Einstündiges Konzert des Melchiorshauser Blasorchesters im Rahmen des Weihnachtsmarktes begeistert rund 250 Zuhörer

Viele Gänsehautmomente in der Leester Marienkirche

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Stimmt auf die Weihnachtszeit ein: Benjamin Frank mit seinen TSV-Bläsern.

Leeste - Von Uwe Goldschmidt. Dass Blasmusik nicht nur Polka und Märsche bedeutet, hat das Blasorchester Melchiorshausen am Samstagabend in der Leester Kirche gezeigt. Im Rahmen des Weihnachtsmarktes präsentierten die rund 40 Mitwirkenden ein abwechslungsreiches Programm. Verantwortlich dafür zeichnete der musikalische Leiter Benjamin Frank, der „die Leester auch musikalisch auf die Weihnachtszeit einstimmen“ wollte, wie der Dirigent und gelernte Blechblasinstrumentenbauer sagte.

Reiner Bischoff führte in die Stücke ein und forderte zu Beginn das Publikum auf: „Sparen Sie nicht mit Applaus!“ Dieser Aufforderung hätte es aber nicht bedurft. Denn schon mit dem ersten Titel „Concerto d‘amore“ von Jacob de Hahn zogen die Melchiorshauser die über 250 Zuhörer in ihren Bann. Das Stück verbindet mit Barock-, Pop- und Jazzelementen drei verschiedene Epochen beziehungsweise Stilrichtungen. Die würdevolle Einleitung klang wie eine barocke Ouvertüre, überzeugte durch die energische Spielweise und erfüllte das Kirchenschiff mit Dynamik und ausgefeilten Klängen.

Aufmerksam lauschten die Zuhörer auch dem Titel „Londonderry Air“. Dieser ist quasi die heimliche Nationalhymne Nordirlands. Die Melodie wurde zunächst für das volkstümliche Lied „Danny Boy“ verwendet und wurde dadurch sehr bekannt. Das Arrangement von Tony Jabovski interpretierte das Orchester sehr klangvoll. Marcus Pfaar am Tenorsaxofon konnte sich in seinem Solo gefühl- und eindrucksvoll präsentieren. Zu Recht als Höhepunkt kündigte Bischoff den Titel „Hallelujah“ des kanadischen Sängers und Songwriters Leonard Cohen an. Für den musikalischen Dauerbrenner hatten sich die Blasmusiker gesangliche Verstärkung geholt. Wilka Heuermann, Katja Hartjen, Peer Hansemann und Harry Alves präsentierten sich erstmals als Vokalensemble. Vierstimmig aber auch solistisch interpretierten sie den ruhigen Hit aus den 1980er-Jahren auf eindrucksvolle Weise und ernteten dafür besonders starken Beifall.

Mit „Carol of the Bells“ setzte das Orchester auf ein kraftvoll und dynamisch gespieltes Weihnachtslied mit ukrainischen Wurzeln, das vornehmlich im amerikanischen Raum Verbreitung gefunden hat und thematisch die Legende zur Grundlage hat, dass zu Jesu Geburt alle Glocken auf Erden zu läuten begannen.

Für Gänsehautmomente bei den Zuhörern sorgte anschließend Wilka Heuermann mit „Gabriellas Sång“ aus dem schwedischen Film „Så som i himmelen“ („Wie im Himmel“). Es ist das Lied von Gabriella, einer Dorfbewohnerin, die in einem Chor Zuflucht sucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann. Bei einem Auftritt im Dorf, den auch ihr Mann besucht, singt sie sich mit diesem Lied über Freiheit, Selbstbestimmung, Kraft und Lebensglück von ihm frei. Heuermann brachte diesen Titel in schwedischer Sprache so authentisch, dass er die Zuhörer merkbar berührte. „Einfach nur himmlisch“, sagte dann auch eine Zuhörerin.

Anschließend ging es mit Weihnachtsliedern im Programm weiter, die die Sänger gemeinsam mit den Kirchenbesuchern sowie orchestraler Begleitung vortrugen.

Erst nach zwei energisch vom Publikum eingeforderten Zugaben fand das einstündige Konzert seinen Abschluss. „Das war super“, so der Tenor der Gäste.

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