Statistik für 2019 veröffentlicht

Kriminalität in Weyhe und Stuhr: Aufklärungsquote liegt weiterhin über 60 Prozent

Mit Blaulicht zum Einsatzort: Ein Streifenwagen saust die Melchiorshauser Straße entlang.
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Mit Blaulicht zum Einsatzort: Ein Streifenwagen saust die Melchiorshauser Straße entlang.

Weyhe – Wer in Stuhr und Weyhe eine Straftat begeht, sollte wissen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, erwischt zu werden. Seit einem Jahrzehnt klärt das Leester Polizeikommissariat mit seiner Außenstelle in Stuhr rechnerisch mindestens jede zweite Tat auf. Die Leiterin Franziska Mehlan und ihr Team haben es sogar geschafft, die Aufklärungsquote auf über 60 Prozent zu steigern. Das ist ihr für das Jahr 2019 zum zweiten Mal gelungen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das polizeilich registrierte Kriminalitätsgeschehen leicht erhöht – die Anzahl der Diebstähle aus Wohnungen ist aber gesunken. „Der Tiefstand der Fallzahlen aus dem Jahr 2018 konnte nicht gehalten werden, dennoch liegt die die Anzahl der Gesamtstraftaten deutlich unter den Werten der vergangenen Jahre bis 2016“, so Mehlan.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Gesamtanzahl um 7,21 Prozent auf 3168 erhöht. Für das Gebiet der Gemeinde Weyhe bedeutet das eine Zunahme um 173 Fälle auf 1379 Taten, und für Stuhr bedeutet dies eine Zunahme um 40 auf 1789 Taten. Dieses Ergebnis bewertet Franziska Mehlan positiv: „Mit der hohen Aufklärungsquote bin ich sehr zufrieden. Sie zeigt, wie engagiert, motiviert und kompetent die Mitarbeiter des Polizeikommissaritats Weyhe arbeiten. Das macht mich stolz.“

Zeigt die Anzahl der Fälle und die geklärten Straftaten: Die Kriminalstatistik 2019 für Stuhr und Weyhe. Die gelbe Kurve zeigt die Entwicklung der Aufklärungsquote, die erstmals 2018 auf mehr als 60 Prozent kletterte.

Ein Großteil der Straftaten – insgesamt 1205 – entfallen auf die verschiedenen Arten von Diebstählen. Dabei konnte die Aufklärung um einen halben Prozentpunkt auf 37,43 Prozent gesteigert werden. Bei den einfachen Diebstählen, also bei denen die Eigentümer ihre Sachen nicht besonders gesichert haben, wurde von den rund 600 Fällen sogar jeder zweite aufgeklärt.

Die Polizei zählte 608 schwere Diebstahlsfälle. Sie liegen laut Gesetz unter anderem vor, wenn der Täter zur Ausführung der Tat in ein Gebäude, Geschäftsraum oder in einen anderen umschlossenen Raum einbricht oder einsteigt oder einen Gegenstand wegnimmt, der durch ein verschlossenes Behältnis oder eine andere Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist. In dieser Fallgruppe betrug die Aufklärung immerhin noch ein Viertel.

Serie von über 22 Diebstählen in Stuhr und Weyhe aufgeklärt

Laut Mehlan hat die Arbeit des Kriminal- und Ermittlungsdienstes dazu geführt, dass eine Serie von über 22 Diebstählen in Stuhr und Weyhe aufgeklärt worden ist. Ein 23-Jähriger, der in Weyhe wohnte, hatte zwischen März und Juli Fahrräder, Bargeld, Handys und Handtaschen erbeutet.

Die Beamten haben ebenfalls einem 25-jährigen Zusteller von Postpaketen das Handwerk gelegt. Die Beamten konnten die Unterschlagung von Sendungen in 14 Fällen nachweisen. „Dieser Herr hat seine Berechtigung, Post zuzustellen damit verwirkt“, betont Franziska Mehlan.

