Familienfluch ruft Meisterdetektiv auf den Plan

Gruselgeschichte „Sherlock Holmes und der Hund der Baskervilles“ feiert Premiere

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Sherlock Holmes (Thorsten Hamer, r.) und der Kutscher (Marc Gelhart).

Kirchweyhe - Von Anika Bokelmann. Ein wenig künstlicher Nebel, Hundegeheul vom Band und Lichteffekte sind die Zutaten, die Zuschauern eine Gänsehaut bescheren. Die Gruselgeschichte um einen Geisterhund und den wohl bekanntesten Detektiv Englands hat Frank Pinkus für die jüngste Aufführung im Weyher Theater herangezogen und nach dem Minimalprinzip an die örtlichen Gegebenheiten angepasst. „Sherlock Holmes und der Hund der Baskervilles“ feierte am Freitagabend Premiere. Die Ermittlungen von Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv und seinem Gehilfen John H. Watson begeisterten die Zuschauer im ausverkauften Theatersaal.

Die Fassung von Frank Pinkus folgt weitestgehend dem Original und spielt daher auch im Jahr 1881, als Sherlock Holmes (Thorsten Hamer) und John H. Watson (Patrick Michel) gemeinsam in ein Apartment an der Bakerstreet 221b in London ziehen. „Ich werde einfach nicht schlau aus ihm“, merkt der junge Watson zum sprunghaften Interesse des Experten im Bereich Kriminalliteratur und Chemie an. Dennoch haben die beiden Männer ein gutes Verhältnis.

Nach einem Besuch von Dr. Mortimer (Hermes Schmid), der die mysteriösen Umstände des Todes von Charles Baskerville aufdecken will – um dessen Neffen und Erben Sir Henry Baskerville (Carsten Steuwer) zu schützen – wird Watson die Aufgabe als Begleiter zuteil. Genau das richtige für den Armeearzt, der nach seiner Rückkehr aus dem Afghanistankrieg mit seinem Leben nicht so recht etwas anzufangen weiß. „Unsere Stunde hat geschlagen Watson“, verkündet Sherlock Holmes und schickt seinen Gehilfen mit Sir Henry Baskerville zum Anwesen Baskerville-Hall nach Devonshire, um der Legende um den Hund der Baskervilles, der alle männlichen Erben zur Strecke bringen soll, auf die Spur zu gehen.

Durchdachte Dialoge, mit humoristischen Akzenten gespickt, tragen beim jüngsten Stück des privaten Theaters ebenso zum Erfolg bei, wie das schauspielerische Können der Darsteller. So nimmt man den Beteiligten ihre Rolle ab und fühlt sich unmittelbar ins Geschehen versetzt. Dank der Passagen, in denen sich John H. Watson am Bühnenrand stehend direkt an das Publikum wendet, werden Hintergründe deutlich und der Blick auf das Wesentliche gelenkt.

Durchdachte Dialoge, mit humoristischen Akzenten gespickt, tragen zum Erfolg bei. 

Auf das Wesentliche beschränkt sich auch die Bühnendekoration, die ebenso genial wie ansprechend ist. So verwandelt sich das Apartment in London im Handumdrehen in das geheimnisvolle Moor, in dem der Hund der Baskervilles sein Unwesen treibt, ein vermeintlicher Fluch, der seit einem schweren Verbrechen in der Vergangenheit auf der Familie lastet. Aber auch das Wohnzimmer von Baskerville-Hall bauen die Darsteller dank der aufklappbaren Bühnenelemente vor den Augen des Publikums auf.

Dort lernen die Zuschauer den treuen Butler Barrymore (Joachim Börker) und seine Frau (Maren Rogge) kennen, die ihrem Bruder, ein flüchtiger Mörder, helfen. Weiter spielen die Nachbarn der Baskervilles, Naturforscher Jack Stapleton (Marc Gelhart) und Beryl Stapleton (Sarah Kluge) sowie Mrs. Lyons (Maren Rogge) wichtige Rollen in dem Kriminalstück.

„Mal etwas Anderes“, kommentierte ein Zuschauer in der Pause der zweistündigen Aufführung. Bei vorigen Stücken im Weyher Theater habe meistens der Humor im Mittelpunkt gestanden. Doch auch die spannende und dosiert gruselige Geschichte um Sherlock Holmes Fall im Dartmoor und die Verstrickungen einer englischen Familie ist Dramaturg Frank Pinkus mit der Unterstützung seines Teams für Technik, Bühnenbild, Kostüm und Maske gelungen. Das zeigte sich nicht zuletzt im anhaltenden Applaus und den stehenden Ovationen zum Abschluss des Premierenabends.

Weitere Aufführungen von „Sherlock Holmes und der Hund der Baskervilles“ sowie Informationen zum Weyher Theater gibt es im Internet.

www.weyhertheater.de

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