„E-Home-Projekt“ endet

Seit sechs Jahren keine Tankstelle mehr angefahren

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Der Solarstromspeicher ist so groß wie eine Kühl-/Gefrierkombination. Über ihre Erfahrungen diskutieren Kai Sakwil und Christel Behren-Sakwil mit Avacon-Projektleiter Jens Tiekenheinrich (v.l.n.r.).

Dreye - Von Sigi Schritt. Das vom Energieversorger Avacon initiierte und auf sechs Jahre angelegte „E-Home-Projekt“ endet im Juni. Familie Sakwil aus Dreye zieht eine erste Bilanz. Sie will zwar vertragsgemäß ihr Leasingelektromobil, einen Nissan Leaf, zurückgeben, doch sie befürwortet grundsätzlich das Thema Elektromobilität.

Kai Sakwil würde jederzeit erneut bei dem Avacon-Projekt mitmachen. Dabei geht es nicht allein um das Auto, das seine Ehefrau Christel Behren-Sakwil (49) fährt, sondern auch um das Zusammenspiel ihrer Fotovoltaik-Anlage (FV-Anlage) auf dem Dach mit dem intelligenten und per Netzwerk mit einem Rechenzentrum verbundenen Zähler, einem Energiespeicher und einer Lüftungsanlage. 

Wie andere Projektteilnehmer könne auch die Dreyer Familie entscheiden, ob sie die Avacon-Geräte weiter nutzen möchten, so Pressesprecherin Kirsten Fricke. 

Intelligente Stromzähler und ein Solarstromspeicher – das sind Geräte, die die Familie Sakwil aus Dreye im Rahmen des „E-Home“-Projektes verwendet.

Sie spielt auf den Kasten in der Größe einer Kühl-/Gefrierkombination an, in dem der von der FV-Anlage erzeugte Strom gespeichert wird. Aus diesem Kasten bekommt nachts das E-Auto vorrangig den Ladestrom. Eine 100-prozentige Stromautonomie gebe es nicht, sagt Projektkoordinator Jens Tiekenheinrich. Das eingebaute Gerät, hatte damals keine Marktreife, habe “nur“ einen Wirkungsgrad von 70 Prozent. 

Übergabe Elektroautos in Syke

Der Energieversorger hatte sich vor drei Jahren anlässlich der Projektverlängerung von drei auf sechs Jahren bewusst dafür entschieden, diese weitere Zukunftstechnologie einzusetzen, um herauszufinden, wie das Netz auf solche Zwischenspeicher reagiert und wie ein Haushalt damit umgehen könnte. Der Energieversorger will die gewonnen Daten von den Sakwils ebenso wie der anderen Projektteilnehmer mit wissenschaftlicher Hilfe auswerten. 

Schon jetzt steht fest: Das Zusammenspiel zwischen Stromspeicher und der Einspeisung ins Netz und der Entnahme daraus bemerke die Familie nicht. „Alles läuft reibungslos“, sagt Kai Sakwil, der bei einem Automobilbauer beschäftigt ist. Beim E-Fahrzeug musste sich die Familie umstellen. „Eine Tankstelle habe ich seit sechs Jahren nicht mehr angefahren.“ 

Der 49-Jährige hatte in den ersten drei Jahren einen Peugeot iOn gefahren, bis das Unternehmen Avacon dannfür das Projekt grundsätzlich auf den Nissan umstieg (durchschnittliche Jahresleistung der Fahrzeuge: 10.000 Kilometer). Die Möglichkeit, mit einer Batterieladung 200 Kilometer zu fahren, reiche völlig aus, um zur Arbeit zu pendeln, aber auch um beispielsweise zu einem Einkaufsbummel nach Posthausen aufzubrechen, sagt Christel Behren-Sakwil. Auch Tochter Finne-Lara (21) steuerte den Wagen. Sie äußert sich ebenso begeistert.

Christel Behren-Sakwil möchte ihr Elektroauto am liebsten behalten. Problemlos kann sie damit auch entfernte Einkäufe etwa bei Dodenhof in Posthausen erledigen.

Wenn das Gefährt nach einer Tour laut Mutter Christel wieder in der Garage steht, so verbinden die Familienmitglieder das Auto stets per Kabel mit einer Steckdose. „Bequemer geht es nicht. Ich gebe das Auto nur ungern her“, sagt die Weyherin. Für Ehemann Kai müsse ein E-Auto als Hauptwagen mindestens einen Radius von 400 Kilometern haben. Im Winter sinke die Leistung, weil die Heizung angemacht wird, gibt der 50-Jährige zu Bedenken.

Wer mehr zum Thema E-Home erfahren will, kann zum Frühjahrsmarkt nach Weyhe kommen. Das Autohaus Brandt bietet Probefahrten an.

Wer mehr über das „E-Home“-Projekt erfahren möchte, sollte den Frühlingsmarkt Weyhe besuchen.

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