Weyher Gemeindeverwaltung bittet Bürger via Handy, Tablet oder Computer zum Dialog

Erste digitale Einwohnerversammlung

Gastgeber eines digitalen Formats, das es so landkreisweit nicht gibt: Bürgermeister Frank Seidel.
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Gastgeber eines digitalen Formats, das es so landkreisweit nicht gibt: Bürgermeister Frank Seidel.

Weyhe – Die Gemeinde Weyhe wagt ein Experiment: Sie will eine Versammlung für alle Einwohner organisieren. In Corona-Zeiten soll sie aber ganz digital über die Bühne gehen. Ein bestimmtes Datum gebe es noch nicht, sagt Bürgermeister Frank Seidel. Er hatte die Idee zu diesem Projekt.

Es sei ein neues Format, dass es so im Landkreis Diepholz noch nicht gibt. Die Idee hinter dem Projekt: Während der Corona-Pandemie und speziell im Lockdown würden sich viele Menschen in Vereinen, Organisationen und Firmen aber auch privat virtuell treffen. „Sie benutzen Programme wie Zoom, Microsoft Teams oder Goto Meeting.“

Auch die Verwaltung habe für die Kommunikation solche Programme eingesetzt und gute Erfahrungen gemacht. Für eine Einwohnerversammlung müsse man lediglich den Teilnehmerkreis erweitern. Die Rathaus-Technik prüfe laut Seidel derzeit, mit welchem Programm das möglich sei. Diese digitale Veranstaltung soll außerdem über die sozialen Kanäle der Gemeinde gestreamt werden. Ein Testlauf am Donnerstag im Rathaus funktionierte schon mal. Dabei schalteten sich Mitarbeiter der Verwaltung zu.

Alle 30 400 Bürger werden sicherlich nicht teilnehmen, glaubt Seidel. Er sei gespannt, wie viele es am Ende werden, die die Sitzung live oder im Nachgang zum Beispiel auf Facebook verfolgen. Ein bestimmtes Thema werde bewusst nicht vorgegeben, kündigt Seidel an. Als Ansprechpartner stünden neben dem Bürgermeister auch Experten der einzelnen Fachbereiche zur Verfügung. „Möglicherweise müssen wir auch Antworten nachliefern“, kann sich der Bürgermeister vorstellen. Gemeindesprecher Sebastian Kelm wird die Veranstaltung moderieren.

Wer sich einbringen möchte, müsse jedoch wissen, dass es keine vertrauliche Sitzung ist. Der Verwaltungschef wünscht sich, dass jeder, der etwas fragen möchte, seine Kamera anschaltet.

„Diese Bürgerversammlung ersetzt nicht die Beteiligung bei Ausschusssitzungen“, stellt Seidel klar. In diesem ersten Weyher Digitaldialog gehe es darum, dass Bürger frühzeitig von Entwicklungen Kenntnis bekommen und sie auch Fragen zu den Themen stellen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Es könnte zum Beispiel darum gehen, wann die Markierung der Straße zwischen Dreye und Kirchweyhe aufgebracht wird oder wann eine Druckampel wieder funktioniert.

Als kürzlich die Pressekonferenz mit Angela Merkel lief, seien schon die ersten Fragen zu Corona und Verordnungen angekommen, so Seidel. Es könnte allerdings auch sein, dass Bürger individuelle Fragen etwa zur Höhe des Zaunes vom Nachbarn den Vorzug geben. „Das könnte für andere Zuhörer nicht so spannend sein“, so Seidel. Sollten sich Fragen um den beantragten Klimarat ranken, könnte das wiederum mehr Menschen motivieren, zuzuhören und sich einzubringen. Möglicherweise gebe es Nachfragen zum diesjährigen Haushalt, zumal Bürger die abschließenden Beratungen und Stellungnahmen nicht verfolgen konnten, weil die entsprechenden Beschlüsse im Umlaufverfahren getätigt worden seien.

Der Verwaltungschef glaubt, dass nach einem ersten Aufschlag eine Serie entstehen könnte und dass das Rathaus solch eine digitale Versammlung öfter ansetzen könnte.

Von Sigi Schritt

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