Die KGS handelt

Erlebnispädagogin Marion Heuer bietet in Kirchweyhe Sozialtraining an

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Diese Fünftklässler erledigen eine Aufgabe, die in Seminaren auch mal Manager absolvieren. Der Erkenntnisgewinn ist laut Deutschlehrerin Marion Heuer stets gleich: Nur gemeinsam ist man stark. 

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Als Umwelt- und Erlebnispädagogin könnte Marion Heuer Manager trainieren – die Deutschlehrerin setzt aber lieber ihre Fähigkeiten an ihrem Arbeitsplatz ein, um zum Beispiel die Klassengemeinschaften im fünften Jahrgang zu stärken. Was bei den Nachbarn im Bundesland Bremen laut Heuer seit Langem diskutiert wird, ist für die KGS Kirchweyhe seit Jahren Alltag.

Projekte mit Erlebnispädagogen seien meist nicht ganz billig, zumal diese Lehrer mit Zusatzqualifikation rar sind und ihr Wirken nachhaltigen Erfolg zeigt, so KGS-Direktor Martin Baschta. Deshalb sei es wertvoll, dass er in seinen Reihen eine Spezialkraft hat.

Üblicherweise rufen meist Schulen aus Süddeutschland Erlebnispädagogen herbei, wenn es in einzelnen Klassen nicht rund läuft, also wenn laut Heuer Störungen derartig an der Tagesordnung sind, dass in der Folge Unterricht nicht möglich ist. In diesem Fall fehlt den Schülern die wichtige Fähigkeit, sich gegenseitig zu unterstützen, um ein gemeinsames Lern- und Klassenziel zu erreichen. 

In Kirchweyhe gibt es diese Brennpunktklassen laut Baschta aber nicht. Es könne aber nicht schaden, wenn die integrierte Eingangsstufe – in der sowohl Schüler mit Haupt-, Realschul- und Gymnasiumsempfehlungen ebenso unterrichtet werden wie Schüler mit Einschränkungen – ein Sozialtraining absolviert. Immerhin sind die Gemeinschaften aus ehemaligen Viertklässlern von mindestens drei Grundschulen bunt durchgemischt worden. 

Zusammengehörigkeitsgefühl stärken

„Grundsätzlich gehen wir in die Natur, um dort Aufgaben als Klasse zu erledigen. Eine lautet: Ohne Wasser zu verschütten, muss ein Glas auf einem gespannten Tuch über einen Parcours transportiert werden.“ Das Spiel mit ernstem Hintergrund verdeutliche den Teilnehmern, dass sie zusammenarbeiten müssen, um ans Ziel zu kommen, so Heuer. Das sei insbesondere deshalb keine leichte Aufgabe, weil einige Schüler mit verbundenen Augen die Strecke absolvieren, auf der es gefrorene Maulwurfshügel gibt. „Die Schüler müssen untereinander viel kommunizieren.“

In Süddeutschland laufen diese Seminare oftmals in den Bergregionen, im Kletterwald oder am Wildwasser, berichtet Heuer. Wenn die Schüler hinterher untereinander vertrauter im Umgang sind, sei das Klassenverständnis, also das Zusammengehörigkeitsgefühl, größer. Am Ende kommt es nicht darauf an, ob eine Aufgabe perfekt gemeistert wurde oder ob die Klasse scheitert. Wichtig sei, dass die Mädchen und Jungen über ihre Erfahrungen nachdenken und merken, dass es gut laufen kann, wenn jeder Hand in Hand arbeitet. Nach Ansicht von Marion Heuer sollten Kinder so früh wie möglich anfangen, Teamfähigkeit, die später insbesondere Unternehmen einfordern, einzutrainieren. Dann flutscht es im Unterricht.

Lehrer, die eine Fortbildung zu diesem Thema absolvieren wollen, können dies an einem Mai-Wochenende auf Norderney. Als Referentin fungiert Marion Heuer.

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