Dreyer Firma ohne Breitbandanschluss

Schnelles Netz nur bei Sonnenschein

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Geschäftführer Alban Ruppelt vor dem neuen Domizil der Firma im Westerfeld in Dreye.

Dreye - Von Sigi Schritt. Weitere Firmen, die sich im Dreyer Gewerbegebiet ansiedeln wollen, könnten jetzt die gleiche Probleme bekommen wie das Unternehmen „Leester Spannungstechnik“. Zwar hat das seit Jahren wachsende Unternehmen nach einem Umzug vom Weidufer in Leeste zum Westerfeld mehr Platz zur Verfügung. Doch ein wichtiges Detail verhagelt die Stimmung: Wenn die Mitarbeiter Daten per Internet verschicken wollen, richten sie ihren Blick gen Himmel. Nur bei Sonnenschein können sie derzeit größere E-Mail-Anhänge verschicken oder sich mit den Computern ihrer Zentrale in Cloppenburg vernetzen.

Dann läuft die LTE-Verbindung, die Daten per Funk durch die Luft zum nächsten Mast hin- und zurück schickt, prima. „Mal haben wir acht, mal 16 MB pro Sekunde. Doch bei Regen und Schnee sieht die Sache ganz anders aus“, sagt der Geschäftsführer Alban Ruppelt auf Anfrage. „Dann sinkt die Übertragungsgeschwindigkeit rapide, und die Kollegen kommen ins Büro und sagen, sie könnten nicht arbeiten. Dann hoffen wir auf trockenes Wetter.“

Die LTE-Funkstrecke ist für den Diplom-Ingenieur Alban Ruppelt vorerst nur eine Notlösung. „Das ist keine gute Grundlage, um zuverlässig und wirtschaftlich zu arbeiten.“ Haben viele Privatkunden in Weyhe bereits einen VDSL-50000 oder sogar VDSL-100000-Anschluss von Telekom oder EWE (wir berichteten) müssen die 31 Mitarbeiter eine 2000-Leitung teilen, die die Telekom vorerst bieten kann. Alban Ruppelt berichtet, dass die EWE vor dem Umzug schnelles Internet in Dreye angeboten habe. Doch zwei Wochen vor dem Einzugstermin, habe der Konzern aus Oldenburg mitgeteilt, dass das nicht wie gewünscht umzusetzen sei. „Wir hätten ihm ein Produkt mit bis zu 50 MB pro Sekunde anbieten können. Leider hat die Telekom uns keine freie Leitung zur Verfügung gestellt, so dass der Auftrag mit der Leester Spannungstechnik nicht zu Stande kam“, bedauert Anne-Christin Klare von der EWE-Unternehmenskommunikation die Entwicklung. „Der Flaschenhals ist der lokale Verteilerkasten der Telekom zur Versorgung des Gewerbegebiets“, beschreibt Ruppelt das Problem. „Laut Telekom sind derzeit keine Kapazitäten verfügbar, und das Unternehmen plant auf absehbare Zeit keine weiteren Investitionen in den Ausbau der lokalen Infrastruktur im Gewerbegebiet.“ Der Ingenieur glaubt, dass mit der geringen Bandbreite auch Erweiterungen im Gewerbegebiet, die Arbeitsplätze schaffen, nicht sinnvoll wären.

Die sprichwörtliche Kuh vom Eis will die Telekom holen. „Wir prüfen den vorliegenden Fall und werden den Kunden kontaktieren, um eine gemeinsame Lösung zu finden“, verspricht Telekom-Sprecherin Alexandra Hürter.

Hintergrund:

Die 1994 gegründete Firma Leester Spannungstechnik ist seit 2012 ein Unternehmen der Koopmann-Gruppe aus Cloppenburg. Es plant und liefert komplette Stromversorgungsanlagen und sorgt unter anderem für Blitzschutz. Die Firma bildet aus – sogar in Kooperation mit einem dualen Studium.

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