Bildhauersymposium an der Sudweyher Wassermühle zum Thema „Energie“

Feuersturm und Wasserfall

Maria Fischer arbeitet an ihrem Beitrag „Wasserfall“. - Foto: Kratz

Sudweyhe - „Wer klopft denn da?“ – diese Frage stellt sich Jahr für Jahr an der Wassermühle in Sudweyhe. Weder der Buntspecht noch seine gefiederte Verwandtschaft sorgten für den weithin hörbaren Lärm. Vielmehr trafen sich am Wochenende zum 13. Mal Künstler zu einem Austausch unter freiem Himmel. Zwischen dem Einsatz von Hammer, Meißel und Schleifmaschinen blieb auch mal Zeit für das eine oder andere Gespräch rund um zu bearbeitende Steine und Hölzer. Die offizielle Eröffnung des kreativen Schaffens ging indes in der Wassermühle über die Bühne. Die Ausstellung „Skulptura“ präsentierte die Ergebnisse des letztjährigen Workshops.

Weyhes stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Söfty freute sich, das Kooperationsprojekt zwischen der Gemeinde und dem Verein „Kunst in der Provinz“ eröffnen zu können. „Diese Veranstaltung ist aus unserem Kulturleben einfach nicht mehr wegzudenken“, sagte sie – was die anwesenden Künstler und die Gäste nur allzu gerne bestätigten. „Verspielt“ lautete der Titel des vergangenen Jahres und brachte so manche Überraschung hervor.

Aktuell dreht sich alles um die „Energie“ – auch das ein Thema, über das die Künstler mit Stein oder Holz wieder viel erzählten.

Kim Peters übernahm den Begrüßungspart seitens „Kunst in der Provinz“ und lenkte den Blick auf den kreativen Arbeitsprozess sowie den Austausch innerhalb der Künstlergruppe und dankte der Gemeinde Weyhe für die tolle Möglichkeit an der Wassermühle. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von den beiden Schwestern Antonia und Charlotte Kaluza. „Open your eyes“, so empfahl das Duo gesanglich und mit der Gitarre, genau hinzuschauen.

Relativ klein war in diesem Jahr die Gruppe unter den bunten Pavillons. Die schützten am Sonnabend gegen die Sonne und am Sonntag gegen den Regen. Mit einem offenen Blick geht Stephan Derben bei der Materialbeschaffung durch die Welt. Auf dem Schrottplatz oder beim Abriss alter Fachwerkhäuser wird der Künstler fündig. Zum Bildhauersymposium brachte er nicht nur fertige Arbeiten mit, sondern auch einen Kalkstein aus Thyste, den er zum Thema „Energie“ bearbeitete.

Fast von der ersten Stunde an dabei ist Gert Schröder, der einen französischen Marmor von stolzen 137 auf 65 bis 70 Kilogramm reduzieren möchte. „Windverweht“, heißt der Titel des Kunstwerks. „Viel Arbeit bis morgen“, sagte er am Sonnabend – das mochte man ihm glauben. Einen Wasserfall aus Marmor hatte sich Maria Fischer mit ihrer Schleifmaschine vorgenommen, Freundin Ursel Wunsch-Bertram machte sich gleich nebenan an einen Windkraftflügel.

Wenige Schritte weiter verlieh Uwe Hansmann einem alten, ausgehöhlten Pflaumenbaum mit dem Flammenwerfer die nötige Farbe. Seinem Objekt „Feuersturm“ jedenfalls hauchte er die nötige künstlerische Energie ein.

„Hoffentlich schaffen wir neben den vielen Gesprächen auch was“, sagte Ursel Wunsch-Bertram mit einem breiten Lächeln, zuckte die Schulter und betonte den eigentlichen Zweck des Symposiums: das Knüpfen wertvoller Kontakte und der lockere Erfahrungsaustausch untereinander. Sicher werden die kreativen Köpfe in ihren eigenen Werkstätten weiter an dem Thema arbeiten. Im kommenden Jahr sind die Ergebnisse in der Wassermühle zu sehen.

ak

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