Ein Überbleibsel der Eisenbahnära: Der 144 Jahre alte Güterschuppen in der Nähe des Mittelbahnsteigs

Fachwerkgebäude im Dornröschenschlaf

Auf dem Bild von 1956 wird der Güterschuppen (im Hintergrund) noch genutzt. - Repro: Meyer

Kirchweyhe - Von Wilfried Meyer. Der 144 Jahre alte Güterschuppen in Sichtweite des Kirchweyher Mittelbahnsteigs ist ein Überbleibsel der Eisenbahnära: Nach der Anbindung Kirchweyhes an das Schienennetz im Jahr 1873 haben Arbeiter auf dem Bahnhofsgelände Laderampen und Einrichtungen für den Stückgutverkehr, Landhandel und Viehtransporte errichtet.

Der Ausbau des Bahnbetriebswerkes begann erst in den 1890er-Jahren und die Anzahl der für den Rangier- und Vorspanndienst benötigten Lokomotiven stieg zwischen 1892 und 1919 von sechs auf 88 an.

Die Fahrgäste können noch heute ein langgezogenes Fachwerkgebäude mit überdachten Laderampen erkennen. Auf einer Zeichnung von 1894 wird es als „Güterschuppen“ bezeichnet. Schon vor der Fertigstellung des Bahnhofgebäudes Anfang 1873 konnte diese Gebäude am 29. August 1872 gerichtet werden.

Ein aktuelles Foto dokumentiert das 144 Jahre alte Fachwerkgebäude im Dornröschenschlaf. Es ist dem Verfall preisgegeben. - Foto: Meyer

Die Bauweise war der Zeit entsprechend noch in Fachwerk, allerdings in sparsamer Version, aus Nadelholz und nur einen halben Ziegelstein dick. Wärmedämmung war in der reinen Güterhalle nicht gefragt. Die Länge des Gebäudes war immerhin auf die gleichzeitige Lade- und Entlademöglichkeit von 16 Güterwagen ausgelegt.

Die Konstrukteure spendierten beiden Seiten überdachte Laderampen, die westliche hat die Deutsche Bahn inzwischen beseitigt und Türen und Fenster vermauert.

Ein Abschnitt der Ladestraße, größtenteils im ursprünglichen Kopfsteinpflaster, ist noch vorhanden. Das Gebäude wird seit Jahrzehnten nicht mehr in seiner historischen Funktion genutzt.

Allerdings dienten die überdachten Rampen in den 1980er-Jahren als Lagerflächen für Kartonagen. Seit etwa 15 Jahren steht der ehemalige Güterschuppen leer, Ideen für eine Nutzung etwa für ein Eisenbahnmuseum mit Mini-Anlagen gab es, doch es haperte bislang an der Umsetzung. Großflächige Graffiti „zieren“ mittlerweile die Außenwände.

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