Hans Röhrs gründet Bürgerinitiative

Dreyer Bürger gegen Eventcenter

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Das Gelände der alten Ziegelei. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Bei der Umsetzung des geplanten Veranstaltungszentrums auf dem Areal der alten Ziegelei in Sudweyhe erwartet Hans Röhrs aus Dreye „erhebliche Beeinträchtigungen der Wohn- und Lebensqualität“. Er kritisiert die in einer Bauauschusssitzung vorgetragenen Pläne des Investors Ferhat Aktas, der neben einem Großhandel für Lebensmittel größere Feiern bis zu 1000 Menschen ermöglichen will.

Röhrs glaubt, mit seiner Meinung nicht alleine zu sein und suchte mit mehreren Flugblätter an Buswartehäuschen um Unterstützung. Zusammen mit Mund-zu-Mund-Propaganda motivierte er rund 50 Bürgerinnen und Bürger zu einem Treffen am Donnerstagabend im örtlichen Feuerwehrgerätehaus.

Das Plenum gründete eine Initiative, die die Anstrengungen der Verwaltung, für dieses Zentrum Baurecht zu schaffen, völlig ablehnt.

Das Gelände der alten Ziegelei. 

„Niemand hat etwas gegen ein Veranstaltungszentrum in Trägerschaft der Gemeinde oder eines gemeinnützigen Vereins“, sagt Röhrs gegenüber der Kreiszeitung. Hier mal ein Konzert, da mal eine Großveranstaltung, sei nicht weiter schlimm. Doch er befürchtet, dass die geplante Nutzungsmöglichkeit – an 365 Tagen des Jahres bis 24 Uhr – für die Dreyer zu einem Dauerärgernis wird, weil regelmäßig „bis zu 400 Fahrzeuge das Areal ansteuern und verlassen“. Wenn dort 1 000 Menschen feiern dürfen, führe der An- und Abreiseverkehr zu „erheblichen Belastungen“.

Die Ratsmitglieder Andreas Bobka (SPD) und Helgard Struckmeier (CDU) sowie der ehemalige Bauausschussvorsitzender Alfred Bobka informierten grundsätzlich, wie ein Verfahren abläuft und wie die Bürger Einwendungen einbringen können.

Bovenschulte will Bürger ernst nehmen 

Dass sich die Bürger mangels Alternative im Feuerwehrgerätehaus getroffen haben, sei weder eine Entscheidung der Verwaltung noch der Gemeindefeuerwehr gewesen, merkt Bürgermeister Andreas Bovenschulte an. Politische Versammlungen bei der Feuerwehr werden künftig nicht wieder vorkommen – weder in Dreye noch anderswo. 

Grundsätzlich will er die Bedenken der Bürger ernst nehmen. „Sie müssen im Bauleitplanverfahren sachlich aufgearbeitet werden“, verspricht er. Allerdings könnte sich jetzt bereits problemlos ein Logistiker ansiedeln, der täglich 100 Lastwagenbewegungen hätte. „Diese Immissionen sind störender als ein Eventcenter. Der Bauausschuss war einstimmig dafür, ein Verfahren vorzubereiten.“

Erstes öffentliches Treffen Dreyer Bürger gegen ein Veranstaltungszentrum in der Ziegelei. Die Presse war nicht eingeladen. 

„Beeinträchtigungen für Anwohner darf es nicht geben“, sagt Dietrich Struthoff (CDU), der aber glaubt, dass das Projekt genehmigungsfähig sei. Ein Gutachter werde aber die Lärmimmission prüfen. „Das Projekt wirft Fragen hinsichtlich des Lärms und des Verkehrsaufkommens auf“, sagt Frank Seidel (SPD). Es sei doch ratsam, erst die Antworten abzuwarten.

Ratsmitglied Torsten Kobelt („Die Partei“) hält das Veranstaltungszentrum „in dieser überdimensionierten Form“ für unangemessen. Als Ratsmitglied werde ich dieses Projekt nicht unterstützen.“

Bis auf einen Brief eines Bürgers haben die Grünen keine Anfragen oder Äußerungen zum Thema erhalten. „Wir stehen für Gespräche zur Verfügung“, so Annika Bruck.

Ein Kommentar zu diesem Thema

Projekt verdient eine Chance Von Sigi Schritt

Die Vermeidung von Lärm ist ein Thema: Kirchweyher und Lahauser klagen über Belastungen durch die Bahn, Leester hören die Autobahn und die Züge, und die Dreyer müssen ebenso verkehrliche Geräuschbelastungen hinnehmen. Es ist verständlich, dass sie nicht noch mehr wollen. Aber müssen sie das?

Ein Logistiker, der das Ziegeleiareal jetzt bezöge, würde viel mehr Lärm erzeugen. Der Leester KGS-Ehemalige Ferhat Aktas hat ein schlüssiges Konzept vorgelegt, wie er das Industriedenkmal nutzen will. Der Clou ist das Eventcenter, das eine Chance verdient. Die Nachfrage ist da: Der TuS Sudweyhe und der Sozialverband weichen regelmäßig in einen anderen Landkreis aus. Klar, müssen die Bedenken der Anwohner ernst genommen werden. Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß. Wichtig ist es, gute Kompromisse zu finden. Man kann die Dreyer vor störenden Geräuschen durch Schallschutzwälle schützen. Den Durchgangsverkehr könnte man am Abend von der Dreyer Straße verbannen. Und die Abreise vom Eventcenter könnte über einen noch zu bauenden Weg am Sielacker erfolgen.

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