Rolf Warneke hat seit sieben Jahren einen Nistplatz auf seinem Gelände in Kirchweyhe

Ein Storchennest zieht um

Der Umzug beginnt: Mit Kran und Arbeitsbühne setzt Rolf Warneke das Storchennest um.
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Der Umzug beginnt: Mit Kran und Arbeitsbühne setzt Rolf Warneke das Storchennest um.

Kirchweyhe – Wenn Rolf Warneke aus seinem Küchenfenster schaut, sieht er etwas, was andere nicht alle Tage sehen: ein Storchennest. Alles begann vor sieben Jahren. Da kamen die Weißstörche das erste Mal und fingen an, ihr Nest auf einem Baum auf Warnekes Gelände an der Straße Zum Wittrocksee in Kirchweyhe zu bauen. Zu Beginn hatten sie aber noch ein paar Startschwierigkeiten: Das Nistmaterial fiel den Vögeln immer wieder in die Zwille der Pappel. „Daher haben wir die Störche etwas unterstützt“, erinnert sich Warneke an die Bau-Anfänge.

Seitdem befand sich ein- und dasselbe Storchennest immer auf demselben Baum. Seit Kurzem nicht mehr, denn es musste umziehen. Im Laufe der Zeit habe sich der Zustand des Baumes verschlechtert. „Das ist eine alte Pappel. Die ist abgestorben“, berichtet Warneke. „Die Zwille oben drohte auseinanderzubrechen und das Nest drohte runterzufallen. Ich wollte das partout vermeiden.“

Aus diesem Grund hat er das Nest am 6. November auf einen etwa elf Meter hohen Mast gesetzt, der nur ein paar Meter entfernt zum Baum steht. „Das Nest sollte in der Nähe bleiben.“ Den Mast hat Warneke vom Bauhof Syke bekommen, wo er seit anderthalb Jahren arbeitet.

Der ganze Vorgang habe nur eine halbe Stunde gedauert. „Aber das Organisieren und das Drumherum hat lange gedauert“, so Warneke. „Die Platte für den Mast musste ja auch noch geschweißt werden.“ Die Idee hat er seit vergangenem Jahr im Kopf. Er betont, dass ihn die Firmen Huntemann, Bollmann sowie Burkhard Kastens bei dem Projekt unterstützt hätten. Sie haben Arbeitsbühne und Kran zur Verfügung gestellt und den Lichtmast von Syke nach Kirchweyhe transportiert. An dem besagten Tag hat ein Kranfahrer zusammen mit Warneke, der auf der Arbeitsbühne stand, das Storchennest von der Pappel auf den Mast umgesetzt. „Eins zu eins: Baulich wurde nichts verändert, nur der Standort.“ Auf dem Mast soll das Nest jetzt auch bleiben.

Etwa 500 Euro habe die Aktion gekostet. Der Nabu Weyhe sowie seine Schwester Anke Schirrmacher haben sich finanziell an der Aktion beteiligt. „Man verbindet mit den Störchen irgendwie was“, sagt Warneke und lacht. „Das hat was Romantisches.“ Das Nest sollte daher erhalten bleiben.

Im September sei das Storchenpaar ausgeflogen, um sich auf den Weg nach Afrika zu machen. Im Frühjahr sehe Warneke es vielleicht schon wieder – oder ein anderes Paar, denn es kommen nicht immer dieselben zurück. „In diesem Jahr waren es aber dieselben wie im letzten Jahr“, so Warneke. Das könne er an den Ringnummern erkennen. „In den letzten zwei Jahren fingen sie an, Nachwuchs zu bekommen.“ Die Elterntiere hätten ihre Jungen jedoch aus dem Nest geworfen. Namen hat er den Störchen allerdings noch nie gegeben. „Bei den Jungen hätte man drüber nachdenken können“, sagt Warneke und lacht.

„Das ist schon schön. Wir sind stolz, hier ein Storchennest zu haben“, freut sich Warneke. Er erzählt, dass es in Kirchweyhe das einzige sei. Wie groß ist es eigentlich? „Es hat etwa einen Durchmesser von 1,20 Meter.“ Das Nest sei ein echter Publikumsmagnet. „Das zieht an. Die Leute kommen her.“ Seine Frau Barbara. ergänzt: „Gerade in Corona-Zeiten kommen viele vorbei und fragen: Wo ist denn der Storch?“

Rolf Warneke sagt: „Das Phänomenale ist, dass es hier in unmittelbarer Nähe der Straße ist. Es sind Kinder hier, und es ist Publikumsverkehr.“ Sobald die Störche wieder in ihr „Haus“ eingezogen sind, baut er sich ein Stativ vor das Küchenfenster auf und schaut aus dem Fenster. „Das ist toll. Ich mache das, wenn ich von der Arbeit komme.“ Der erste Tag, an dem die Störche wiederkommen, sei immer ein Ereignis. „Wir sind alle gespannt, ob die das Nest annehmen.“

Von Lara Terrasi

Von der Arbeitsbühne aus hievt Rolf Warneke das Storchennest auf den Mast.
Und so fing alles an: Vor sieben Jahren haben sich die Weißstörche das erste Mal auf Rolf Warnekes Grundstück in Kirchweyhe niedergelassen. Das Bild zeigt die Vögel im Jahr 2019.

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