Interview mit Christiane Blenski

Fairnet auf Wachstumskurs

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Christiane Blenski ist seit 15 Jahren Mitglied bei Fairnet.

Weyhe - Fairnet ist laut Christiane Blenski, Koordinatorin des Wirtschaftsbündnisses, ein Netzwerk für Unternehmerinnen aus Weyhe und Umgebung. Dieses Netzwerk will sich ausdehnen und streckt seine Fühler nach Oldenburg aus.

Die Gemeinschaft ist stetig gewachsen. Wann sind die jüngsten Mitglieder dazugekommen?

Das stimmt – früher waren wir immer so um die 20 Unternehmerinnen. Heute sind wir um die 50. Das ist eine andere Schlagzahl, und wir wachsen stetig weiter. Die letzte „Neue“ hat sich direkt nach ihrem ersten Dabeisein jetzt beim September-Treffen für Fairnet entschieden. So ist es meist. Wer sich uns anschließt, entschließt sich schnell. Da stimmt dann einfach die Chemie und auch der Unternehmerinnen-Spirit.

Worauf begründet sich der Erfolg?

Fairnet ist einzigartig durch den Mix aus Erfahrungsaustausch, gegenseitigem Rückenwind und gemeinsamer Werbung. Wir machen uns alle sichtbarer durch viele Fairnet-Veranstaltungen, durch unsere Online-Aktivitäten wie bei Facebook und unser enges Zusammenarbeiten mit den anderen Gewerberingen und der Gemeinde. Bei Fairnet zu sein, heißt auf einen Schlag 50 anderen Unternehmerinnen bekannt zu sein, empfohlen zu werden und schnell und einfach Kooperationspartnerinnen zu finden. Dazu kommen Großereignisse wie unsere Unternehmerinnen-Messe, die Fairnet City.

Welche Bandbreite bietet der Zusammenschluss?

Handwerk, Hotel, Gastronomie, Eventplanung, Entspannung, Bücher, Werbung, Social Media, Film, Fotografie, Künstler, Coaches und Unternehmensberatung, Arbeitssicherheit, Rechts- und Steuerberatung, betriebliche Energieberatung, Schmuck, Seifen, Stimmtraining, Versicherungen, Buchführung, Ernährungsberatung, Gartengestaltung, Massagen, Kosmetik, hochwertige Küchengeräte, Mode, Hundeausstattung – sogar Beratung und Unterstützung bei Beerdigungen.

Was bewegt die Unternehmerinnen, sich dem Netzwerk anzuschließen?

Sie suchen Unterstützerinnen auf Augenhöhe und manchmal Tipps für den Unternehmerinnen-Alltag, der oft genug mit anderen Herausforderungen wie dem Familienleben koordiniert werden muss. Darüber kann man bei uns auch mal reden, auch wenn Business unser Schwerpunkt ist. Im Grunde will jede Fairnetterin bekannter werden und erfolgreicher sein. Dazu gibt es auch meiner Erfahrung nach kaum ein wirkungsvolleres Werkzeug als das aktive Netzwerken.

Welche Vorteile schätzt die Gemeinschaft?

Den offenen und ehrlichen Austausch – hier kommen auch mal schwierige Erfahrungen auf den Tisch. Und bei Erfolgen freuen sich alle mit und nehmen gleichzeitig Anregungen mit fürs eigene Geschäft. Man geht von einem Treffen immer ganz beschwingt und motiviert nach Hause.

Unternehmerinnen sagen immer wieder, sie suchen eine gute Balance zwischen Erfolg im Beruf und Familie – welche Tipps hat Fairnet dazu?

Machen! Und Weitermachen! Es gibt jetzt nicht DIE Tipps. Jede Fairnetterinnen geht individuell ihren Weg, und dabei ist man manchmal mehr, manchmal weniger in Balance zwischen Firma und Familie. Da gibt es nie den einen fertigen Balancestatus, der dann länger anhält. Kinder werden groß, oder Familienangehörige werden krank, das Unternehmen wächst, und man muss mit Personal umgehen. Anders als vielleicht bei fest Angestellten ist das Leben einer Unternehmerin auf allen Ebenen stetig in Bewegung. Deswegen lieben wir es ja so, Unternehmerinnen zu sein. Weiterentwicklung ist das Salz in der Suppe und hält uns hellwach für neue Pläne, Projekte, Kunden, Aufträge.

