Ortskernsanierung: Gemeinde legt Rahmenplan vor / BTE hält nichts von einer Gleisquerung

Ein neues Radwegenetz für Leeste

Verbindet die Hauptstraße mit der Leester Straße: das Fuß- und Radwegenetz. Es soll zwischen der Leester Straße und der Schulstraße fortgeführt werden.
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Verbindet die Hauptstraße mit der Leester Straße: Das Fuß- und Radwegenetz. Es soll zwischen der Leester Straße und der Schulstraße fortgeführt werden.

Beim Thema Ortskernsanierung Leeste legt die Gemeinde einen Rahmenplan mit vielen Ideen vor. Unter anderem soll das Fußgänger- und Radwegenetz ausgebaut werden. Ein Weg soll von der Ladestraße zum Irrgarten führen – quer über alle Gleise. Das Eisenbahnunternehmen BTE sieht das skeptisch.

Weyhe – Neue Häuser kommen hinzu, neue Geschäfte entstehen: Seit mehreren Jahren ist der Leester Ortskern in Bewegung. Seit 2016 ist ein Gebiet von rund 40 Hektar Fläche ein Sanierungsgebiet. Es umfasst dabei unter anderem den Henry-Wetjen-Platz, die Flächen der KGS Leeste sowie die Areale am Leister Platz und am Bahnhof an der Ladestraße.

Das Büro Cappel + Kranzhoff hat im Auftrag der Gemeinde einen Rahmenplan für das Sanierungsgebiet Ortskern Leeste und ein sogenanntes integriertes städtebauliches Konzept erstellt. Unter anderem geht es um die Weiterentwicklung eines Fuß- und Radwegekonzeptes. Die Verwaltung will den neuen Rahmenplan der Politik am Dienstag, 18. Mai, im Bauausschuss im Rahmen einer virtuellen Sitzung vorlegen.

Der Rahmenplan bündelt eine Vielzahl von Ideen und Möglichkeiten, die laut Sitzungsunterlagen allerdings noch konkretisiert werden müssen. Einzelne Projekte seien Eventualpositionen. Bevor tatsächlich etwas geschieht, und Leeste gewissermaßen weiter auf links gedreht wird, seien weitere Beschlüsse über „konkrete Einzelprojekte“ notwendig.

Außerdem müssten im Haushalt Mittel bereitgestellt und Fördermittel eingeworben werden. Das Konzept, welches das Planungsbüro auf rund 90 Seiten beschreibt, spannt den Rahmen für die Bauleitplanung. Es beinhaltet auch Vorschläge und Gegenvorschläge von Behörden und Unternehmen, die mit den Bauprojekten etwas zu tun haben könnten.

Unter anderem möchte die Gemeinde ein Fahrradwege-Netz aufbauen, das parallel zwischen der Leester Straße und der Schulstraße verläuft und eine Reihe von Verbindungen zu anderen Arealen schafft. Insgesamt hat sie Kosten von mehr als 320 000 Euro ermittelt. Das würde auch eine neue Fußwegeverbindung quer über die Gleise beinhalten.

Die Kosten dafür lägen bei rund 41000 Euro. Das haben die Stadtplaner ermittelt. Allerdings bekommt die Verwaltung beim Fußweg über Eisenbahn-Schienen Gegenwind: Die Bremen-Thedinghäuser Eisenbahn (BTE) gibt bei dieser Idee zu bedenken, dass nach wie vor die Linie 8 geplant sei. Das sei rechtlich keine Straßenbahn-, sondern eine Eisenbahn-Linie mit Fahrzeugen der BSAG.

Wie die BTE weiter mitteilt, glaubt sie, dass noch in diesem Jahr damit begonnen werde, die Infrastruktur der BTE zu verbessern. Die Gleisanlagen zählen zum notwendigen Betriebsgelände der BTE. Diese Flächen würden auch künftig für die Abwicklung des Personen- und Güterverkehrs benötigt. Wenn in den Plänen des Büros eine niveaugleiche Wegeverbindung zwischen Ladestraße und Irrgarten also quer über die Gleise der BTE aufgeführt sei, wäre das laut der Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft nicht zu realisieren. Wenn eine Wegeverbindung gewünscht werde, könne diese nur niveaufrei – etwa als Unterführung oder Brücke – erfolgen, lautet der Gegenvorschlag der BTE.

Diesem Hinweis will allerdings die Verwaltung nicht folgen. Laut Papier handelt es sich um eine „sehr wichtige Fußgängerverbindung, deren Relevanz durch verschiedene informelle Planungen“ ermittelt worden sei.

Auch für die „überregionale Radwegeverbindung sowie die Anbindung des Bahnsteigs der Linie 8“ sei die Verbindung bedeutend, weshalb diese Maßnahme beibehalten werde. „Die konkrete Bezifferung der Kosten für eine niveauvolle Querung bleibt späteren Planungen vorbehalten.“

Umziehen soll der Busplatz – von seinem jetzigen Ort in der Nähe des Leister Apparthotels an den Bahnhof. An die jetzige Stelle soll eine Grünfläche samt Sitzmöglichkeiten entstehen. Das begrüßt der Zweckverband Bremen/Niedersachsen ausdrücklich. Er wünscht sich am neuen Ort eine Wendeschleife für Busse.

Außerdem sollten mehrere Abfahrtspositionen für Busse entstehen, schlägt er vor. Zudem regt der Verband an, dass die Busfahrer Einfluss auf eine mögliche Ampelschaltung nehmen dürfen, um schneller den Weg Richtung Brinkum oder Melchiorshausen einschlagen zu können.

Von Sigi Schritt

Geplant: Rechts vom Leester Bahnhofsgebäude soll ein Gang übers Gleis, also von der Ladestraße zum Irrgarten, möglich werden.

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