Festakt zum 40. Geburtstag / Bürgermeister verspricht Einrichtung „eine gute Zukunft“

Freibad lockt 4,3 Millionen Gäste an

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Bürgermeister Bovenschulte begrüßt die Festgäste.

Weyhe - von Heiner Büntemeyer. „Wir werden das Freibad weiter hegen und pflegen, damit es eine gute Zukunft hat“, verkündete Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte am Sonnabend in seinem Festvortrag zum 40-jährigen Bestehen des Weyher Freibades. Es gab zwar keinen spontanen Beifall für dieses Versprechen, aber es blieb den Gästen im Bewusstsein. Schließlich war auch ihnen bekannt, dass die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren zurück gegangen sind und das Bad jährlich fast eine halbe Million Euro an Zuschüssen aus der Gemeindekasse benötigt.

In Spitzenzeiten wurden bis zu 160000 Besucher pro Jahr gezählt, gegenwärtig schwankt die Besucherzahl zwischen 70000 und 80000. Der Bürgermeister ließ die Festgäste die Gesamtzahl aller Besucher seit 1975 raten, und alle staunten: 4,3 Millionen Gäste waren seit der Eröffnung am 21. Juni 1975 im Park- und Wettkampfbad. „Und in all diesen Jahren hat es hier keinen einzigen tödlichen Unfall gegeben“, sagte Bovenschulte erfreut und dankte dafür auch den Rettungsschwimmern, den Mitgliedern des Weyher Schwimmvereins sowie dem ehemaligen Schwimmmeister Helmut Fellermann und dem gegenwärtigen Hubert Dollinger.

Aber das Freibad liefere nicht nur Fakten. Vielmehr sei es für viele Menschen eine Einrichtung mit vielen Erinnerungen und großen Emotionen. „Sie verbinden damit ein besonderes Flair von Spaß, Freizeit und Freiheit und tragen dieses Gefühl mit in ihr Leben“, so Bovenschulte.

Zu Beginn seiner Ausführungen hatte Bovenschulte sich bei den Gemeinderatsmitgliedern bedankt, die vor mehr als 40 Jahren den Beschluss zum Bau des Freibandes auf dem Neddernfeld beschlossen hatten. Drei dieser „Ur-Ratsherren“, wie er sie bezeichnete, waren zu der Feier gekommen: Hermann Ahrens, Hubert Dudziak und Ernst-August Peters. Sein Dank ging auch an die Mitglieder, die das Projekt in der Verwaltung begleiteten: Sudweyhes Bürgermeister Heinz-Hermann Beneke sowie den ehemaligen Weyher Bürgermeister Reinhard Osterloh. Auch dem Weyher Schwimmverein mit dem damaligen Vorsitzenden Wilfried Meyer sowie der Weyher DLRG-Ortsgruppe, die seinerzeit von Dieter Menzel geleitet wurde, dankte der Bürgermeister für die tatkräftige Mitarbeit.

Für damalige Zeiten sei die Anlage dieses Freibandes ein Riesenprojekt gewesen, für das es viel Lob gegeben habe. Hier sei nicht nur ein Freibad für Weyhe sondern für den gesamten Bremer Süden mit für damalige Zeiten innovativen Besonderheiten entstanden.

Insgesamt wurden 2200 Quadratmeter Wasserfläche geschaffen, auch die Wassertemperatur von 23 Grad sowie der Einschwimmkanal von der Wärmehalle ins Freibad seien damals ungewöhnlich gewesen.

Immer wieder seien hier Investitionen erforderlich gewesen, so Bovenschulte. Dabei erinnerte er an die Arbeiten, die erforderlich waren, um das Bad barrierefrei zu gestalten.

Der Vorsitzende des Weyher Schwimmvereins, Heino Bultmann, legte in seiner Rede den Fokus auf die Zukunft des Bades. Er berichtete aus der Arbeit der Arbeitsgruppe „Attraktivitätssteigerung des Freibades“, die es sich zur Aufgabe gemacht habe, nach Lösungen zu suchen, die das Bad zukunftsfähig machen. Gegenwärtig werde an einem Plan gearbeitet, um die Nutzungsdauer des Bades von maximal fünf Monaten im Jahr zu verdoppeln. Er dankte dem Bürgermeister für das klare Bekenntnis zur Zukunft des Bades und lud die Zuhörer zu einem Treffen ein, bei dem über die Gründung eines Fördervereins informiert wird (wir berichten dazu ausführlich).

Das durchwachsene Wetter war ursächlich dafür, dass nicht viele Besucher Lust hatten, das Bad an diesem Wochenende kostenlos zu nutzen. Daher blieb die Zahl der Besucher bei der Vorführung von ferngesteuerten Schiffsmodellen im Nichtschwimmerbecken sehr gering. Auch die „Wikinger“ hatten bei ihren Faltboot-Vorführungen mehr Zuschauer erwartet. Lediglich der Arschbomben-Wettbewerb und das „Pulldiving“ waren gut besucht. Etwa 60 Teilnehmer im Alter zwischen vier und über 70 Jahren ließen sich vonkleinen Antriebsrobotern durch das Wasser ziehen.

Proppevoll wurde es im Festzelt als „das Gedächtnis der Gemeinde Weyhe“, Gemeindearchivar Wilfried Meyer und Helmut Fellermann aus der Weyher Bäderhistorie berichteten. Fellermann erinnerte an das idyllische Freibad am „Hauskamp“, bei dem die Schwimmer sich das Naturwasser mit Fröschen und Wasserpflanzen teilen mussten.

Bei der 25-Jahr-Feier des Lahauser Schwimmvereins 1972 habe der damalige Bürgermeister Heinrich Klenke am Ende seiner Festrede erklärt: „Ich denke, dass das neue Freibad in ein bis zwei Jahren fertig sein wird“. Das habe die Schwimmer damals „fast vom Hocker gehauen“, berichtete Fellermann.

In seinem Lichtbildervortrag stellte Wilfried Meyer der Reihe nach die Weyher „Badeanstalten“ von vor 1975 vor. Das Freibad im Kirchweyher See sei damals die einzige Badeanstalt in der Umgebung mit Sprungturm, Startblöcken und einer Rutsche gewesen. Hier hatten die „Wasserfreunde Kirchweyher“ ihre Sportstätte, die sie mit viel Eigenleistung herrichteten. Meyer erinnerte an das Ochtumbad, das sogar über ein Nichtschwimmerbecken verfügte. Er stellte die Alte Weser und den Wittrocksee als Bademöglichkeiten vor. Die Hache sei damals nicht nur ein Refugium für Faltbootwanderer gewesen, hinter den Schleusen habe man auch gebadet.

Arschbomben-Wettbewerb in Weyhe

Freibad Weyhe wird 40

40 Jahre DLRG Weyhe

Für die Leester sei auch Böttchers Moor eine beliebte Badeanstalt gewesen, wo die Kinder schwimmen lernten.

Man habe damals in Naturwasser gebadet. „Wir kannten das nicht anders und wir fanden das toll“, so Meyer, aber seit 40 Jahre habe man das Freibad auf dem Neddernfeld, und das sei gut so.

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