Selbsthilfewerkstatt öffnet wieder im März

Erste Saison abgeschlossen: 250 Fahrräder montiert

Die ehrenamtlichen Helfer gewähren einen Einblick in ihre Selbsthilfewerkstatt. - Foto: Schritt

Leeste - Von Sigi Schritt. Die Fahrradselbsthilfewerkstatt hat seit Mai rund 250 Drahtesel repariert, montiert und in einen verkehrssicheren Zustand versetzt. Viele sind bereits ausgeliefert, einige warten noch auf neue Besitzer.

Am Freitag haben die ehrenamtlichen Helfer um Rolf Steinhard (77), Erwin Irmer (75), Rudi Preßler (73) und Hans Budde (64) nicht nur die erste Saison abgeschlossen, sie blickten auch auf die Anfänge des Projektes. Das hat die Gemeinde im Frühjahr im Rahmen der Flüchtlingshilfe gestartet, doch es profitieren längst auch andere Bedürftige sowie Hartz-IV-Empfänger, sagte die Integrationsbeauftragte Astrid Friedmann.

Das Helferteam lobte insbesondere Mohammad Hashim Azimi (21, Afghanistan), Djumaev Havazh (35, Tschetschenien), Ahmad Saeed Haidari (35, Afghanistan) und Mahyar Niyatnas (17, Iran). Sie hätten fleißig angepackt, um die Aufgabe zu bewältigen, einen Großteil der Flüchtlinge mit Rädern zu versorgen.

Die Drahtesel waren beispielsweise ehemalige Fundräder, die niemand mehr abgeholt hatte. Mitarbeiter des Bauhofs gaben sie weiter. Einige fristeten zuvor unbeachtet in Schuppen oder Garagen ihr Dasein, bis sie als Sachspenden einiger Bürger schließlich an den Arbeitsaufhängungen der Fachleute landeten. 

Die Fortbewegungsmittel waren also in guten Händen: Erwin Irmer aus Barrien hatte früher als Meister im Kraftfahrzeughandwerk gearbeitet und Rudi Preßler aus Leeste, gelernter Dreher, schraubt seit mehr als drei Jahrzehnten an Drahteseln, wie er sagt. 

Früher sei es einfacher gewesen, ein Rad zu reparieren. Doch die Gangschaltungen sowie Bremsen seien leistungsfähiger und damit komplizierter in der Reparatur geworden. Den ehrenamtlichen Helfern ist es als mittlerweile eingespieltes Team gelungen, dass am Ende des Prozesses verkehrssichere Fortbewegungsmittel herauskommen.

Die Schrauber hatten den 70 Quadratmeter großen Raum – ein Teil der ehemaligen Lagerstätte des Elektrofachbetriebs Brünjes – mit Liebe zum Detail in eine strukturierte Werkstatt umgewandelt, in der Hammer, Schraubenzieher & Co. ihre festen Plätze haben. Kisten reihen sich am Boden aneinander. Darin lagern Lenker, Klingeln, Gepäckträger, Sättel und andere Zubehörteile.

Jugendliche und Erwachsene schätzen ihre neuen Errungenschaften. Doch die leuchtenden Kinderaugen hätten sein Herz besonders berührt, so Steinhard.

Die Winterpause ist der mangelnden Heizung geschuldet. Erst wenn draußen die Temperaturen wieder steigen, soll die Werkstatt öffnen. Das ist für März geplant, so Astrid Friedmann. Wer Räder übrig hat, kann sie der Gemeindeverwaltung anbieten.

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