Fahrlehrer Tiesing ist verärgert

Appell an Drängler: „Hupkonzerte nerven am meisten“

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Dustin Tiesing (24)

Weyhe - Von Sigi Schritt. Dustin Tiesing aus Lahausen ist sauer: Der 24-Jährige ist seit anderthalb Jahren Fahrlehrer und erlebt in seinem Job regelmäßig aggressives Verhalten. „Andere Verkehrsteilnehmer halten nicht viel von Rücksicht gegenüber Fahrschulautos“, stellt der 24-Jährige fest. Diesen Eindruck teile er mit seinen Berufskollegen, sagt der Weyher. Tiesing appelliert an die sündigen Verkehrsteilnehmer, ihre Handlungen zu überdenken.

Mittelfinger, geballte Faust, Scheibenwischer – Tiesing nennt Beispiele für die Reaktionen, die er erlebt, wenn seine Schützlinge mal an einer Ampel etwas länger brauchen, um in die Gänge zu kommen, oder sich strickt an das geltende Tempolimit halten. Viele Ausdrucksweisen erfüllen formalrechtlich den Straftatbestand der Beleidigungen. Doch Anzeigen will er die anderen Autofahrer nicht.

„Die täglichen Hupkonzerte nerven mich am meisten“, sagt Tiesing. Das gehe auch an den Fahrschülern nicht spurlos vorüber, schildert der 24-Jährige. Das rüpelhafte Verhalten anderer Fahrerinnen und Fahrer verunsichere die Schüler mit der Folge, dass sie an der Ampel noch länger benötigten.

„Ich glaube, dass bei einigen Autofahrern das Gehirn aussetzt, wenn sie das Schild mit der Aufschrift 'Fahrschule' lesen“, so Tiesing. Er gibt Beispiele: Auf der Fahrt von Kirchweyhe nach Leeste folgten ihm kürzlich zwei Heranwachsende. „Sie fuhren in Schlangenlinien immer wieder extrem dicht auf.“ Als ein Schüler gemütlich auf die Autobahn einfädeln wollte, platzte einem Lastwagenfahrer der Kragen. Die Folge: Lichthupe, ein lautes Lastwagenhorn ertönte, und der Fahrer zeigte den berühmten Finger. Tiesing setzte sich mit der Spedition in Verbindung: „Der Disponent legte auf. Der Sachverhalt interessierte ihn nicht.“

Fahrlehrer könnten alles zur Anzeige bringen – Tiesing plädiert lieber dafür, dass sich „die anderen Verkehrsteilnehmer abkühlen. Sie waren doch auch mal Fahrschüler und haben möglicherweise Kinder und Enkel.“

Wer drängelt besonders häufig? Es ist die Gruppe der 40- bis 60-jährigen Frauen und Männer, stellte der Weyher Fahrlehrer fest. Nach seiner Beobachtung trifft es beide Geschlechter, betont er. Einen Kniff haben er und seine Berufskollegen parat: Sie bringen das Schild mit der Aufschrift „Fahrschule“ einfach nicht am Dach ihrer Fahrzeuge an.

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