Vor einem Jahr: Rentnerin fast verhungert

Brutaler Überfall noch immer ungesühnt

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Eine Schauspielerin mimt in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ die 85-jährige Wilma Wurthmann.

Süstedt/Uenzen - Von Anke Seidel. Es war ein grausames Verbrechen, und noch immer ist es ungesühnt: Fast verhungert und verdurstet wäre im April 2014 die damals 85-jährige Wilma Wurthmann. Unbekannte Einbrecher hatten sie nach einem Überfall in ihrem eigenen Schlafzimmer eingesperrt. Erst nach vier Tagen fand die Pflegekraft eines mobilen Betreuungsdienstes die völlig entkräftete Frau.

Trotz intensiver Ermittlungen der Polizei und einer bundesweiten Darstellung des Falls in der September-Ausgabe der Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ sind die Täter noch immer auf freiem Fuß. Wilma Wurthmann hat diese Folge nicht mehr miterlebt. Sie starb am 21. August – allerdings nicht an den Folgen der unmenschlichen Tat. In ihrem Haus in Süstedt-Uenzen war die Rentnerin in der Nacht zum 12. April, kurz nach Mitternacht, von mehreren Männern überfallen worden. Sie stahlen Schmuck und Bargeld. Bevor sie flüchteten, sperrten sie die 85-Jährige in ihr Schlafzimmer, schraubten sämtliche Tür- sowie Fenstergriffe ab und zerstörten die Telefonleitung. Den Tod der alten Dame nahmen sie billigend in Kauf. Deshalb ermittelt die Polizei wegen versuchten Mordes. Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft haben die Akten nach einem Jahr geschlossen: „Es wird weiter ermittelt“, so Thomas Gissing als Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz. Nach der bundesweiten Fernsehausstrahlung sei zwar eine Reihe von Hinweisen eingegangen. „Ein Teil davon war uns aber schon bekannt“, so der Pressesprecher. Alle neuen Informationen waren überprüft worden. Aber eine heiße Spur, die zu den Tätern geführt hätte, war nicht darunter.

Neue Indizien könnten sich allerdings ergeben, wenn die Polizei (Telefon 05441/9710) die Fakten neuer Straftaten mit der Spurenlage nach dem Überfall in Uenzen abgleicht – oder neue Hinweise eingehen, die zur Ergreifung der Täter führen. Dafür hat die Staatsanwaltschaft Verden 5000 Euro Belohnung ausgesetzt. Der Fall sei noch nicht abgeschlossen, so Staatsanwalt Lutz Gaebel. Das Geld ist also noch zu haben.

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