Familie Kastendiek öffnet ihren Rohbau bei Aktionstag Mitte November

Passivhaus aktiv anschauen

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Im Februar hat Familie Kastendiek mit ihrem Passivhaus-Bau begonnen – und bisher vieles in Eigenleistung erledigt.

Weyhe - Von Philipp Köster. In Passivhäusern darf man nicht lüften, man muss sich warm anziehen, weil es keine Heizung gibt, und die Lüftungsanlage verursacht Staub. Außerdem sind Passivhäuser sehr teuer. Das sind gängige Vorurteile gegenüber dieser angeblich neuartigen Hausbauweise. Die möchte der Klimaschutzmanager von Stuhr und Weyhe, Colja Beyer, aus der Welt schaffen.

Gelegenheit dazu besteht im Rahmen der „Tage des Passivhauses“ am Freitag, 13. November. Von 11 bis 16 Uhr stellt Familie Kastendiek gemeinsam mit Architekt Andreas Feldhoff ihren Rohbau an der Sudweyher Straße 35 vor. Das Gebäude ist als Passivhaus konzipiert. Fachleute, Bauwillige und alle Interessierten sind eingeladen, sich ein Bild von dem Projekt zu machen.

Doch was bedeutet eigentlich ein Passivhaus? Beyer klärt auf: Der Heizwärmebedarf liegt bei lediglich 15 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, das entspricht grob 1,5 Litern Öl oder 1,5 Kubikmetern Gas. Diesen Wert hat die Darmstädter Interessengemeinschaft Passivhaus festgelegt.

Tatsächlich könne der Verbrauch größer sein als der rein rechnerische Bedarf, betont der Klimaschutzmanager, das hänge vom Nutzerverhalten ab. Neubauten, die der aktuellen Energiesparverordnung entsprechen, liegen Beyer zufolge bei 55 kWh, bei Altbauten gehe es in den dreistelligen Wertebereich.

Um das ehrgeizige Ziel von maximal 15 kWh zu erreichen, seien verschiedene Voraussetzungen nötig: eine besonders gute Wärmedämmung, dreifach verglaste Fenster, wobei es möglichst viele nach Süden ausgerichtete Fensterflächen geben sollte, sowie eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Innerhalb des Hauses ohne Wärmebrücken dienten die Abwärme elektrischer Geräte und der Bewohner als hinreichende Wärmequellen, so dass eine Heizung im herkömmlichen Sinne überflüssig sei. Für die Warmwasserzeugung und die Überbrückung extrem kalter Tage gebe es jedoch verschiedene kleinere Lösungen

Selbst bei Sanierungen älterer Gebäude seien diese Maßnahmen anwendbar, auch wenn am besten ein Energieberater schaue, was geht und notwendig ist.

In Stuhr und Weyhe gibt es bislang zwei Gebäude, die als Passivhäuser zertifiziert sind. Colja Beyer versteht den Tag der offenen Tür am 13. als regionalen Beitrag, für die Energiewende zu werben. Auch sind sie Bestandteil des Klima-schutzaktionsprogramms.

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