Teams eröffnen Einrichtungen in Leeste und Kirchweyhe unter bestimmten Auflagen neu

„Ein anderes Jugendhaus“

Abstand halten: auch in den Weyher Jugendhäusern.

Weyhe - Von Lisa-marie Rumann. Endlich wieder Freunde treffen und Billiard spielen! Aber mit Abstand, so beschließt es die Gemeinde Weyhe mit Blick auf die Wiedereröffnung der beiden Jugendhäuser Leeste und Trafo. Die sollen laut Pressemitteilung heute wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen. Allerdings nicht so wie vor der Corona-Zeit.

„Das wird eine Herausforderung“, sagt Mirko Richter, Mitarbeiter des Jugendhauses Leeste, als er über die neuen Hygienevorschriften spricht, die auch für das Jugendhaus Trafo gelten. Er redet von einem Zwei-Schicht-Betrieb. In der Praxis bedeutet das, dass pro Schicht maximal sieben Besucher jeweils von 15 bis 16.30 Uhr sowie von 17 bis 18.30 Uhr ihre Zeit in den Einrichtungen verbringen können. Voraussetzung sei, dass die Jugendlichen frei von jeglichen Erkältungssymptomen seien. Hinzu kämen noch drei Betreuer, sodass sich insgesamt maximal zehn Personen in den Jugendhäusern zur selben Zeit aufhalten. „In der Pause wird alles desinfiziert“, erklärt Richter. Damit meint er zum Beispiel Türklinken und Handläufe. Auch die Besucher müssen sich die Hände gründlich waschen und desinfizieren, bevor sie die Jugendhäuser betreten. Dafür stünde laut Richter im Eingangsbereich alles bereit. Und auch bei den Toiletten, von denen nur eine zur Zeit benutzt werden darf.

Einige Spiele können allerdings nur bedingt genutzt werden. „Der Kickertisch ist momentan noch gesperrt“, so Richter. Denn dafür bräuchte es eine trennende Plexiglasscheibe, die noch nicht fertig sei. Lars Thyen vom Jugendhaus Trafo ergänzt, dass die Plexiglasscheiben von der Jugendwerkstatt Weyhe gefertigt werden. Auch die „vielen kickerenthusiastischen“ Besucher im Trafo müssten vorerst ohne den Fußballtisch auskommen. Wann die Trennscheibe fertig ist, sei noch nicht abzusehen.

Spontan mal eben im Jugendhaus vorbeischauen geht nun allerdings auch nicht mehr. Richter erläutert, dass sich alle Besucher bis 14.30 Uhr am selben Tag anmelden können. Das ginge entweder telefonisch oder über Instagram. Das Jugendhaus muss die Anmeldung dann nur noch bestätigen. Für den Fall, dass es Corona-Infektionen in den Jugendhäusern geben sollte, müssen die Besucher für die Rückverfolgbarkeit ihren vollständigen Namen, ihre Adresse und Telefonnummer vor Ort hinterlassen. Hinzu kommt, dass die Angebote an Essen und Getränken stark eingeschränkt sind. Thyen: „Auch wenn es bei Jugendlichen sonst immer beliebt ist, kann eine TK-Pizza nicht einfach im Ofen warm gemacht werden.“ Die beiden Häuser verkaufen lediglich noch abgepackte Getränke und Snacks wie Schokoriegel. Richter ergänzt, dass aber selbstmitgebrachte, geschlossene Getränkeflaschen vor Ort mit Wasser befüllt werden können. Selbst mitgebrachtes Essen müssten die Jugendlichen laut Thyen allerdings draußen essen – danach geht es für sie erneut durch den Desinfektionsprozess. Auch beim Bezahlen mit Bargeld achten die Teams auf möglichst wenig Körperkontakt. So soll das Geld über Unterteller hin und her gereicht werden.

Ein weiterer Aspekt ist das viele Lüften. Sofern es geht, wollen die Mitarbeiter die Häuser während des Betriebs permanent belüften. Bei zu starkem Wind, müsse man schauen, inwieweit diese Regel eingehalten werden kann. Das Stichwort dahinter seien Aerosole, die in Form von winzigen Tröpfchen ein paar Meter durch die Luft fliegen, bevor sie auf dem Boden landen. Bei Forschern rückt dieser Übertragungsweg immer mehr in den Fokus, der allerdings schon mit kleinen Handgriffen durchbrochen werden kann – dem Lüften.

Auf eine Maskenpflicht wollen die Jugendhäuser verzichten, da die Mimik des Gegenübers wichtig im Miteinander sei. Sie setzen auf den Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander. Trotzdem sollen die Besucher im Idealfall einen Mund-Nasen-Schutz dabei haben. Denn die Teams haben „einige Engstellen überdacht“, in denen es etwas enger werden könnte. Im Zweifel würden die Mitarbeiter die Jugendlichen dann darauf hinweisen, im Ausnahmefall eine Maske aufzusetzen.

Auch wenn „viel reglementiert“ ist, freuen sich die Teams der Weyher Jugendhäuser auf die Wiedereröffnung. Sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst: „Man muss hellwach sein“, betont Richter. Thyen sagt: „Es ist eben ein anderes Jugendhaus.“

Anmeldung und Infos

beim Jugendhaus Leeste telefonisch unter 0421/893908 oder via Instagram @jugendhausleeste und beim Jugendhaus Trafo telefonisch unter 04203/2770 oder via Instagram @jugendhaustrafo

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