Ein Blitzer für die Rieder Straße?

Die PARTEI will Raserstrecke von Riede nach Bremen entschärfen

Haben Wahlplakate selbst gestaltet: Sarah Ellen Herfort und Torsten Kobelt.
+
Haben Wahlplakate selbst gestaltet: Sarah Ellen Herfort und Torsten Kobelt.

Weyhe – „Politik darf Spaß machen“, sagt Torsten Kobelt aus dem Weyher Ortsteil Ahausen. Er sitzt für die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Kurz: Die PARTEI) seit 2016 im Gemeinderat. Er war zudem Bürgermeister-Kandidat und bewirbt sich jetzt erneut für den Weyher Rat.

Der Spaß fange bereits im Wahlkampf an, findet der 56-Jährige. „Volle Kanne kompetent“ lautete zum Beispiel sein Slogan auf dem Plakat zur letzten Ratswahl. Ein Foto zeigt ihn in einem grauen Anzug, wie er mit einem Gummistiefel auf einer Milchkanne stand. Ein weiterer Wahlkampf-Spruch lautete: „Wir versprechen immer 2x mehr.“ Die PARTEI holte 2016 exakt 1 168 Stimmen. Wähler hatten beim Namen Kobelt insgesamt 348 Kreuze (Liste: 820) gesetzt – bei insgesamt drei zu vergebenen Stimmen. Dabei war Kobelt erst 2015 aus Bremen-Nord nach Weyhe gezogen und war in dieser Wesergemeinde ein unbekanntes Gesicht.

Kobelt trat damals nur in einem von zwei Wahlbezirken an. Andere Listenbewerber gab es nicht. Das hat sich zur kommenden Wahl geändert. Neben Torsten Kobelt gibt es auf den weiteren Plätzen die Bewerberinnen Sarah Ellen Herfort und Mariska Rotter-Welp. Sarah Ellen Herfort ist die Partnerin von Kobelt und Rotter-Welp die Ehefrau des Linken-Kandidaten Daniel Welp.

Mit Sprüchen wollen die Mitglieder der PARTEI erneut auf sich aufmerksam machen. „Wer das liest, ist dorf“, lautet ein aktueller Wahlkampfspruch. Man müsse über sich selbst lachen können, sagt Kobelt augenzwinkernd. Der Spitzenkandidat hat diesmal ebenfalls ein eigenes Plakat gestaltet: Auf dem Foto ist eine Hälfte von Kobelts Gesicht zu sehen. Außerdem reckt er seine Faust in die Höhe. Dazu steht der Slogan „Viva La Resolution“.

Andere Parteien hätten hunderte Plakate – die Partei werde mit erheblich weniger auskommen. Das Budget gebe nicht mehr her. Der Wahlkampf werde einen dreistelligen Betrag kosten. „Wir werden die Plakate dann aufhängen, wenn die Leute die Gesichter der anderen nicht mehr sehen können.“ Vor Wochen hingen die ersten Plakate, sagt er. „Wie oft soll man an einem Plakat vorbeifahren, um jemanden zu wählen? 20-mal oder 200-mal?“, so Kobelt. „Wir plakatieren zwei Wochen vor der Kommunalwahl und höchstpersönlich“, so Kobelt. Die PARTEI habe keine Helferkolonne wie andere.

Der 56-Jährige malt sich gute Chancen aus, dass er und die beiden weiteren Kandidatinnen ein Ratsmandat bekommen. Ihre Partei habe Fans in allen Weyher Ortsteilen. Im Gegensatz zu 2016 gebe es jetzt nicht mehr zwei Wahlbezirke, sondern nur einen. Jetzt könnten alle Weyher alle Kandidaten wählen. Das sei 2016 anders gewesen, weil die Partei im Wahlbezirk von Leeste keine Kandidaten gestellt habe.

