Grundschule Leeste trifft Wissenschaft

Experimente unter Schwerelosigkeit

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Schulleiter Martin Stamnitz und Konrektorin Kathrin Wolf wollen Schüler für Naturwissenschaften begeistern.

Leeste - Von Sigi Schritt. Die künstlerische Ausrichtung der Hundertwasser-Ganztagsgrundschule Leeste wird um eine naturwissenschaftliche ergänzt – die Bildungseinrichtung entwickelt sich immer mehr zu einer Weltraumschule. „Wir wollen bei unseren Schülern die Neugier auf Fächer wie Physik, Chemie und Biologie wecken“, sagt Rektor Martin Stamnitz.

Der Schulleiter und seine Stellvertreterin Karin Wolff sind überzeugt, dass künftig mehr Personal benötigt wird, um Jobs mit wissenschaftlichem Hintergrund zu erledigen. Damit die Erst- bis Viertklässler später nicht vom theoretischen Physik- oder Chemie-Unterricht abgeschreckt werden, sollten sie so früh wie möglich positive Erfahrungen machen, erklärt der Lehrer das Vorhaben. Wer von einer Sache begeistert sei, kümmere sich von ganz alleine um die Stoffvertiefung, so Stamnitz.

Dieser Plan scheint aufzugehen: Mit der deutschlandweit einmaligen Kooperation mit Airbus und dem Schülerlabor Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), eine der größten und modernsten Forschungseinrichtungen Europas, hat die Grundschule laut Stamnitz das Eis sogar für andere Schulen gebrochen.

Experimente sonst nur für ältere Schüler

Versuche zum Thema Weltraum, die eigentlich nur für die Mittel- und Oberstufe konzipiert sind, verfolgen im „School Lab“ nicht nur Grundschüler aus Leeste, sondern neuerdings auch welche aus anderen Orten. Es hatte sich herausgestellt, dass sich junge Weyher anschließend im privaten Umfeld beispielsweise für physikalische Zusammenhänge interessieren, berichtet Stamnitz.

Neben den Versuchsreihen bei Airbus und dem DLR dürfen die Kinder künftig Experimente mit der Schwerelosigkeit gestalten. Eine Vereinbarung mit dem Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) bildet dabei die Grundlage. Die Leester dürfen sich quasi in die Wissenschaftsteams aus aller Welt einreihen und das 146 Meter hohe Bremer Bauwerk nutzen.

„Wir bereiten unsere Versuche an der Grundschule vor. Das ZARM-Team führt sie dann für uns aus und stellt uns das Film- und Datenmaterial im Anschluss zur Verfügung“, so Stamnitz. Nach 4,74 Sekunden endet das Experiment sicher in einem Abbremsbehälter.

Laut ZARM-Informationen sorgen 18 Hochleistungspumpen im Vorfeld dafür, dass die Fallröhre beinahe vollständig luftleer ist, sodass zum Zeitpunkt des Versuchs nur ein Zehntausendstel des normalen Luftdrucks im Turm herrscht. Durch das Vakuum ist der Luftwiderstand der Kapsel derart gering, dass in Bremen eine sehr gute Qualität an Schwerelosigkeit geboten wird.

Auch Olbers-Planetarium mit dabei

Außerdem schloss die Hundertwasser-Grundschule eine Kooperation mit dem Olbers-Planetarium an der Hochschule Bremen. Schüler sollen nicht nur die Illusion einer sternenklaren Nacht erleben, sondern mehr über die Naturgesetze des Himmels und die Vielfalt astronomischer Phänomene erfahren.

Damit nicht genug: Um den Sachkundeunterricht biologisch zu vertiefen, setzt die Grundschule neuerdings auf vom Naturschutzbund Weyhe gestaltete Exkursionen.

Hightech ist in die Klassenräume eingezogen: Die Lehrer setzen moderne Lehrmittel permanent ein, berichtet der Rektor. Mitarbeiter des Mercedes-Benz-Werkes Bremen hatten einen Satz an iPad-Geräten gestiftet. Diese haben einen Wert von 5 000 Euro.

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