Haben es Unternehmerinnen schwerer als Unternehmer?

Nein. Im Gegenteil. Frauen gründen und führen Unternehmen mit viel Ehrlichkeit und Herzblut in genau der Profession, in der sie Expertinnen sind. Und Frauen rechnen, sie investieren nachweislich vorsichtiger als Männer, wachsen dadurch vielleicht langsamer aber auf einem soliden Fundament. Klar, manchmal bremst uns Frauen eine zusätzliche Verantwortung im Familienalltag mehr aus als Männer, doch das sind die Momente, in denen man sich neu sammelt, um dann weiter zu wachsen.

Welches sind die größten Herausforderungen in der Region?

In jeder Region, überall in Deutschland: der Fachkräftemangel. Das merkt auch jede Fairnetterinnen, die Personal sucht. Sei es in der Gastronomie, in Einzelhandel oder im Handwerk. Wenn ich dazu anfange, werde ich mit der Antwort nicht fertig.

Ist es möglich, Unternehmergeist auch unter Jugendlichen zu wecken?

Oh ja! Und gleichzeitig: oh nein! Ich bin absolut dagegen, Menschen fürs Unternehmersein anzuwerben und vorzuschwärmen, wie toll es ist, die eigene Chefin zu sein. Klar, ich liebe es und 50 Fairnetterinnen ebenso, trotzdem braucht man dafür in sich diesen Impuls. Eigenverantwortliches Arbeiten, maximale Belastbarkeit, echtes Können und einen steten „ich-will-was-unternehmen“-Geist – diese Dinge muss man ob Jung oder Alt in sich spüren. Man kann Jugendlichen aber vor allem Selbstständigkeit als funktionierende Option aufzeigen, als spannende, sehr erfüllende Alternative zum Angestelltensein. Und das wollen wir Fairnetterinnen auch: Vorbild sein für ein selbstbestimmtes Berufsleben.

Fairnet nimmt am heutigen Samstag beim Frauen-Powertag in Oldenburg teil. Möchte sich die Gemeinschaft weiter ausdehnen?

Ja, wir sind dabei, weite Kreise zu ziehen. Darauf haben wir Lust. Fairnet hatte neulich Sykes Bürgermeisterin Suanne Laue zu Gast. Es gibt spannende neue Kontakte zu Rotenburger Unternehmerinnen. Und so war es für uns ideal, auf dem Frauen-Powertag in Oldenburg dabei zu sein. Der Veranstalterin, Gewndolyn Stoye, will Frauen motivieren, ihre Business-Ideen umzusetzen, und da ist Fairnet genau richtig. Wir sind gespannt auf die neuen Kontakte und werden dort mit einem Gewinnspiel den Startschuss geben für die Vergabe der Messestände für die Fairnet-City.

Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Hat die Messe einen Schwerpunkt?

Ja, die Fairnet-City steht wieder an. Am 23. Februar wird sie in der KGS Kirchweyhe ihre Tore und Straßen öffnen. Weil sowohl die Besucher als auch die Ausstellerinnen das City-Konzept mochten, wollen wir es wiederholen – mit Straßen für Genuss, Gesundheit, Beratung und natürlich der Piazza mit Mode, Musik und Kosmetik. Das wird eine tolle Ausstellerinnen-Mischung, die wir durch das Angebot von kostenlosen Fachvorträgen ergänzen werden. Unser Schwerpunkt ist nämlich immer, uns als Expertinnen zu zeigen. Keine von uns ist zufällig in ihrer Branche unterwegs, sondern eben weil sie richtig gut kann, was sie macht. Das können wir gar nicht oft genug zeigen.

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