Europaweit einmaliges Projekt: Premiere im Nordkreis in Grundschule Leeste

Polizeiorchester verknüpft Gewaltprävention mit Musik

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Die Mitglieder des Orchesters demonstrieren den Kindern, wie sie ihre Instrumente beherrschen.

Leeste - Von Sigi Schritt. Um junge Menschen schon früh für Themen wie Gewalt an der Schule und Cyber-Mobbing zu sensibilisieren, haben die Musiker des Polizeiorchesters Niedersachsen gestern einen Workshop mit Dritt- und Viertklässlern der Ganztagsgrundschule Leeste veranstaltet.

Die Mädchen und Jungen haben laut Dirigent Thomas Boger an einem europaweit einmaligen Projekt teilgenommen, bei dem Prävention mit Musik verknüpft wird. Die Beamten führten das Mitmachprogramm „Namene“ auf. Darin geht es um Vorbeugung von Gewalt, um Zivilcourage und um den Umgang mit sozialen Netzwerken, so Boger. Ein Komponist hatte das Stück für das Polizeiorchester geschrieben, das die Beamten erstmals im Herbst aufführten. Seit der Premiere touren die Musiker quer durch Niedersachsen und waren gestern erstmals im Nordkreis zu Gast.

Die Musiker erzählten den Leester Schülern in dem aus drei Teilen bestehendem Programm die fiktive Geschichte von Namene. „Das junge Mädchen ist in Deutschland geboren, doch ihre Eltern kommen ursprünglich aus Ghana“, so Detlef Krenz, der als Moderator fungierte. Aufgrund seiner Hautfarbe wird das Mädchen in der Schule ausgegrenzt, gemieden und gemobbt. Wie genau dies geschieht und wie Namene darauf reagiert, das erzählte Polizeihauptkommissar Krenz in der Aula einfühlsam. Je nach Tonlage seiner Erzählung unterstützten ihn die Orchestermusiker.

Im zweiten Teil unterhielten sich die Polizisten mit den Dritt- und Viertklässlern über den Umgang mit sozialen Medien. Sie gaben Tipps zur Gewaltvermeidung und studierten ein Musikstück ein. „Während die einen mit den Kindern über Persönlichkeitsrechte gesprochen haben, haben andere eine Body Percussion mit den Kindern eintrainiert“, erklärte der Dirigent. Die Kinder klatschten, stampften mit den Füßen und klopften mit ihren Fäusten auf die Brust.

Die Gruppen wechselten dann. Am Schluss erlebten die jungen Zuhörer mit einem afrikanischen Tanz ein Happy End: Die Mutter von Namene lädt alle Kinder zu sich ein. Das Aufeinanderzugehen sei am Wichtigsten beim Thema Migration, lautet die Botschaft des Stücks, so Thomas Boger.

Über die Musik sei es einfach, einen Gesprächszugang zu finden. „Wir müssen über Gewalt reden, denn die ist auch in Grundschulen vorhanden“, so Boger. Es gibt im ganzen Land täglich Übergriffe. Schüler zeichnen das Geschehen mit ihren Handys auf und versenden die Videos. „Das ist traurige Realität“, so der Polizist.

„Wir haben in Leeste noch ein bisschen heile Welt“, sagte Konrektorin Tina Lehmann. Das mag ihrer Ansicht daran liegen, dass Prävention einen wichtigen Stellenwert einnimmt und die Schule mit dem Präventionsbeamten des Weyher Polizeikommissariates einen regelmäßigen Dialog führt. Außerdem gibt es an der Schule eine engagierte Elternschaft, die sich auch für ein Handyverbot ausgesprochen hat. „Ein Telefon dürfen die Kinder zwar mitführen, doch es muss in der Tasche bleiben und darf nur in Notfällen benutzt werden. Wird es anderweitig eingesetzt, bewahrt das Sekretariat das Gerät sicher auf, bis die Eltern das Mobiltelefon im Empfang nehmen.“

Heute tritt das Orchester in der Grundschule Seckenhausen auf.

Schulen, die ebenfalls Interesse an einem Workshop haben, können sich laut Dirigent Thomas Boger um einen Auftrittstermin bewerben.

Kontakt: Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen, Tannenbergallee 11, 30163 Hannover.

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