Zahl der Diebstähle aus Wohnungen von 149 auf 119 verringert

Die Zahl der Diebstähle aus Wohnungen in Stuhr und Weyhe hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 149 auf 119 verringert – die Aufklärungsquote ist dabei von 27,5 Prozent auf 31,93 Prozent gestiegen. In 96 Fällen sind die Täter durch eine Sachbeschädigung eingedrungen. Weshalb sich die Anzahl verringert hat? Ihre Beamten hätten gleich mehrere Täter ermitteln können, wobei „viele erstmals polizeilich in Erscheinung getreten“ seien. Darüber hinaus konnte das Weyher Polizeikommissariat einen 23-jährigen Mann aus Bremen auf frischer Tag festnehmen, der bereits durch mehrere Wohnungseinbrüche in Erscheinung getreten worden sei.

Diesem Mann habe die Polizei eine ganze Serie von 21 Einbrüchen mit Schwerpunkten in Varrel und Moordeich nachgewiesen. Im Herbst ging ein weiterer Fisch ins Netz der Ordnungshüter: Die Beamten nahmen einen 58-jährigen Weyher ebenfalls auf frischer Tat bei einem Einbruch fest. „Dem Beschuldigten konnten im Rahmen der Ermittlungen insgesamt zehn Straftaten zugeordnet werden“, so Mehlan. Es habe sich um „diverse Einbrüche in Weyher Wohnhäuser gehandelt sowie um einen Einbruchsversuch in die katholische Kirche in Kirchweyhe. Ein Trinkgelage bedeutete für ihn ein juristisches Nachspiel, denn er raubte seinen „Trink-Kumpanen“ – wie es die Polizei schildert – „mehrere Hundert Euro“.

Einbrecher in Wohnhäusern und Firmengebäuden aktiv

Die Täter entwendeten nicht nur Gegenstände aus Wohnhäusern, sondern auch aus Firmengebäuden. Die Polizei registrierte dabei 90 Fälle (2018: 74). Die Anzahl der Firmeneinbrüche erhöhte sich von 54 auf insgesamt 68. Dazu erklärt Franziska Mehlan, dass die Beamten Täter einer Serie von schweren Diebstählen aus Baucontainern, Transporter und Firmen (Januar bis Mai) dingfest machen konnten. Bei einem Versuch, die Tür eines Baucontainers aufzuhebeln, seien die Täter von einem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes überrascht worden. Weiterhin waren zwei Männer im Alter von 33 bis 39 Jahren offenbar für 24 Tagen verantwortlich, die sie in Stuhr und Weyhe verübt hatten.

Ermittlungserfolge verzeichnen die Beamten auch bei Diebstählen aus Autos. Von den insgesamt 175 Fällen waren davon 94 einfache, also Gelegenheitsdiebstähle, in denen die Tür zum Beispiel nicht verschlossen war. In 81 Fälle registrierten die Ordnungshüter erschwerte Umstände.

Autodieb bestreitet seinen Lebensunterhalt illegal

Wie die Polizei herausgefunden hat, hatte ein 20-Jähriger aus der Region deshalb mehrere einfache Diebstähle aus Autos begangen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Ermittler hätte ihm auf seinem Streifzug zwischen Februar und Juli 15 Taten in Weyhe zugeordnet. Ziele waren jedes Mal laut Mehlan stets unverschlossene Fahrzeuge, in denen die Geschädigten Wertgegenstände gelagert hatten.

Franziska Mehlan appelliert in diesem Zusammenhang, Fahrzeuge nie unverschlossen abzustellen. Und dazu sollen keine Wertgegenstände offen im Inneren liegen bleiben. „Gelegenheit macht Diebe“, das sei ein Spruch, der nach wie vor Gültigkeit habe.

Eine beliebte Beute in der Wesergemeinde und Stuhr sind weiterhin Fahrräder: 231 Drahtesel wurden 2019 geklaut (2018: 216). Einkaufen, ohne zu bezahlen ist nach wie vor aktuell: 2019 waren es 258 Fälle (2018: 254).

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