Runder Geburtstag

Bürgerbus: Seit 20 Jahren für die Weyher unterwegs

Regine von Larcher steht zwischen Bürgerbussen.
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Blickt auf die 20-jährige Geschichte des Bürgerbus-Vereins: Regine von Larcher.

Vor 20 Jahren rollte der Weyher Bürgerbus das erste Mal durch die Gemeinde. Seitdem kamen mehr als 400 000 Leute mit dem Gefährt von A nach B. Die Vorsitzende Regine von Larcher erinnert sich an die Anfänge, spricht über die Auswirkungen der Corona-Pandemie und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Vereins.

Weyhe – Die erste Tour des Weyher Bürgerbusses startete vor 20 Jahren gegenüber vom Weyher Theater. Der damalige Bürgermeister Edmund Irmer schickte den ersten Bürgerbus ebenso auf die Reise wie Vertreter des Unternehmens Weser-Ems-Bus. Ein Repräsentant der Volkswagen AG garnierte den Start mit Grußworten und einer Schlüsselübergabe. Die Haltestelle Theater in Kirchweyhe gibt es noch, sie wurde nur quer über den Marktplatz in die Nähe der Bäckerei Brüne Meyer verlegt.

Die Vorsitzende Regine von Larcher erinnert an die Anfänge des Vereins, der in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiert und weiter an seiner Erfolgsgeschichte feilt.

Mittlerweile hat der Verein den 400 000 Fahrgast begrüßt und bedient im Gegensatz zur Zeit der Jungfernfahrt nicht eine, sondern gleich zwei Linien: 116 und 117.

Zukunft für den Weyher Bürgerbus

Die Vorsitzende glaubt, dass es den Bürgerbus in Zukunft gibt, weil er „gebraucht wird“. Gerade während der Corona-Pandemie hätten viele Menschen immer wieder beim Trägerverein angerufen und nachgefragt, wann der Bus wieder fahre.

Wegen der Pandemie hatte der Bürgerbus-Verein seinen Dienst einstellen müssen. Das Datum, ab dem die Räder still standen, ist ihr noch sehr präsent: Es war der 13. März 2020, sagt Regine von Larcher. Für eine lange Zeit sei der Fahrbetrieb wegen des Pandemiegeschehens nicht möglich gewesen. Erst im Juli vergangenen Jahres schickte der Fahrdienstleiter seine Fahrerinnen und Fahrer wieder auf die Weyher Straßen.

Mitte Dezember 2020 folgte der nächste Lockdown, der für den Bürgerbus Auswirkungen bis Juli hatte: Wieder standen die Räder still. Seit ein paar Wochen werden die Linien wieder bedient. Doch an die Fahrgastzahlen von vor der Corona-Krise komme der Verein nicht mehr heran. „Die haben sich halbiert“, so von Larcher. „Es muss sich also einspielen“, sagt sie.

Das einstige Problem, zu wenig Fahrer zu haben, gibt es nicht mehr. Der Fahrdienstleiter könne jetzt auf einen großen Mitarbeiterstamm zurückgreifen. Laut von Larcher seien 2019 14 neue Fahrer dazugekommen, 2020 sechs neue. Jetzt stehen 47 Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung. Die neuen hätten die Pandemiezeit genutzt, um ihren Beförderungsschein zu machen. Es hätte ihnen nichts ausgemacht, monatelang zu pausieren. Was bewegt Bürger, sich für den Verein zu engagieren? „Die Menschen suchen ein Stück Gemeinschaft. Sie sind zum Teil neu hinzugezogen.“ Oder sie wollen in der Rentenzeit etwas Abwechslungsreiches erleben. Deshalb sei Corona ganz schlecht, da alle geplanten Treffen ausgefallen seien. In diesem Jahr sei zumindest noch ein Grillfest geplant.

Ohne Zuschüsse kein Betrieb

Weiterhin könne der Verein auf solide Finanzen blicken. „Durch den Verkauf von Bussen haben wir ein Polster“, sagt Regine von Larcher erfreut. „So ein Bus kostet rund 100 000 Euro und ist vom Land Niedersachsen bezuschusst.“

Ohne Zuschüsse würde der Betrieb nicht funktionieren. „Unsere Busse laufen entweder sieben Jahre lang oder fünf Jahre. Dann müssten sie aber 250 000 Kilometer gefahren sein.“ Das seien die Voraussetzungen, um einen Ersatzbus zu beantragen.

Der Verein sei Eigentümerin jedes alten Busses. Mit dem Verkauf zum Beispiel an einen anderen Bürgerbus-Verein, der starten will, komme Geld in die Vereinskasse. Aus Weyher Sicht ist ein älterer Bus deshalb nicht mehr für den Linienverkehr geeignet, weil Ausfälle zunehmen könnten.

Hat der Verein nicht mal überlegt ein ausrangiertes Fahrzeug als Ersatz vorzuhalten? „Das haben wir überlegt und die Idee verworfen. Das kostet nur Geld“, sagt Regine von Larcher. Nur bei einem Getriebeschaden würde der Bus länger ausfallen. „Der Bassumer Bürgerbus-Verein verleiht ein Fahrzeug, wenn es nötig sein sollte. In diesem Fall zahlt man eine Leihgebühr.“

In der 20-jährigen Geschichte des Vereins habe der Verein insgesamt sechs Bürgerbusse besessen. „Jeder Bus fährt 50 000 Kilometer im Jahr.“ Der siebte Bus sei bereits bestellt.

Fahrgastzahlen unter den Erwartungen

Auch wenn jetzt die Fahrgastzahlen unter den Erwartungen sind, so sei das in den vergangenen Jahren ganz anders gewesen. Es mussten Fahrgäste sogar an Haltestellen zurückbleiben, weil der Fahrgastraum nur acht Gäste aufnehmen kann, erklärt von Larcher. Würde ein Fahrer zu viele Fahrgäste in den Bus lassen, würde er persönlich haften. Um Fahrer zu schützen und die Bedarfe abzudecken, habe der Verein im Jahr 2014 einen Vertrag mit einem Weyher Taxiunternehmen geschlossen. Ein Fahrer kann ein Taxi rufen, das den Fahrgast zu seiner gewünschten Haltestelle bringt. Das Ticket dazu könne noch im Bus gekauft werden. Dieser Service besteht noch, nur derzeit würde er nicht benötigt.

Seit 2016 haben die Busse einen festen Standort am Irrgarten. Ein Unternehmer hatte dort Hallen gebaut, und der Bürgerbus-Verein hat eine Halle für zehn Jahre angemietet. Davor seien die Busse an verschiedenen Standorten abgestellt gewesen und mussten immer wieder umziehen. „Den ersten Bus haben wir in einer Halle auf dem Gelände der Esso-Tankstelle untergestellt.“ Es folgte ab 2009 ein Stellplatz an der Alten Wache. Schließlich wurden beide Busse auf dem Areal der ehemaligen Leester Starlet-Polstermöbelfabrik abgestellt. Dann folgte ein Umzug auf das Döhle-Gelände in der Nachbarschaft. Nun seien die Busse am Irrgarten ebenfalls zentral und sicher untergebracht.

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