Pilotprojekt: Gemeinde will den Schulweg für die Kinder sicherer gestalten

Elfjährige sollen auf der Straße radeln

Soll eine Schutzzone bekommen: Der Hahnenfelder Weg. Künftig dürfen auf dem Gehweg nur Kinder radeln, die nicht älter als zehn Jahre sind.
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Soll eine Schutzzone bekommen: Der Hahnenfelder Weg. Künftig dürfen auf dem Gehweg nur Kinder radeln, die nicht älter als zehn Jahre sind.

Weyhe – Für manche Mädchen und Jungen, die alleine von der Grundschule Lahausen nach Hause radeln wollen, gleicht der Weg einem kleinen Abenteuer: Während einige Eltern mit ihren Autos auf zwei Parkplatzarealen oder in den Wartebuchten stehen, rollen andere Autos auf den Wendehammer zu, an dem die Schule sowie der Kindergarten und das Feuerwehrgerätehaus liegen.

Andere Autos wiederum verlassen den Bereich. Es herrscht ein Kommen und Gehen.

Kinder, die mit dem Rad Richtung Bahn wollen, müssen zudem die Einfahrt zum Schulgelände überwinden und aufpassen, nicht übersehen zu werden. Wer nun die andere Seite des durch die Bahn geteilten Ortsteils ansteuern möchte, muss den Radweg zur Bahnbrücke nehmen. Dort teilen sich derzeit die Erst- bis Viertklässler den Weg mit Jugendlichen und Erwachsenen, die wegen des Gefälles teilweise mit einem hohen Tempo entgegenkommen. Im weiteren Verlauf müssen Kinder noch mehrmals Wege queren und immer einen Überblick behalten. Ein kleines Abenteuer also. So manches Kind wir da lieber mit dem Auto zur Schule gebracht.

Als „unübersichtlich“ bezeichnet die Gemeinde die Verkehrssituation an der Grundschule. Speziell zu den Hol- und Bringzeiten. Für die Gemeinde liegt die Ursache des Problems genau in dem Umstand, dass so viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Die Gemeinde sucht eine Antwort auf die Frage, wie man die Fahrzeugbewegungen verringern und die Sicherheit auf den Schulwegen verbessern kann.

Sie hat dazu Eltern befragt und ein Planungsbüro beauftragt. Herausgekommen ist: Die von der Politik favorisierte Idee, eine Hol- und Bringzone einzurichten, ist keine Lösung. Laut Stefan Sommer vom Fachbereich Ordnung und Soziales der Gemeindeverwaltung ist so eine Zone grundsätzlich einer Schule 250 bis 500 Meter vorgelagert. Und die Straße, an der sie liegt, dürfe nicht zur Schule führen. Deshalb komme so eine Zone für die Lahauser Grundschule nicht infrage.

Daher will die Gemeinde das Problem anders angehen und im Rahmen eines Pilotprojektes in einem Radius von 1,5 Kilometern um die Schule Vorfahrtsregeln und Fahrbahnmarkierungen ändern sowie Querungshilfen errichten.

Besonders deutlich werden die Veränderungen auf der Straße, die über die Eisenbahnbrücke führt. Das schließt die Wege Am Meyerkamp, Hahnenfelder Weg und Am Bahndamm ein. Die Tempo-30-Zone wird aufgehoben, die Tempo-30-Schilder aber bleiben laut Sommer. Rechts vor links wird ebenfalls aufgehoben. Die Asphaltdecke bekommt eine ausgewiesenen Schutzbereich, damit Radler hochfahren können, denn alle Fahrradfahrer sollen künftig auf der Straße fahren. Nur Kinder bis zehn Jahren dürfen auf dem Gehweg bleiben.

Die Gemeinde will dem Schülerradverkehr konsequent Vorfahrt gewähren. „Piktogramme an unterschiedlichen Stellen sollen dessen Vorrang unterstreichen“, so Sommer. Zudem wird „das bestehende Halteverbot an der Lahauser Straße zwischen Hauptstraße und der Einmündung Espenstraße ausgedehnt.“

Unübersichtliche Stellen sollen durch das Aufstellen von Pollern entschärft werden. Etwa in mehreren Bereichen der Straßen Am Meyerkamp, Fresendamm und Grenzstraße. Dort soll der Gehweg verlängert werden.

Außerdem ist geplant, verschiedene Querungshilfen zu errichten: Am Neddernfeld in Höhe der Kindertagesstätte sowie an der Straße Am Meyerkamp in Höhe der Hausnummer 93.

Die Arbeiten dazu sollen in Kürze losgehen, kündigt Stefan Sommer an. „Wenn wir es schaffen, ein erhöhtes Sicherheitsgefühl zu geben, wird die Bereitschaft der Eltern steigen, ein Kind zu Fuß zur Schule gehen oder mit dem Fahrrad fahren zu lassen“, ist sich der Rathausmitarbeiter sicher.

Von Sigi Schritt

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