Dreyer Einrichtung soll erweitert werden

Eine neue Kita in Leeste reicht nicht aus

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Die Kita Dreye soll einen Anbau bekommen – wenn der Rat das Votum des Kitaausschusses bestätigt.

Weyhe - Die Erdarbeiten für den neuen Kindergarten „Südlich Reinsweg“, der zwischen der Leester Straße und der Kirchstraße entstehen soll, sind gerade mal gestartet. Für die Weyher Verwaltung ist aber jetzt schon klar, dass selbst mit dem Neubau der künftige Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen nicht gedeckt wird. Die Gesamtkapazität aller Betreuungsmöglichkeiten in den verschiedenen Ortsteilen sei nicht ausreichend. Das hat der zuständige Fachbereichsleiter Fabian von Weyhe am Dienstagabend im Ausschuss für Schule, Kindertagesstätten und Jugend erläutert.

Von Weyhe sagte, dass ein Büro für Stadtentwicklung und Mobilität vor wenigen Wochen der Gemeinde die Prognosen für das Kindertagesstättenjahr 2020/2021 vorgestellt habe. Laut diesem Datenmaterial würden mindestens eine Kindergruppe und eine Großtagespflegestelle sowie zwei bis drei Kindergartengruppen zusätzlich benötigt. „Mit dem Standort „Südlich Reinsweg“ würden diese Bedarfe abgedeckt werden“, so von Weyhe. Allerdings seien die Kapazitäten dann an diesem Standort „voll ausgeschöpft“. Unterm Strich halte die Gemeinde im besagten Zeitraum 491 Krippen-/Kindertagespflege und 979 Kindergartenplätze vor.

Die Rechnung geht aber nicht auf, wenn aufgrund der baulichen Nachverdichtung in die geplanten Baugebiete in Leeste wie zum Beispiel Westeracker Familien mit Kindern ziehen. Was also tun? Die Verwaltung hat den Ausschussmitgliedern drei Möglichkeiten präsentiert, wobei sie zwei in ihrer Abwägung verworfen hat. Den Vorschlag, eine Teilsanierung der ehemaligen Grundschule Melchiorshausen ins Auge zu fassen, will die Verwaltung nicht weiter verfolgen. Sie führte mehrere Gegenargumente an. Dort würde kein Neubau-Standard erreicht. Außerdem kämen „hohe Investitionskosten von 1,9 Millionen Euro“ auf die Gemeinde zu. Zudem gebe es eine Großtagespflege vor Ort. Die nächste Variante, eine weitere Kita zu bauen, könne aus zeitlichen Gründen nicht realisiert werden.

Und den spontan geäußerten Vorschlag der Ausschussvorsitzenden Janine Greulich (CDU), die noch nicht gebaute Kita „Südlich Reinsweg“ zu vergrößern, sei auch keine Lösung. Wie Fabian von Weyhe ausführte, sei diese Einrichtung mit sechs Gruppen nicht weiter vergrößerbar. Dass in Lahausen eine Einrichtung aber sieben Gruppen hat, sei von der Aufsicht nur „mit Bauchschmerzen“ genehmigt worden.

Schon jetzt steht fest, dass die noch nicht gebaute Kita „Südlich Reinsweg“ ausgelastet sein wird.

Von Weyhe schilderte die von der Verwaltung favorisierte und wirtschaftlichste Variante: Der Fachbereichsleiter sprach sich für einen Anbau aus, mit dem die Kindertagesstätte Dreye drei zusätzliche Gruppen bekommen soll. Die Baukosten würden sich auf rund 1,8 Millionen Euro belaufen. Die Verwaltung schätzt die Kosten für die Erstausstattung auf rund 75 000 Euro. Die Summe würde auf die Haushaltsjahre 2020 und 2021 verteilt. Weiterhin will die Gemeinde für dieses Projekt Fördergelder einwerben.

Nach Abschluss der Arbeiten würde die Dreyer Kita drei Krippen- und drei Kindergartengruppen umfassen. Fabian von Weyhe ergänzte, dass mit dem Anbau am Hauptgebäude die räumlichen Verhältnisse dort „optimiert“ würden. Der Standort biete zudem Kapazitäten für eine Erweiterung des Außengeländes und der Parkplatzflächen.

Einige Ausschussvertreter äußerten zwar Bedenken, am Ende empfahlen SPD, CDU und die Grünen gegen die Stimme der FDP mehrheitlich dem Rat, die Errichtung eines Anbaus für eine weitere Kindergartengruppe mit 25 Plätzen sowie mit zwei weiteren Krippengruppen mit je 15 Plätzen zum Kita-Jahr 2021/2022.

Diese Variante schmeckte Annika Bruck (Grüne) nicht so sehr: Die großen Zuzüge seien nicht in Dreye erwartbar, sagte die Grünen-Vertreterin. Sie wies darauf hin, dass mit dieser Kita der Autoverkehr nicht verringert würde. Sie merkte an, dass die Politik doch Autofahrten vermeiden wolle. Bruck brachte eine Variante in die Diskussion ein, wonach die Verwaltung andere freie Grundstücke ins Auge fassen möge – wie etwa ein Grundstück am Leister Platz in Leeste. Aber von Weyhe gab wiederum zu bedenken, dass die Zeit gegen andere Neubauvarianten spreche. Ähnlich äußerte sich Antje Sengstake (FDP). „Die Bedarfe sind in Leeste und Erichshof.“ Die Liberalen möchten lieber eine weitere Kita-Einrichtung in Leeste eröffnen. Und dabei könne die Verwaltung andere Wege gehen. Sie plädierte dafür, dass zum Beispiel ein Investor eine Kita baut und sie dann an die Gemeinde vermietet. Die Stadt Syke mache dies vor, so Sengstake. Helgard Struckmeier (CDU) merkte an, dass die Autofahrer aus Weyhe derzeit umständlich durch Dreye tingeln müssten, um ihre Kinder abzugeben. Am Ende der Diskussion betonte Siard Schulz (SPD) den zeitlichen Engpass. Deshalb würden die Sozialdemokraten die Abwägung der Verwaltung mit tragen. Perspektivisch seien andere Lösungen denkbar.

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