Facebookgruppe „Weyhe früher“ trifft sich erstmals

„Ein gewaltiges Archiv von unschätzbarem Wert“

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Corinna Bösche hatte die Facebookgruppe in den Kirchweyher Hof eingeladen.

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Als „Geschichtsunterricht, der Spaß macht“, bezeichnet Corinna Bösche die Aktion „Weyhe früher“. Sie ist Administratorin der gleichnamigen Facebookgruppe, die sie Mitte vorigen Jahres gegründet hatte. Innerhalb von drei Tagen fanden sich 100 Mitglieder, inzwischen sind daraus 1309 sogenannte Freunde geworden, die bereits 970 alte Fotos eingestellt haben. Am Freitagabend trafen sich die Mitglieder erstmals.

Großen Anteil an der Entwicklung hat Gemeindearchivar Wilfried Meyer, der dieser Gruppe aus seinem schier unerschöpflichen Fundus an Kenntnissen und Fotomaterial über Weyhe interessante Hintergrund-Informationen liefert. Aber er profitiert auch von dieser Entwicklung, denn regelmäßig werden andere alte Fotos ins Netz gestellt, durch die auch das Gemeindearchiv erweitert wird. „Lasst uns die Sache weiter ausbauen, wir bekommen damit ein gewaltiges Archiv von unschätzbarem Wert“, forderte Corinna Bösche die Mitglieder auf.

Etwa 100 Besucher waren zum ersten Gruppentreffen in den Kirchweyher Hof gekommen. Den meisten von ihnen geht es auf der Plattform „Weyhe früher“ darum, durch ihre eigenen Fotos einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. Auf diese Weise entsteht ein regelmäßiger Austausch, auch zwischen den Generationen. „Spannend sind die Kommentare zu vielen Bildern“, berichtete Wilfried Meyer, der nach eigenen Angaben rund 30000 Fotos in seinem Archiv hat, von denen bisher lediglich etwa ein Viertel digitalisiert sind. „Werft die Originale nicht weg, denn eine Überspannung genügt, und alle virtuell gespeicherten Infos sind verschwunden – für immer“, warnte Meyer. Wer seine Originalfotos trotzdem nicht behalten wolle, sollte diese im Gemeindearchiv abgeben.

Welche Schätze im Gemeindearchiv ruhen, zeigte Wilfried Meyer anschließend in einem Vortrag, bei dem er sich auf rund 180 Fotos beschränkte. Dabei illustrierte er genau das, was die Mitglieder wissen wollten: Er zeigte alte Fotos von Plätzen und Gebäuden, denen er aktuelle Aufnahmen aus fast der gleichen Perspektive gegenüberstellte. Für viele Besucher war der Wiedererkennungswert riesengroß. „Mit dem Bild von heute hab ich eine Einordnung“, sagte einer der Teilnehmer.

Spannend waren die Informationen über den Schluss-Stein im Giebel des alten Meinke-Hofs, der jetzt am Henry-Wetjen-Platz auf einem Sockel ruht. Kaum jemand kannte die Geschichte, die dahinter steckt. Spontan forderten die Zuhörer, die Story umgehend am Stein anzubringen. Der Wunsch ist nicht neu, soll jetzt aber mit etwas mehr Nachdruck bei der Verwaltung wiederholt werden. Das ist vielleicht gar nicht nötig, denn Bürgermeister Andreas Bovenschulte war an diesem Abend auch unter den Gästen.

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