Ehemaliger Bürgermeisterkandidat kritisiert Straßenbahnprojekt / Nadrowski: Nils Krämer kommt ein Jahr zu spät

Weyher Einwendung gegen Bremer Verfahren

Die Linie 8 soll bis nach Leeste, Hagener Straße, verlängert werden. Bis Willakedamm teilt sich in Bremen die Linie 8 mit der Linie 1 die Gleise. Danach fährt sie auf den Schienen der BTE, der Bremen-Thedinghauser Eisenbahn, durch Moordeich, Stuhr und Erichshof bis nach Leeste.
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Die Linie 8 soll bis nach Leeste, Hagener Straße, verlängert werden. Bis Willakedamm teilt sich in Bremen die Linie 8 mit der Linie 1 die Gleise. Danach fährt sie auf den Schienen der BTE, der Bremen-Thedinghauser Eisenbahn, durch Moordeich, Stuhr und Erichshof bis nach Leeste.

Weyhe/Bremen - Von Sigi Schritt. Der ehemalige Bürgermeisterkandidat Nils Krämer hat in dieser Woche an den Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr eine Einwendung gegen das Planfeststellungsverfahren eingereicht, das sich auf die Verlängerungen der Straßenbahnlinie 1 bis Mittelshuchting einschließlich der Linie 8 bis zur niedersächsischen Landesgrenze bezieht.

In dem siebenseitigen Papier kritisiert Krämer aber ausschließlich Weyher Belange. Er schreibt, dass die ursprünglich geplanten Investitionskosten von 13,4 Millionen Euro für die Wesergemeinde seiner Ansicht nach das Wohl der Bürger gefährden. Bei einer angenommenen Teuerungsrate hätten sich die Kosten schon bis zum eigentlich geplanten Betriebsstart im Jahr 2011 um 1,7 Millionen Euro erhöht. Sollten Förderung durch Bund und Land tatsächlich bewilligt werden, hätte Weyhe Investitionskosten von 3,77 Millionen Euro zu tragen. Zusammen mit den Betriebskosten werde dadurch der Haushalt der Gemeinde über viele Jahre hinweg so stark belastet, dass absehbar sei, dass für wichtige andere Projekte kein Geld bleibe. Weiterhin kritisiert Krämer die Verschlechterung der Verkehrssituation an der Leester Straße, da die Durchfahrt alle acht bis zwölf Minuten von dem Bahnübergang für mindestens 80 bis 90 Sekunden unterbrochen werde. Er befürchtet mehr Lärm und Schadstoffausstoß sowie für die Geschäfte eine unattraktivere Einkaufssituation. Er sieht dort durch eine Schrankenanlage ein Verkehrschaos und eine Erhöhung des Verkehrs auf den Nebenstraßen.

Der Sprecher des Bremer Verkehrssenators, Frank Steffe, kennt das Schreiben nicht, sagt aber, dass sich seine Behörde zu einzelnen Einwendungen nicht äußere. Außerdem beträfen sie den niedersächsischen Teil, es seien Angelegenheiten von Weyhe. „Wir kümmern uns um unseren Planfeststellungsbeschluss, dessen Einwendungsfrist am Dienstag abgelaufen ist“, so der Pressesprecher weiter.

Krämer bringt seine Anregungen nicht nur „mit einem Jahr Verspätung, sondern auch im völlig falschen Verfahren ein“, so Steffen Nadrowski, Leiter des Amtes Bau, Planung und Umwelt. Da von der Verlängerung der Linie 8 bis nach Leeste zwei Bundesländer betroffen seien, liefen zwei Planfeststellungsverfahren, sagt er. „Eines für den niedersächsischen Streckenabschnitt durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, eines für den bremischen Streckenabschnitt durch den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.“

Die Eingabe von Krämer hat Nadrowski „mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen“, denn „das Planfeststellungsverfahren zur Linie 8 im niedersächsischen Streckenabschnitt und damit auch in Weyhe wurde vor über einem Jahr mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 25. Mai 2013 beendet“, allerdings werde dieser „derzeit beklagt“.

Im Rahmen der damaligen öffentlichen Auslegung hätten zahlreiche Bürger die Möglichkeit genutzt, die Unterlagen einzusehen und Anregungen vorzubringen. „Das derzeit laufende Bremer Planfeststellungsverfahren und damit auch die ausliegenden Unterlagen beziehen sich jedoch auf den Streckenabschnitt in der Hansestadt, wie dies Herr Krämer im Betreff seiner Eingabe selbst schreibt.“ Seine vorgebrachten Anregungen richteten sich also auf einen Streckenabschnitt, „der gar nicht Gegenstand des laufenden Planfeststellungsverfahrens ist.“

Diesen Umstand will Krämer auf Nachfrage nicht schönreden und räumt selbstkritisch ein: „Ich bedauere, dass ich damals nicht aktiver war. Ich hatte mich aber zu dieser Zeit als Wirtschaftsjunior mit Azubiprojekten und mit Kindergartenprojekten beschäftigt. Die sind beendet.“

Seiner Ansicht nach könne die Linie 8 in Weyhe nicht eher rollen, bis das Verfahren in Bremen nicht durch ist. Er sieht daher einen rechtlichen Zusammenhang beider Verfahren, die eben nicht einzeln über die Bühne gehen dürften. Diesen Aspekt zum Verfahren habe er in seinem Papier herausgearbeitet.

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