Falk Brozio löst Peter Gesell an der Spitze des Förderkreises der KGS Leeste ab

Mit Stallgeruch und dem Blick von außen

Hat zwar selbst keine Kinder an der KGS Leeste, will aber seiner ehemaligen Schule gesellschaftliches Engagement zurückgeben: der Kirchweyher Falk Brozio.
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Hat zwar selbst keine Kinder an der KGS Leeste, will aber seiner ehemaligen Schule gesellschaftliches Engagement zurückgeben: der Kirchweyher Falk Brozio.
  • Der Förderverein der Kooperativen Gesamtschule Leeste hat einen neuen Vorstand. Falk Brozio aus Kirchweyhe löste an der Spitze den Vorsitzenden Peter Gesell ab. Im Interview verrät Brozio, weshalb er für diesen Posten kandidiert hatte und ob es ein Vor- oder ein Nachteil sei, dass er an dieser Schule keine Kinder hat.

Weyhe – Der Förderkreis der KGS Leeste hat einen neuen Vorsitzenden: Falk Brozio. Der 40-Jährige löst Peter Gesell ab. An Falk Brozios Seite steht Björn Wendel als zweiter Vorsitzender. Mit Brozio übernimmt ein ehemaliger Absolvent der Schule die Spitze. Die Fragen stellte Sigi Schritt.

Sie gehören zur Generation der ehemaligen Absolventen der Schule. Haben Sie dadurch einen besonderen Blick?

Ich denke schon. Man erinnert sich ja meistens noch recht gut an die eigene Schulzeit. Und damit natürlich auch an die Schule selbst. Die KGS und besonders unsere damaligen Lehrerinnen haben mich sehr stark geprägt. Sich einzubringen, kritisch zu sein und eine Meinung zu vertreten, war immer ein starkes Leitbild. Und das ist es für mich bis heute geblieben, auch wenn ich damit vielleicht manches Mal Nerven strapaziere.

Wie gefällt Ihnen das neue Erscheinungsbild der Schule?

Die KGS hat sich neu erfunden, und ich bin begeistert. Das Gesamtkonzept von Klassenräumen, Fluren und Aufenthaltsbereichen überzeugt mich komplett. Dass bei seiner Entwicklung eine breite Einbindung aller stattgefunden hat, die hier lernen und arbeiten, war genau die richtige Entscheidung. Wir können stolz sein, so eine moderne Schule zu haben. Ein großer Dank muss da natürlich an die Architektin Tanja Remke und ihr Team gehen, ebenso wie an die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat, die dieses Projekt planerisch und finanziell stemmen – und natürlich an die Bauarbeiter und Handwerker.

Was hat Sie motiviert, den Vorsitz des Förderkreises der KGS Leeste zu übernehmen?

Der Förderkreis ist gut aufgestellt und hat ein tolles Team im Vorstand. Aber auch an uns geht nicht spurlos vorbei, dass es immer schwerer wird, Menschen zu finden, die sich in solchen oder anderen Vereinen ehrenamtlich engagieren wollen. Ich habe aus der Zeitung erfahren, dass der bisherige Vorsitzende nicht erneut kandidieren würde, und habe Kontakt mit ihm aufgenommen. Meine Motivation war und ist, meiner alten Schule, die mich stark geprägt hat und deren Entwicklung ich immer verfolgt habe, etwas zurückgeben und bei der Bewältigung anstehender Aufgaben zu helfen.

Welche Projekte möchten Sie umsetzen?

Wir werden uns als Vorstand des Förderkreises noch im April in eine Klausurtagung begeben und unser künftiges Arbeitsprogramm entwickeln. Für mich ist wichtig, dass wir uns als echtes Solidarprojekt um zahlreiche neue Mitglieder in der Elternschaft, aber auch unter Ehemaligen bemühen. Dazu brauchen wir sicherlich auch neue digitale Angebote, über die wir uns und unsere Arbeit vorstellen. Darüber hinaus möchte ich uns noch enger mit der Schulleitung, der Elternschaft, der Gemeinde, der Politik, den Gewerbetreibenden, anderen Fördervereinen und sonstigen Vereinen und Institutionen vernetzen. Wir können Projekte am besten stemmen, wenn wir starke Partner haben und alle Beteiligten sich kennen.

Haben Sie konkrete Ideen für den Anfang?

Ein erstes, sehr konkretes Projekt wird die von der Gesamtkonferenz der Schule für den Sommer beschlossene Einrichtung von iPad-Jahrgängen ab der neuen Klasse 7 sein. Hier wird es darum gehen, wie wir bei der Finanzierung der Geräteanschaffung helfen können und welche Mietmodelle wir gemeinsam mit Schule und Gemeinde für Familien entwickeln, die jeden Euro sehr genau umdrehen müssen. Wir brauchen hier eine solidarische Unterstützung.

Ihre Vorgänger hatten Kinder, die die KGS Leeste besucht hatten. Sie aber nicht. Ist das eher ein Vor- oder ein Nachteil?

Zumindest bin ich Vater einer Tochter und habe auch heute noch einen gewissen Bezug zum Thema Schule. Darüber hinaus möchte ich versuchen, mich möglichst viel auszutauschen, um damit eng an den Themen der KGS zu bleiben. Vielleicht ist es auch ein Vorteil, wenn ich ein bisschen von außen auf die Schule blicken kann.

Wie möchten Sie in die Netzwerke der KGS Leeste eingebunden werden?

Es wäre schön, wenn es einen möglichst engen Austausch mit allen Menschen, die in der Schule wirken, gibt. Ich glaube, dass regelmäßiger Austausch dabei helfen kann, Themen erfolgreich miteinander zu bewegen. Deshalb möchte ich immer ansprechbar sein und selbst auch auf Menschen zugehen.

Weshalb ist Ihnen das Engagement für Ihre alte Wirkungsstätte wichtig?

Unsere KGS wird nach erfolgreicher Sanierung eine der Top-Schulen Niedersachsens sein. Wir haben modernste Lernmittel zur Verfügung, ein junges, motiviertes Kollegium und eine neue Schulleitung. Wenn ich als Vorsitzender des Förderkreises dabei helfen kann, diese Aufbruchsstimmung so zu flankieren, dass wir miteinander tolle Projekte gestemmt bekommen, wäre ich sehr zufrieden. Das wäre sicherlich auch im Geiste meiner damaligen Lehrer, die uns immer angespornt haben, Gemeinschaft mitzugestalten.

Erkennen Sie die Schule überhaupt noch wieder?

Von außen ja. Die Orientierung innen muss ich noch ein bisschen lernen. Vieles hat sich sehr verändert.

Welche Erinnerungen haben Sie an die KGS?

Ich habe viele schöne Erinnerungen. Ob es die Aktivitäten des Musiktheaters sind, die Weltrekorde der damaligen Chaos AG, der Bildungsmarathon oder auch einfach die Erinnerungen an Freunde, Lehrer oder an „Mille“. Alles ist noch recht präsent und wird zum Glück auch immer wieder aufgefrischt, wenn ich vor Ort in der Schule bin. Erinnerungen sind etwas Schönes, zumindest für mich.

Inspiziert das Innere der KGS: der neue Vorsitzende des Förderkreises. Dort, wo er steht, befand sich über 40 Jahre lang die Hausmeister-Loge.

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