Bauausschuss spricht sich für Hildegard-von-Bingen-Straße im Baugebiet aus

Dritte Namenspatin für Weyhes Straßen

Weyhe – Wer macht das Rennen: Der Küster oder die Heilige? Ganz so einfach war die Entscheidung dann doch nicht, die der Weyher Bauausschuss am Dienstagabend in seiner Sitzung treffen musste.

Im Baugebiet „Südlich Henry-Wetjen-Platz“ entstehen derzeit zwei neue Straßen. Der zuständige Fachbereich „Bau und Liegenschaften“ hat jetzt zwei mögliche Namen vorgeschlagen: Hildegard-von-Bingen-Straße nach der heiliggesprochenen Medizinerin aus dem zwölften Jahrhundert oder Georg-Wilhelm-Neumann-Straße nach einem engagierten Bürgermeister und Küster, der um 1800 seine Spuren in Weyhe hinterließ (wir berichteten). Und als wäre die Entscheidung nicht schon schwer genug, tauchten auf der Ausschusssitzung schließlich noch einige weitere Namensvorschläge auf.

Fachbereichsleiterin Doris Salomé erklärte zu Beginn in einem Kurzvortrag, warum sich ihre Abteilung für einen gemeinsamen Straßennamen und nicht zwei unterschiedliche ausspreche. So seien nur acht Hausnummern in dem Gebiet geplant und die eine der beiden Straßen sei nur wenige Meter lang, erläuterte die Verwaltungsmitarbeiterin. Der Fachbereich 5 spreche sich daher für Hildegard von Bingen als gemeinsame Namenspatin für die beiden Straßenzüge aus. Der Name der Medizinerin sei passend, weil in der Straße auch künftig medizinische Einrichtungen angesiedelt werden sollen, so die Begründung.

Die Empfehlung des Fachbereichs stieß bei einem Teil der Abgeordneten im Bauausschuss zunächst auf Kritik. Ingrid Söfty von der CDU merkte an, dass von Bingen bekanntermaßen eine Katholikin gewesen sei. Das Baugebiet „Südlich Henry-Wetjen-Platz“ sei jedoch durch die Nähe zur Marienkirche eindeutig evangelisch geprägt. „Wir halten die katholische Namensgebung dort daher nicht für richtig“, so Söfty. Dabei unterstrich sie, dass von Bingen unstrittig eine „sehr ehrenwerte Frau“ gewesen sei und ihre Fraktion keineswegs Katholiken diskreditieren wolle.

Volker Greulich reagierte als SPD-Mitglied und Vorsitzender der evangelischen Kirchengemeinde Leeste umgehend. Selbst er sehe keine Probleme bei der Benennung. Vielmehr verwies der Politiker darauf, dass es in ganz Weyhe lediglich zwei Namenspatinnen für Straßen gebe. Ein Zustand, der dringend geändert werden müsse. Elmar Könemund von den Grünen fand ebenfalls kritische Worte gegen den Einwand von Söfty und hob eine „Zusammenarbeit“ der Religionen hervor statt einer Spaltung. Am Ende trafen die Ausschussmitglieder eine eindeutige Wahl. Während Antje Sengstake von der FDP die Diskussion um die Namensgebung als zu langwierig empfand und eine Enthaltung ihrer Fraktion bei den Abstimmungen ankündigte, hatten die anderen Abgeordneten eine klare Haltung. Während die CDU-Fraktion ihre Rosmarin-Straße ins Rennen brachte, aber eine einhellige Ablehnung erntete, scheiterte auch der Vorschlag von Nabu-Mitglied Ulrike Buck.

Die Abgeordneten stimmten letztlich über die Empfehlung des Fachbereichs „Bau und Liegenschaften“ ab: Hildegard-von-Bingen-Straße. Das Ergebnis: angenommen bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung. Weyhe hat eine neue Straße und die Zahl weiblicher Namenspatinnen wächst auf drei.

Von Luka Spahr

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