Elisabeth Schuller-Köster stellt unter dem Titel „Eisen bewegt“ aus

Leichtes vom Schrottplatz

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Elisabeth Schuller-Köster freut sich auf ihre erste Einzelausstellung.

Sudweyhe - Von Angelika Kratz. „Eisen bewegt“ lautet die erste Einzelausstellung von Elisabeth Schuller-Köster in der Sudweyher Wassermühle.

In Aurich geboren, ist die Diplom-Agraringenieurin ganz eng mit dem Wasser verbunden: Schiffe und Seenotrettung, Meer und Fabelwesen spiegeln sich in vielen ihrer Arbeiten wider.

Die Werke entstehen mit schwerer Flex und Schweißgerät aus Fundstücken vom Schrottplatz. „Ich liebe den Geruch von Schrott“, beschreibt die 55-Jährige ihre große Leidenschaft, sich auf die spannende Suche nach wiederverwendbaren Metallstücken zu machen. Das Material sei oft schon zusammengepresst und somit nicht mehr genau identifizierbar. Ihren Fundstücken haucht Schuller-Köster neues und leichtes Leben. Am Ende erzählen sie eine neue Geschichte aus Märchen und Wirklichkeit.

Angefangen hat alles vor 14 Jahren mit einem simplen Schweißkurs bei der Volkshochschule. Der Kurs hat bei der Oldenburgerin Verborgenes freigelegt, auch wenn sie damals natürlich noch nicht an den Weg in die freischaffende Kunst gedacht hatte.

Bereits dreimal war Schuller-Köster bei der Skulptura, der Ausstellung im Rahmen der Bildhauersymposiums an der Wassermühle, mit dabei. Sie hat inzwischen in zahlreichen Gemeinschaftsausstellungen ihre Skulpturen gezeigt, etwa in Bremen, aber auch in den Niederlanden.

Nun können sich Interessierte unter den alten Balken der Wassermühle Elisabeth Schuller-Kösters Kunst allein anschauen. Einen kleinen Ausschnitt ihrer unglaublichen Schaffensfreude zeigt sie mit 14 Werkstücken, etwa „Umgarnt“, eine dicken Garnrolle. Nixen oder Menschenpaare in meist ganz kleiner Ausführung und von Wasser rund gespülte Glasstücke sind i-Tüpfelchen auf zu Segeln verbogenen Metallstangen. Mitten im zusammengepressten Metallgeflecht scheinen winzig kleine Schiffe fast zu schweben. Handfertigkeit und Fantasie der Künstlerin hauchen der Materie Eisen eine unglaubliche Leichtigkeit ein.

„Das Auge entwickelt sich“, beschreibt die dreifache Mutter ihren künstlerischen Werdegang norddeutsch sachlich. Auch wenn die Schulter mittlerweile von der schweren Flex einigen Schaden abbekommen hat, steht ihr der Spaß am Umgang mit dem Eisen ins Gesicht geschrieben.

Partner an der Seite ist Ehemann Ulrich Köster, der nicht nur die schweren Unikate schleppt, sondern auch mit auf Fundsuche geht. „Wir haben ein großes Auto“, verweisen sie auf einen geräumigen Kofferraum.

Nur schweren Herzens trennt sich Elisabeth Schuller-Köster von einigen ihrer Kunstwerke. Heiß Geliebtes bleibt ohnehin in den heimischen Wänden stehen, aber auch bei den Ausstellungsstücken würde das Herz bei einem eventuellen Verkauf weinen. So bei dem „Mondwagen“, eine Arbeit aus dem 200 Jahre alten Eichenbalken eines Oldenburger Hauses, den recycelten Reifen eines ehemaligen Rollators und eben dem winzig kleinen goldenen und ebenfalls bereiften Mond oben drauf.

• Eröffnet wird die Ausstellung „Eisen bewegt“ am kommenden Sonnabend um 16 Uhr in der Wassermühle Sudweyhe. Zu sehen sind die Werke bis zum 13. Dezember sonnabends zwischen 15 und 18 Uhr sowie sonntags zwischen 11 und 17 Uhr.

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