Erfolgreich gecoacht

Berater Frank Rönz hilft Altgesellen Rene Kleeberg

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Unternehmer Rene Kleeberg (auf dem Bild mit Ehefrau Claudia) hat die kostenlose Hilfe vom Bremer Senior Service in Anspruch genommen. Berater Frank Rönz (l.) und Wirtschaftsförderer Dennis Sander (3.v.l.) sind zufrieden mit der Betriebsentwicklung.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Als der langjährige Kfz-Mechaniker Rene Kleeberg die leer stehende Halle der Firma Spannungstechnik am Weidufer in Leeste gesehen hatte, fasste er den Entschluss, Unternehmer zu werden. Der Lahauser wandte sich an den Bremer Senior Service (BSS) und nahm das Beratungsangebot in den Räumen des Rathauses an. Mit Erfolg. Anfang 2016 begann Berater Frank Rönz das kostenlose Neugründer-Coaching. Acht Monate später: Kleeberg eröffnete seine Mehrmarken-Autowerkstatt mit dem Namen „Car Arena Weyhe“.

Diese neue Weyher Firma sei für die Gemeindeverwaltung als auch für den BSS ein positives Beispiel dafür, dass eine Gründungsberatung mit nachfolgendem Coaching nachhaltig ist, hieß es. Nicht nur Frank Rönz ist stolz auf seinen Schützling, sondern auch Wirtschaftsförderer Dennis Sander. Der Betrieb habe sich gut entwickelt, haben beide gestern bei einer Stippvisite befunden.

Es läuft laut Kleeberg sogar „so gut“, dass der Unternehmer in den nächsten Tagen einen Bremsenprüfstand einbauen will, um künftig auch Tüv-Abnahmen zu ermöglichen. Außerdem will er einen Kfz-Meister einstellen, weil die Anzahl der Aufträge stetig gewachsen ist. In seiner 22-jährigen Gesellenzeit bei einem Opel-Autohaus, das insolvent geworden ist, will er „einen alten Arbeitskollegen“ in seinen Betrieb integrieren.

Zahlreiche Tipps

Zunächst sei BSS-Berater Rönz skeptisch gewesen, weil Kleeberg selbst kein Meister war. „Ich musste ihn überzeugen“, sagte der Unternehmer. Rönz hatte „kein Blatt“ vor den Mund genommen, welche sprichwörtlichen Steine in den Weg gelegt werden.

Schließlich setzte der Lahauser zahlreiche Tipps um, etwa günstige Kredite der KfW-Bank und die Altgesellen-Regelung in Anspruch zu nehmen. Nach einer erfolgreichen Prüfung folgte die Erlaubnis, eine Werkstatt zu gründen, sagt der 47-Jährige erfreut. Dass seine Nachbarin, eine Diplom-Bilanzbuchhalterin, auf die Finanzen schaut, erwies sich ebenfalls als Glücksfall.

Start im August 2016

Allerdings hat sich vom Start im August 2016 die Ausrichtung seines Betriebs leicht geändert. „Die Selbsthilfewerkstatt habe ich aufgegeben, weil ich bei den eigenen Aufträgen nicht mehr nachgekommen bin“, blickt der Unternehmer zurück. Er könne sich ja nicht selbst die Arbeit wegnehmen, weil es manchmal zeitaufwendig gewesen sei, Kunden die anstehenden Arbeiten zu erklären.

Kleeberg gehört zu dem Drittel der Gründer, die erfolgreich ein Unternehmen an den Start gebracht haben, sagt Rönz. Waren es 2016 38 Interessenten, die aus dem Angestelltenverhältnis in die Rolle des Unternehmers schlüpfen wollten, waren es im vergangenen Jahr immerhin noch 34. „Das ist ein guter Wert, denn die Konjunktur läuft gut, und die Leute wollen einen festen Job.“

Jährlich 100 Termine

2017 meldeten sich 13 Frauen und 21 Männer zur Erstberatung. Weitere Sitzungen folgten. „Es kommen jährlich bis zu 100 Termine zusammen“, bilanziert Rönz. Anhand der Business-Pläne könne der Experte schnell abchecken, ob es sich lohnt, die Gedanken an eine Gründung weiter zu verfolgen. „Wir sagen die Wahrheit und müssen einem Drittel den Wunsch ausreden, weil die Interessenten ihren Job und ihr Geld verlieren.“

Ein großes Problem bei Handwerkern ist laut Rönz zum Beispiel, dass die Ratsuchenden zwar in ihrer Profession sehr gut sind, aber die kaufmännische Seite nicht geregelt bekommen. Nicht alle hätten eine Ehefrau, die auf die Zahlen des Betriebes achtet.

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