Ehepaar Sybille und Manfred Hentschel öffnet seine beiden Ateliers den Blicken Kunstinteressierter

Spannende Kontraste – entspanntes Sonntagsgefühl

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Lässt mehr verschwinden: Sybille Hentschel.

Melchiorshausen - Von Dagmar Voss. Spannende Kontraste erwarteten die Besucher am Sonntagnachmittag bei Sybille und Manfred Hentschel in ihren Ateliers. Gemeinsamkeiten und Gegensätzliches wurden deutlich beim Betrachten der Bilder in den beiden Ateliers.

Einerseits arbeiten beide ganz klassisch mit dem Ausdrucksmittel Öl auf Leinwand, auch wenn das Wie schon zu Gegensätzen führt. Andererseits bestehen ihre Sujets aus völlig unterschiedlichen Motiven: mal gegenständlich, mal abstrakt dargestellt.

Schon der Weg durch den schönen großen Garten, vorbei an einladenden Sitzecken mit Getränken sorgte bei den Gästen für ein entspanntes Sonntagnachmittagsgefühl. Dann konnte man sich entscheiden, ob zuerst das Haupthaus oder das Nebengebäude Ziel der künstlerischen Betrachtungen sein sollte.

Auf zwei Etagen im Haupthaus präsentierte die gelernte Modedesignerin Sybille Hentschel ihre Gemälde, vorwiegend großformatige Darstellungen. Ausdrucksstark auf jeden Fall, vor allem die Voluminösen zogen die Blicke in ihren Bann. Auf einem eher verschwommenen, abstrakten Hintergrund hatte die Malerin bei einigen Bildern das Mittel eines spiegelnden Brillenglases oder Motorradspiegels gewählt, um die zentrale Darstellung zu vertiefen. „Ich war neugierig zu sehen, was passiert, wenn ich noch mehr verschwinden lasse“, so die Künstlerin, die dort seit 1995 wohnt und arbeitet.

Im Atelier von Manfred Hentschel im Obergeschoss des Nebengebäudes zogen die sehr gegenständlichen Malereien den Blick auf sich. Ob Darstellungen von Tieren, Pferdeserien sehr klassisch wie in englischen Herrenhäusern, Kamele oder Löwen, Gebäude oder Porträts – immer ist der feine Pinselstrich erkennbar. Zurzeit arbeitet er an vier Bildern, unter anderem an einem Hindernissprung der Stute „Coco Berlini“, Champion dieses Jahr in Warendorf. Im Gespräch mit einem Besucher erläuterte der Künstler: „Da muss ich mehrere Male ran, so zum Beispiel immer, wenn das Weiß wegsackt – bis zu sechs Mal kann das sein, auch wenn ich Titanweiß nehme, das intensivste von allen.“

Neben starker Detailtreue wird doch bei manchen Bildern auch deutlich, dass er seine Geschichten dazu erzählt. So bei dem großen „Afghanistan“-Tryptichon. Den Hauptteil nimmt der Königspalast in Kabul nach der Zerstörung ein. Deutlich wird, dass Hentschel aber auch andere Anteile aus der Stadt hineingenommen hat, Trümmer, Schafe, Stände von Händlern und spielende Kinder. Mit Genauigkeit verwirklicht er auf den drei Werken das Ambiente. „Nur den Himmel werde ich noch einmal überarbeiten, weg vom drohend Gewittrigen hin zum Sonnenaufgang.“

Beide Künstler arbeiten außerdem gemeinsam an einer Auftragsarbeit für eine Vechtaer Maschinenfirma. Figürlich seine Darstellungen der Maschinen, eher abstrakt ihre Umsetzung. Nur das Spiel mit differierenden Lichtverhältnissen sowie der Reichtum an Farbnuancen finden sich bei beiden Malern wieder.

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