70-Jähriger erleidet Hinterwandinfarkt 

Ersthelfer reanimieren Senior mit Defibrillator

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Elke Behrens, Übungsleiterin beim TuS Sudweyhe, lobt den Einsatz von Kerstin Wahlers (M.) und Torsten Belger. Sie will die beiden als Weyher des Jahres 2018 vorschlagen. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Diesen Schicksalsschlag will niemand erleben: Ein 70-Jähriger will kurz nach 17 Uhr nur seine Frau und seine Enkelin vom Kinderturnen abholen und sackt in der Sudweyher Turnhalle zusammen. Zuvor erklärte er seiner Frau, dass er sich nur ein bisschen hinlegen wolle. Dann war er auch schon weg. „Hol’ Luft und sprich mit mir“, fordert seine Frau lautstark – doch ihr Mann reagiert nicht.

Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: an jenem Donnerstag Mitte Februar hatte der Senior einen Hinterwandinfarkt erlitten. Dass er diese lebensbedrohende Situation nach Auskunft seiner Frau unbeschadet überstand, lag am sofortigen Eingreifen der Ersthelfer: Der Jugendfußballtrainer Torsten Belger war bereits vor Ort und reagierte umsichtig, ruhig und besonnen, wie sich später herausstellte. 

Der ehemalige Soldat berichtet, dass die Bundeswehr ihn speziell für Notfälle im Rahmen seiner Auslandseinsätze ausgebildet hatte. So schickte Belger Erwachsene wie Kinder nach draußen. „Der Patient war nicht mehr ansprechbar“, erinnert sich der Kirchweyher.

Die Sudweyherin Kerstin Wahlers stieß dazu. Die Internistin, spezialisiert auf Infektionskrankheiten, rief die Notrufnummer 112 und versorgte mit Belger den zusammengeklappten Mann.

Der Disponent der Rettungsleitstelle habe gefragt, ob es einen Defibrillator gibt. Darauf hätte man auch selbst kommen können, räumen die Ersthelfer ein, sagen auch, dass eine Art Tunnelblick in solchen Fällen nicht ausgeschlossen sei. 

Jedenfalls holten sie das Gerät, das die Gemeinde im Eingangsbereich aufgehängt hatte, schlossen die Elektroden an und hörten die Anweisungen aus dem Lautsprecher. „Man kann nichts falsch machen“, sagt die Ärztin. Das Gerät arbeitet selbstständig, überprüft, ob ein Elektroschock ausgelöst werden darf. Die Reanimation gelingt – die Ersthelfer übergeben den Patienten an den Rettungsdienst, der elf Minuten nach dem Notruf eintraf.

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