Bassumer Künstler Alfred Meyer übergibt seine Arbeit an Leester Podologin

Eine Fußskulptur in knalligen Farben soll gute Laune machen

Der Bassumer Künstler präsentiert seine Skulptur der Podologin Birgit Bress. - Foto: Voss

Leeste - Von Dagmar Voss. Eigentlich sind schräge Vögel, mächtige Fabelwesen, skurrile Fantasiegebilde oder rosa Glücksschweinchen seine Spezialität – aber manchmal macht Alfred Meyer eine Ausnahme. Der Bassumer Künstler, der im Wohnheim der Lebenshilfe für Behinderte lebt, bekam vor ein paar Wochen einen Sonderauftrag von einer Leester Podologin. Birgit Bress hatte bei einer Ausstellung von Meyers Werken in Syke an der Kafu-Kreuzung beschlossen, dass sie für ihre Praxis eine Fuß-Skulptur benötigt.

Bei der Ausstellung hatte sie einen Pinguin von gut einem Meter Größe erworben und war so begeistert von Meyers Ideen, dass sie ein weiteres Objekt in Auftrag gab: besagten Fuß.

„Dabei ging es mir hauptsächlich darum, eine Fuß-Skulptur in seinem Stil zu bekommen“, sagt die medizinische Fachfrau für Füße. Dabei war es ihr egal, ob und wie sich Alfred Meyer mit dem Thema auseinandersetzen würde. Alfred Meyer lieferte sein Werk gemeinsam mit seinem Betreuer Daniel Zimdarß an – und wiederum ist Bress begeistert: „Ganz gleich, ob da alles medizinisch korrekt ist, die Zehenzahl stimmt oder nicht, Hauptsache ist mir, dass der Künstler mir so eine Arbeit erschafft – das macht einfach gute Laune.“

Tatsächlich sind fünf Zehen am Fuß, auch an Fußknöchel hat Meyer gedacht; nur die Farbe ist Meyer-typisch knallig: leuchtend Orange mit gelben Zehen.

Da er schon mal einen Fußauftrag von einer Bassumer Apotheke hatte, musste er sich nicht ganz neu mit dem Thema befassen. Nur die Farbe hat er dieses Mal anders gestaltet.

Der Naturliebhaber bildet seit Jahren Flora und Fauna, fantasievoll gestaltete Kreaturen und auch schon mal Menschen aus Pappmaché nach. Seiner Leidenschaft geht der 74-jährige in der Werkstatt im Bassumer Wohnheim der Lebenshilfe Syke nach. Er fertigt seine Objekte zunächst in seinem Zimmer, in dem er das Grundgerüst aus Stöcken, Zeitungspapier und Draht herstellt. Danach geht es in erneut in den Werkraum des Wohnheims. Dort wird mehr gematscht, denn da kommen Klopapier und Kleister ins Spiel. Zum Schluss wird das Ergebnis dann mit Farbe und mehrmals mit Lack versehen.

Etliche dieser Fantasiegebilde warten im Keller auf eine neue Heimat, aber man kann diese Schöpfungen auch in der Dauerausstellung in der Syker Stadtbibliothek bewundern.

Der orange-gelbe Fuß jedenfalls ziert nun die Räume bei Birgit Bress und sorgt für eine bestens gelaunte Podologin und wahrscheinlich viele ebensolche Patienten.

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