Fraktion beantragt Durchfahrtsverbot

FDP: Eltern blocken Weg der Feuerwehr

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Antje Sengstake (FDP) will ein Durchfahrtsverbotsschild vor dem Wendekreis am Feuerwehrgerätehaus. Dort halten ihr zufolge regelmäßig mehr Autos als erlaubt.

Lahausen - Von Katharina Schmidt. Morgens, wenige Minuten vor 8 Uhr: Mehrere Autos blockieren den Wendekreis vor dem Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Lahausen. Hinter den Steuern sitzen Eltern, die ihre Kinder zur Kita oder zur Schule fahren – die beiden Einrichtungen befinden sich direkt neben dem Domizil der Wehr.

Einige Mütter und Vater warten im Halteverbot auf ihre Sprösslinge. „Ach, ich bin ja in einer Minute wieder weg“, mag sich manch einer von ihnen denken. Vorüber sie sich in dem Moment augenscheinlich keine Gedanken machen: Wie soll ein Löschfahrzeug durch den Wendekreis kommen, sollte es in diesem Moment irgendwo brennen?

Antje Sengstake, stellvertretende Vorsitzende der FDP Weyhe, hat diese Situation schon oft erlebt. Ihr Sohn ist in Lahausen zur Grundschule gegangen. Mittlerweile ist er älter, und die Ratsfrau muss sich das in ihren Augen dort herrschende „Verkehrschaos“ nicht mehr täglich mit ansehen. Doch Sengstake ärgert sich trotzdem. „Die parken direkt im Wendekreis“, sagt sie und schüttelt verständnislos mit dem Kopf.

Im Namen der FDP-Fraktion hat sie den Antrag gestellt, die Durchfahrt zum Wendekreis für Autos zu sperren. Geht es nach den Liberalen, dürfen durch die Wendeschleife bald nur noch Busse, Taxis, Mitglieder der Feuerwehr sowie Versorgungsfahrzeuge für die Schule und die Kindertagesstätte fahren.

Bestehende Parkplätze seien mehr als ausreichend

Die bestehenden Parkplätze sollten laut der Fraktion für den Bring- und Holdienst „mehr als ausreichend“ sein. Einen der zwei Parkplätze, auf dem bis vor den Ferien lediglich Schotter lag, pflastern Arbeiter derzeit.

Parken und Halten ist – mit Ausnahme eines gekennzeichneten Parkstreifens – schon jetzt im Wendekreis verboten. Im Antrag der FDP heißt es hierzu: „Dieses Verbot wird in aller Regel nicht beachtet, ganz besonders zu Schul- und Kitabeginn und deren Ende.“ 

Wiederholte Hinweise der Schule an die Eltern und Verwarnungen durch die Polizei seien bisher ohne Erfolg geblieben. „In der Vergangenheit kam es schon mehrfach vor, dass die Feuerwehr Lahausen nicht umgehend zu Einsätzen starken konnte. (...) Dabei geht es hier oftmals um Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden. Hier ist sofortiges Handeln geboten, bevor etwas Schlimmeres passiert.“

Wehrleute seien durch Autos eingeschränkt

Laut dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Michael Wolf erschweren Autos im Wendekreis nicht nur, dass das Feuerwehrauto rauskommt – sondern auch, dass die Löschkräfte überhaupt zum Einsatzfahrzeug gelangen. Im Notfall würden die Freiwilligen in acht bis 18 Privatwagen zum Gerätehaus fahren. 

Um bei den für sie dort reservierten Parkplätzen anzukommen, müssen sie durch die Wendeschleife. Als Dank für ihre Bereitschaft erhalten die Helfer laut Michael Wolf manchmal noch verständnislose Blicke von Eltern, die sich anscheinend bei ihrer Suche nach einem Halteplatz benachteiligt fühlen würden. „Man sollte ein Feuerwehrhaus nie neben einer Schule bauen“, warnt Wolf – vor allem mit Blick auf die Sicherheit der Kinder.

Rektorin befürwortet FDP-Vorstoß

Gefahrenpotenzial sieht auch Rektorin Edeltraut Zocher. Sie befürwortet den Vorstoß der FDP. Es sei sehr unübersichtlich, wenn neben dem Schulbus noch viele Autos in der Wendeschleife stünden. Gerade bei den Jüngsten sei das räumliche Sehen noch nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen.

Auch an anderen Stellen rund um die Grundschule hat die Rektorin Behinderungen durch haltende Autos beobachtet. So zum Beispiel „Am Bahndamm“ vor einer Fahrbahnverengung.

Die Gemeinde prüft den Antrag der FDP derzeit. Er soll in der nächsten Sitzung des Ausschuss Ordnung und Soziales auf der Agenda stehen.

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