18-jährige Abiturientin zeigt in der Wassermühle ihre „Bremer Nächte“

Farbenspiel wie in einem wunderschönen Traum

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Katrin Vossmann zeigt in der Wasssermühle noch bis 11. September ihre Werke. 

Sudweyhe - Von Angelika Kratz. Die Anspannung vor der ersten eigenen Ausstellung hat sich die 18-jährige Katrin Vossmann am Sonnabend nicht unbedingt anmerken lassen. Als jedoch auf die Minute genau zur offiziellen Eröffnung immer mehr und mehr Menschen, darunter Familie und viele Schulfreunde, die obere Etage der alten Wassermühle in Sudweyhe emporstiegen, ging ein breites Lächeln über das Gesicht der jungen Künstlerin, und ein entspanntes Durchatmen war zu hören.

Auf viele Besucher hatte die frisch gebackene Abiturientin und angehende Studentin im Bereich integriertes Design an der Hochschule für Künste in Bremen inständig gehofft. Der Wunsch ging in Erfüllung. Und zum Erstaunen „gestandener“ Künstler auf dem Mühlenboden war das erste Bild bereits vor den Einführungsworten des stellvertretenden Bürgermeisters Frank Seidel und der begleitenden Musik der beiden Schwestern Antonia und Charlotte Kaluza mit einem roten Punkt für „verkauft“ versehen. Ein älteres Ehepaar hatte sich spontan in den roten Regenschirm einer Spaziergängerin auf der Leinwand verliebt.

Gute Laune trotz Schietwetters

Die „Bremer Nächte“ bekommen bei Katrin Vossmann trotz Schietwetter gute Laune machende Farben aufgesetzt. Was zuvor von ihr mit der Kamera festgehalten wurde, erlebt mit Acrylfarbe und Pinsel ein ganz neues Nacht-Leben auf der Leinwand. Wie die Spaziergängerin mit ihrem roten Regenschirm leuchten auch Straßenbahnhaltestellen und Bäume wie in einem wunderschönen Traum voller Harmonie und Sicherheit. Da gibt es keine Angst vor Überfällen. Vielmehr möchte der Betrachter auf den meist einsamen Bremer Straßen mit dabei sein.

Die Kulturbeauftragte Tina Fischer stellte den Besuchern diesbezüglich einige Rätselaufgaben: „Eines der Bilder zeigt den Weg von der Sögestraße zum Hauptbahnhof, ein anderes ist in der Neustadt“, forderte sie auf, genau hinzuschauen. Das war nicht einfach – dank Katrin Vossmanns künstlerischer Verfremdungen.

Einen gewollten Bruch zu den klaren Bremer Nächten an der einen Wand und den vernebelten Nächten an der anderen gibt es mit vier bunten, abstrakten und geometrischen Bildern. „Nah, tief, fern“ heißen sie. Gemütlich wird es mit zwei kleinen Acrylbildern auf Omas Sessel, die in in der Hansestadt stehen und wie ein Rahmen die Bremer Nächte begrenzen. Eher versteckt in zwei Ecken gibt es noch eine andere Vossmann. Da steht zum einen ein etwas älterer Mann mit einem Pinsel vor einer mit Sprüchen versehender Hauswand. „Stil fängt da an, wo Begabung aufhört“ oder „the only good system is a soundsystem“ gibt es da vor den braven Gardinen zu lesen. Hat er es geschrieben oder wartet er auf eine eigene Eingabe? Dem berühmten Gemälde von der Erschaffung Adams eines Michelangelo hat Vossmann ihre eigene Version zur Seite gestellt.

Zu sehen ist die Schau bis zum 11. September sonnabends zwischen 15 und 18 Uhr und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr.

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