Die PARTEI möchte bei der Gestaltung von Ortssatzungen mitmischen. „Ich hatte bislang nur ein Grundmandat“, sagt Kobelt. Was das bedeutet hat? „Ich war nur in einem Ausschuss Mitglied, hatte Rederecht, aber durfte nicht mitstimmen.“ In den Ausschüssen würden die Entscheidungen für den Rat vorbereitet, die dann dort nur noch bestätigt würden, erklärt er. Nur im Rat hatte Kobelt Abstimmungsrecht – der tagt viermal im Jahr. Mit mehreren Mandatsträgern könne man in den Ausschüssen mehr bewirken.

Ideen und Vorschläge habe die PARTEI eine ganze Menge. So plädiert Torsten Kobelt dafür, einige Kreuzungen in Weyhe mit einem Kreisel zu versehen. Das sorge für eine Entschärfung des Verkehrs. Er könnte sich einen an der Wieltsee-Kreuzung ebenso vorstellen wie an der Kreuzung Kirchweyher Straße/Südumgehung und aktuell an der Leester Straße/Ladestraße. An der künftigen Famila-Kreuzung wäre ein Kreisel eine schöne Sache gewesen. Das hätte man zumindest mal überlegen können.

Beim Thema Verkehr sollte die Gemeinde ihr Augenmerk auf Ahausen und auf die Strecke von Riede nach Dreye lenken. „Wir wohnen an einer Raserstrecke.“ Die Landesstraße könnte in Ahausen einen Blitzer und ein Ortsschild vertragen. „Auf der Rieder Straße gibt es für Ahausen kein Ortsschild“, bemängelt er. Dieses Schild ist erst sichtbar, wenn man in die Siedelung hineinfährt. „Eigentlich gibt es Ahausen verkehrstechnisch nicht. Das ist schade, da Ahausen ein schöner Ort ist“, ergänzt Sarah Ellen Herfort.

Ein weiteres Thema für die PARTEI: Gewerbegebiete. „Die sind in Weyhe dicht.“ Kobelt findet, dass sich Kleingewerbe ansiedeln sollte. Der Ahauser würde es begrüßen, sofern Kunstgewerbe, Ateliers und Cafés entstünden. „Auch kleine Betriebe bringen Gewerbesteuer“, ergänzt seine 40-jährige Partnerin.

Die PARTEI kündigt an, erneut im Rat konstruktiv mitarbeiten zu wollen, sich aber die lustigen Sprüche nicht zu verkneifen. Das sei ein Grund, weshalb sich Kobelt in der ablaufenden Ratsperiode nicht einer Fraktion angeschlossen hat, obwohl die Möglichkeit bestanden hätte. „Ich bin frei in meiner Entscheidung“, sagt er.

Möglicherweise hätte Kobelt Entscheidungen mittragen müssen, die er nicht hätte mittragen wollen. Diese Freiheit habe er nicht opfern wollen. Mittlerweile habe sich ihr Partner im Rat „einen gewissen Respekt erarbeitet“, sagt Sarah Ellen Herfort. Die Bewerbung Kobelts um den Posten des Weyher Bürgermeisters als Nachfolger von Andreas Bovenschulte sei 2019 kein Fehler gewesen. Das habe ihn bekannt gemacht. Und wie war sein Abschneiden? Mit dem Ergebnis, knapp vier Prozent, „bin ich nicht unzufrieden. Das war ein Achtungserfolg“, sagt Kobelt. „Ich habe nicht ernsthaft erwartet, Frank Seidel zu schlagen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

Meistgelesene Artikel

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag
E-Center in Sulingen: „Einkauf noch schöner gestalten“

E-Center in Sulingen: „Einkauf noch schöner gestalten“

E-Center in Sulingen: „Einkauf noch schöner gestalten“
Fahrbahnerneuerung der B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“

Fahrbahnerneuerung der B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“

Fahrbahnerneuerung der B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“
„Rossmann“-Gründer und Autor zu Leerständen und Klimastreiks

„Rossmann“-Gründer und Autor zu Leerständen und Klimastreiks

„Rossmann“-Gründer und Autor zu Leerständen und Klimastreiks

Kommentare