Gästeführung besucht Hof Kleemeyer

Einblicke in ein modernes Pferdeleben

Die Besucher informieren sich in Sudweyhe über moderne Pferdehaltung. - Foto: Husmann

SUDWEYHE - Von Heiner Büntemeyer. Einen Einblick in ein Pferdeleben von heute haben die Betreiber des Hofs Kleemeyer am Freitagnachmittag gegeben. Gästeführerin Annelie Schocke und die Hofbesitzer Harm und Dirk Kleemeyer begrüßten insgesamt 34 Teilnehmer.

Zunächst informierte Annelie Schocke über die Geschichte des Betriebs, der erst in den 1970er-Jahren von Arsten nach Sudweyhe ausgesiedelt war und zunächst als ganz normaler Mischbetrieb mit Ackerbau, 32 Milchkühen und drei Pferden in Sudweyhe begonnen hatte. Schon bald wurden die Kühe abgeschafft und stattdessen 80 Bullen aufgestallt. Später folgte eine Phase der Schweinehaltung bis 1983 die ersten 25 Pferdeboxen eingerichtet wurden. Inzwischen leben 130 Pferde auf dem Hof.

Die 115 Hektar große Wirtschaftsfläche wird vorwiegend als Ackerland und zu etwa 30 Prozent als Grünland bewirtschaftet. Auf den Ackerflächen werden in herkömmlicher Fruchtfolge Roggen, Raps, Mais und Hafer angebaut. Das Grünland in Hofnähe beweiden die Pferde, von den übrigen Flächen gewinnen die Betreiber Heulage. Sie ernten jährlich bis zu 900 Ballen Heulage und rund 1 100 Ballen Roggenstroh. Der anfallende Pferdemist wird auf dem Acker ausgebracht, seit einige Zeit beliefern die Kleemeyers auch eine Pilzfarm damit.

Die Gäste waren jedoch vor allem wegen der Pferde gekommen. Harm Kleemeyer unternahm daher mit ihnen einen „Durchlauf durch ein Pferdeleben auf dem Hof“. Diese Pferdeleben sind akribisch durchgeplant. Es beginnt bereits vor der Zeugung, denn für die Stute wird unter den Deckhengsten derjenige ausgewählt, der über die besten Erbanlagen verfügt.

„Die Zeiten, an denen auf der Hengststation in Sudweyhe vom Landgestüt Celle Deckhengste stationiert waren und die Zeugung durch einen Natursprung erfolgte, sind vorbei,“ berichtete Kleemeyer. Aus hygienischen, zeitlichen, vor allem aber aus wirtschaftlichen Gründen wird inzwischen das Sperma eingekauft, um die Stuten damit künstlich zu besamen.

Nach elf Monaten Tragzeit kommen die Fohlen zur Welt. In Sudweyhe waren es in diesem Jahr 16, die ausnahmslos zwischen März und Juni geboren werden.

Die Stuten werden zunächst abgemolken, so dass die Fohlen die erste „Biestmilch“ aus der Flasche erhalten, danach säugen die Stuten ihre Sprösslinge.

Der Nachwuchs geht laut Kleemeyer möglichst früh auf die Weide, damit er Bewegung bekommt. Im Oktober werden Stute und Fohlen voneinander getrennt, und die Fohlen kommen nach Geschlechtern getrennt in festen Jahrgangsgruppen in den „Kindergarten“, wie Kleemeyer den Laufstall bezeichnet. Dort leben sie ihren Spieltrieb aus und regeln untereinander die Rangordnung.

Im dritten Lebensjahr beginnt für die Fohlen die Arbeit. Sie werden longiert, angeritten und auf Wertungsschauen Richtern vorgestellt, von deren Urteil die Karriere und der Kaufpreis der jungen Tiere abhängen.

Bei der Vermarktung müssen sich Pferdezüchter inzwischen auf einen verändertes Umfeld einstellen, wie Kleemeyer berichtete. Die meisten Kunden haben keinen landwirtschaftlichen Hintergrund mehr, wenn sie ein Pferd kaufen. Sie suchen „fertige“ Tiere, die artig und leicht zu reiten sind. Viele dieser Stuten und Wallache bleiben als Pensionspferde auf dem Hof in Sudweyhe.

Nach einem Blick der Besucher in die Futteraufbereitungsanlage, lud Familie Kleemeyer sie in das Reiterstübchen zu Kaffee und Kuchen ein.

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