Experte: Derartige Stürme nehmen zu

Darum konnte Sturm „Xavier“ so viel Schaden anrichten

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Der Kraft des Sturms konnte das Wurzelwerk dieser Birke nichts entgegensetzen.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Wie kann das sein, dass der Sturm „Xavier“, der über Norddeutschland gefegt ist, in der Region nur stellenweise Bäume aus der Erde gerissen hat, andere in deren Nachbarschaft jedoch unversehrt ließ?

Der Weyher Umweltbeauftragte Ulf Panten und der ehemalige Fluglotse und Mitglied des örtlichen Naturschutzbundes Manfred Böcker versuchen, auf Anfrage eine Erklärung zu geben.

Im Unterschied zu später einsetzenden Herbststürmen stieß „Xavier“ auf Bäume, an denen sich noch viel Laub befand und die demnach windanfällig waren. Außerdem war der Boden wassergesättigt, also sehr feucht, so Panten. Ein nicht zu unterschätzender Faktor war der kreiselnde Wind. Denn er kam laut Panten nicht nur aus Südwest. Deshalb habe der Wind auch sonst sturmfeste Eichen aus dem Boden herausdrehen und umfallen lassen können.

Manfred Böcker hat ähnliche Beobachtungen gemacht. „Die Böden waren nach den Regenfällen stark aufgeweicht.“ Weiterhin standen einige Bäume an Gräben und hatten ohnehin weniger Halt als andere. Der Sturm war laut Böcker nicht etwa gleichmäßig durch die Wesergemeinde gezogen, sondern schickte Windhosen, die kleineren Ausgaben von Tornados, über die Flächen. „Deshalb blieben einige Birken in Sudweyhe stehen, aber andere, die sich an der Straße zum Jeebel befanden, kippten auf die Felder. 

„Stürme können Schneisen ziehen“

„Stürme können regelrechte Schneisen ziehen“, sagt das Nabu-Mitglied. Durch die Verwirbelung werden Bäume regelrecht aus der Erde herausgedreht. Man könne sich die gewaltige Kraft so vorstellen, als ob ein Riese einen Baum nimmt und drehend nach oben zieht. Da kann kein Wurzelwerk widerstehen. Insbesondere Birken seien mit ihrem kleinen Wurzelteller sehr anfällig. Linden stehen wie Eichen zwar fest, aber nicht, wenn die Erde aufgeweicht ist.

Böcker macht den Klimawandel dafür verantwortlich, dass die unberechenbaren Stürme wie „Xavier“ zunehmen werden. Ein Gegenmittel: „Bäume pflanzen“.

Rathausmitarbeiter Panten versichert: „Dort, wo es sich anbietet, wird aufgeforstet.“

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