Spezielles Festtagsprogramm

LaLeLu: A-capella-Quartett rockt die Bühne der KGS Kirchweyhe

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LaLeLu ist zum siebten Mal in der Wesergemeinde zu Gast.

Kirchweyhe - Von Uwe Goldschmidt. Die Vorfreude auf das Gastspiel des Hamburger A-capella-Quartetts LaLeLu währte schon lange. Denn viele Fans hatten ihre Eintrittskarten schon im Spätsommer im Vorverkauf für das Programm bestellt. Was liegt da näher, als diese Freude mit der Vorfreude des nahen Weihnachtsfestes in Form eines speziellen Festtagsprogramms zu kombinieren.

Der Andrang in der restlos ausverkauften Aula der Kooperativen Gesamtschule Kirchweyhe (KGS) war am Samstagabend dementsprechend groß. Für das Quartett war es bereits der siebte Auftritt in der Gemeinde Weyhe. Etliche Besucher hatten die vierköpfige Gruppe aus Norddeutschland schon des Öfteren live erlebt.

Seit 20 Jahren tourt die Gruppe durch ganz Deutschland. „Weihnachten mit LaLeLu“ war diesmal der Titel des humorvoll-musikalischen Abends. Auf Instrumente kann die A-capella-Sensation aus Hamburg locker verzichten. Ihre Instrumente sind die perfekt ausgebildeten Stimmen, die einen genialen Mix aus Gesang, Komik, Show und Parodie boten, der bestens ankam und die Lachmuskeln unter Daueranspannung setzte.

„Für manche beginnt Weihnachten, wenn das erste Mal 'Last Christmas' im Radio ertönt, also im August!“ „Lars Christmas – wer ist eigentlich dieser Typ?“ George Michael erklärte mit einer klamaukigen Version seines herrlich penetranten Weihnachtsohrwurms „Last Christmas“ und stilechter Sonnenbrille seine tiefsten Ängste vor dem alljährlichen Weihnachtsfest.

Das Quartett beleuchtete in seiner gut zweistündigen fulminanten Weihnachtsshow die Untiefen und Absurditäten des Festes der Feste: Weihnachtlich ging es in der „Weihnachtsmetzgerei“ zu – frei nach Rudolf Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“. In einer kleinen Puppentheaterperformance mit Kasperle, Teufel, Gretchen und Polizist gab es Schinken statt Plätzchen und Messer statt Backblech und es ging ums Schlachten: „Schau, das Schweinchen quiekt vor Grausen, sieht das Beilchen niedersausen. Tja, ist das nicht süß? Und Tschüss!“

Sanna Nyman, die Finnin, sang ein Lied in ihrer Muttersprache, mit den Herren als Backgroundchor mit „upsistupsis“. Die Übersetzung folgtet prompt: Ein Weihnachtsabend, an dem Oma nur Rum trinkt und nackig durch den Garten gelaufen wird.

Auf die Schippe genommen wurde auch Weihnachten in der DDR. Sie nahmen mit dem fiktiven „Hans-Herbert Töpel“, einem Unterfunktionär der ehemaligen DDR diese mächtig auf die Schippe. Sie sangen „Weihnachten, das ist schrecklich“ auf „Rudi, the rednosed reindeer“ oder „Walking in the Wirtschaftswunderland. Und Erich Honecker enthüllt in einem Medley mit dem Titel „Weihnachtsmann, geh’ du voran“ dass das Ganze rund um Tannenbaum und Christbaumkugel auf seiner sozialistischen Idee beruht.

Ein Höhepunkt nach der Pause war die Parodieeinlage des Bassisten Tobias Hanf: von Reiner Calmund, über Gerhard Schröder als Gazpromi, Merkel, Stoiber, bis hin zu Boris Becker, Dieter Bohlen und Peter Maffay versetzte er die Zuhörer in absolutes Erstaunen, denn Stimmen und Gesten passten perfekt. Das gab den allerlängsten Applaus, ganz klar.

Überhaupt brachte Tobias Hanfs tiefe Bassstimme das Quartett ganz besonders zum Klingen, wobei ihm die Kollegen in ihren Stimmlagen an Qualität in nichts nachstehen.

Rasant wechselte die Quartett-Besetzung Sana Nymann (Mezzosopran), Jan Melzner (Tenor) Frank Valet (Bariton) und Tobias Hanf (Bass) ihre Bühnenkleidung. Die Akteure scheuten auch nicht davor zurück, für das Finale ihrer so ganz anderen Weihnachtsrevue Abendkleid und Anzug gegen geringelte Schweißbänder und Stulpen zu tauschen. Immer dabei, die heimelig leuchtende Plastiktanne im Hintergrund.

Mit einem echten Weihnachtslied wurde es zum Schluss stimmungsvoll. In das gedimmte Vierer-Standbild um den erleuchteten Baum donnerte der tosende Applaus.

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