritätenliste erstellen, sagt er. Die ersten Ausschreibungen zum Thema Einsatzkleidung würden noch in diesem Jahr rausgehen.

Nicht nur in Sachen Einsatzkleidung gibt es offenbar Wünsche, sondern auch für das Feuerwehrgerätehaus aus dem Jahr 1994: Es stehen zwar zwei Toiletten zur Verfügung, aber nur eine Dusche. Die müssen sich dann in der Einsatzgruppe acht Frauen und 42 Männer je nach Bedarf teilen.

V’on Sigi Schritt

Sollen weiter die Kirchweyher Feuerwehr anführen: Kai Schaumann (links) und Timo Exner (rechts). Bürgermeister Frank Seidelwünscht ihnen eine glückliche Hand.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Meistgelesene Artikel

Vorwürfe gegen Spargelhof-Betrieb nach Corona-Ausbruch: Was wir wissen

Vorwürfe gegen Spargelhof-Betrieb nach Corona-Ausbruch: Was wir wissen

Vorwürfe gegen Spargelhof-Betrieb nach Corona-Ausbruch: Was wir wissen
Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Obduktion am Freitag

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Obduktion am Freitag

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Obduktion am Freitag
Corona-Ausbruch auf Spargelhof im Kreis Diepholz: Erntehelfer erheben schwere Vorwürfe

Corona-Ausbruch auf Spargelhof im Kreis Diepholz: Erntehelfer erheben schwere Vorwürfe

Corona-Ausbruch auf Spargelhof im Kreis Diepholz: Erntehelfer erheben schwere Vorwürfe
Löhne, Hygiene, Unterkünfte: Spargelhof-Chef reagiert auf Vorwürfe

Löhne, Hygiene, Unterkünfte: Spargelhof-Chef reagiert auf Vorwürfe

Löhne, Hygiene, Unterkünfte: Spargelhof-Chef reagiert auf Vorwürfe

Kommentare