Avacon: Umspannwerk in Leester Marsch für Energiewende gerüstet

Elektrizität für Weyhe

Zwei Trafos im Umspannwerk Leeste: Sie regeln die Hochspannung herunter.
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Zwei Trafos im Umspannwerk Leeste: Sie regeln die Hochspannung herunter.

Am Anfang der Leester Marsch befindet sich ein Umspannwerk der Avacon, das ganz Weyhe mit Strom versorgt. Weshalb diese Station für die Avacon, für die Energiewende auf dem Land und in der Region so wichtig ist, erklären Milan Herthum, Standortleiter für Syke, Ralph Montag, Sprecher des Energieversorger-Unternehmens sowie der Kommunalreferent Hermann Karnebogen.

Weyhe - Wie man es sehen möchte: Mehrere Hochspannungsleitungen führen sowohl zur Trafostation hin als auch von ihr weg. Vorbeifahrende Radler sehen an Schildern, wo sich die Ausgangspunkte dieser Leitungen befinden: in Bassum, Sottrum und Achim.

Die 110 000-Volt-Hochspannung wird in Leeste dann durch zwei Trafos auf 20 000 Volt heruntergeregelt und dann in ein Ringnetz geschickt. Das wird in Weyhe aus 165 kleineren Stationen sowie aus weiteren fünf Schaltstationen für die sogenannte Mittelspannung gebildet.

Die Trafostation am Anfang der Leester Marsch sei für die Stromtrassen des Versorgers deshalb wichtig, weil sie eine wichtige Verteilfunktion habe, erklären die Avacon-Mitarbeiter. Strom fließe zum Beispiel von Bassum nach Sottrum oder Achim. Grundsätzlich würde im Kreis Diepholz mehr Strom produziert als verbraucht werden, so Hermann Karnebogen. In Bassum wird zum Beispiel mehr Strom aus regenerativer Energie erzeugt als in Weyhe. Das hat damit zu tun, dass die Einwohnerzahl in Bassum kleiner sei, aber auf der Fläche der Gemeinde mehr Windkraft- und Biogasanlagen stehen als in der Wesergemeinde, erklärt Karnebogen. Windkraftanlagen könnten nur dort gebaut werden, wo es ausgewiesene Flächen gibt.

Wenn aber der Wind nicht weht und die Sonne für die Fotovoltaik-Anlagen auf den vielen Dächern nicht scheint, so kommt der Strom für Weyhe aus den Kraftwerken zum Endkunden. Die nächsten seien das Kohlekraftwerk in Bremen und eines in Petershagen.

„Wir sind ein reines Verteiler-Unternehmen. Wir haben kein eigenes Kraftwerk“, sagt Sprecher Ralph Montag. „Wir können auch nicht genau sagen, wohin der Strom fließt, der irgendwo erzeugt wird.“

Techniker und Ingenieure der Volta-Werke bauten 1987 in Berlin die Trafos für Leeste. Das Innenleben besteht aus zahlreichen Spulen und Wicklungen. Die Qualität sei so gut, dass die Anlagen mehrere Jahrzehnte im Freien aushalten könnten und sogar das Unternehmen überdauern könnten. Letzteres sei bereits eingetreten, so der Avacon-Sprecher.

Ist Weyhe für die Energiewende gerüstet? Die Experten des Stromversorgers finden, dass die Wesergemeinde grundsätzlich noch viel Potenzial zum Beispiel für Fotovoltaik-Anlagen hat. Die Trafos am Standort könnten eine Leistung von etwa 63 Megawatt liefern. Weyhe nutzte nur etwa 50 Megawatt und habe die maximale Kapazität längst nicht erreicht.

Direkt an das Umspannwerk angeschlossen ist laut Milan Herthum der Windkraftpark im Okeler Bruch (beim Golfclub). „Der dort erzeugte Strom wird hier eingespeist.“

Können Hacker die Weyher Anlage manipulieren? Nein, sagt Ralph Montag. Die Anlage würde über kleine Computer gesteuert, die sich im Inneren der Gebäude befinden. Die könnte die Netzleitstelle in Salzgitter fernsteuern. Das geschehe aber nicht über Internet oder Mobilfunk, sondern über ein eigenes Glasfasernetz.

Von Sigi Schritt

Strom aus Sottrum kommt per Überlandleitung.
Schaut sich die Leistung an, die in einem Weyher Industriegebiet abgerufen wird: Milan Herthum, Standortleiter für Syke.

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