Wirtschaftlicher Überlebenskampf

Händler in Weyhe setzen auf „das Prinzip Hoffnung“

Blick auf den leeren Weyher Marktplatz.
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Für Händler mit einem Ladengeschäft wie es Frank Rother betreibt eine Herausforderung: Die mangelnde Laufkundschaft im Lockdown. Der Marktplatz ist leer gefegt. Rother vermisst Spaziergänger, die die Arkaden vor seinem Geschäft (im Bild links) ansteuern.

Weyhe – Normalerweise beschäftigen sich Weyher Kaufleute um diese Jahreszeit unter anderem mit Umtauschwünschen ihrer Kunden.

Doch in Corona-Zeiten sei das für viele Unternehmer nur ein Nebenthema, sagen Carsten Hauch, Vorsitzender der Leester Werbegemeinschaft und Frank Rother, Vorsitzender des Weyher Gewerberings. Es gehe für manchen Kaufmann wegen des Lockdowns eher um den wirtschaftlichen Überlebenskampf. „Die Situation ist mit der normalen Zeit nicht vergleichbar“, findet Hauch. „Wir liefern jetzt außer Haus oder reichen Ware durchs Fenster. Wir sind da“, sagt Hauch, der zusammen mit seiner Frau das Modegeschäft von Hollen betreibt. Seit Mitte Dezember habe es innerhalb der Verkaufsräume keinen Publikumsverkehr mehr gegeben. Und der Lockdown verlängere sich sicherlich über Januar hinaus, befürchtet Hauch. Die letzten beiden Öffnungstage im Dezember seien sehr gut gewesen, aber das hätte den letzten Monat des Corona-Jahres nicht aufwiegen können. Einen Online-Shop zu eröffnen, käme für ihn persönlich nicht infrage, sagt der Unternehmer. Das Thema sei komplex. Die Angebote müssten auch gefunden werden.

Den Weyher Händlern mache ein anderer Umstand mehr zu schaffen: Internet-Nutzer bestellen mehr, als sie benötigen. Dann können sie Ware kostenlos zurücksenden. Ein kleines Ladengeschäft könne sich es nicht leisten, Ware hin- und herzuschicken, und einige Sachen vielleicht mit kleineren Macken zurückzubekommen, pflichtet ihm Frank Rother bei. Er betreibt ein Juweliergeschäft und bietet neben Schmuck auch Uhren an. Es würde ihm auch nicht gefallen, wenn Kunden sich Schmuck zuschicken lassen, ihn für eine Feier tragen und ihn dann nicht kaufen wollen. Rother glaubt, dass es sehr schwierig sei, mit einem Online-Shop Geld zu verdienen. Das gelänge nur in seltenen Fällen und dann eher größeren Firmen. Online-Shops würden Unternehmer wie er eher als verlängertes Schaufenster ansehen. Um überhaupt im Online-Markt gefunden zu werden, müsse man richtig Geld in die Hand nehmen. Dann müssten auch sehr gute Fotos hochgeladen und die Produkte ordentlich beschrieben werden. Eine Agentur habe für zehn Prozent Umsatzbeteiligung ein Jahr lang das Online-Geschäft eines Unternehmens organisiert. Danach habe die Agentur es aufgegeben, so Rother.

Er werde weiterhin auf Präsenz setzen. Das bedeutet im Lockdown, dass man vor dem Geschäft einen Tisch aufbaut und dort die gewünschte Ware übergibt. Problemlos würde Rother einen zu großen Ring oder ein Armband, das nicht passt, umtauschen oder anpassen. Der Vorsitzende des Weyher Gewerberings glaubt, dass Läden in Kirchweyhe, Sudweyhe oder auch Leeste durchaus besser durch die Corona-Krise kämen als Geschäfte in den sogenannten 1A-Lagen in der nahen Bremer Hansestadt. „Jammern gilt nicht“, findet er. Die Weyher Kaufleute müssten versuchen, aus der Situation mit Kreativität das Beste zu machen. „Es gilt das Prinzip Hoffnung.“

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