Aus der Aktion „Weyhe räumt auf“ wird ein Umwelt-Spaziergang unter Corona-Bedingungen

Drei Wochen Jagd auf Unrat

Will Sammler ausstaffieren: Christina Mielke. Es gibt beim Bauhof gratis Warnwesten, Müllsäcke und Teleskop-Arme.
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Will Sammler ausstaffieren: Christina Mielke. Es gibt beim Bauhof gratis Warnwesten, Müllsäcke und Teleskop-Arme.

Weyhe – Ohne die Corona-Pandemie würde die Aktion „Weyhe räumt auf“ einen runden Geburtstag feiern. „Diese Aktion, bei der Bürger ausschwärmen, um Müll zu sammeln, wird in diesem Jahr zehn Jahre alt“, sagt Christina Mielke vom Fachbereich Gemeindeentwicklung und Umwelt. Die Rathausmitarbeiterin zieht eine positive Bilanz. Mehr als 5000 Bürger seien in einem Jahrzehnt losgezogen, um in verschiedenen Teilen der Gemeinden Unrat zu sammeln.

Vor zwei Jahren habe sie einen Rekord registriert. „570 Teilnehmer haben wir gezählt. Wir wollten 2020 die 600-Marke knacken“, so Mielke. Doch dann sei die Corona-Pandemie gekommen. 2020 sei die Aktion komplett ausgefallen.

Dieses Jahr will die Gemeinde das Großreinemachen aber nicht absagen, so die Organisatorin. Nun bittet Mielke die Bevölkerung nicht zu einem Großereignis, sondern zu einem Umwelt-Spaziergang. Aus einem einzigen Aktionstag werden nun Sammelwochen. Der öffentliche Frühjahrsputz soll am Montag, 8. März, beginnen und erst am Sonntag, 28. März, für beendet erklärt werden, so Mielke.

Die Rathausmitarbeiterin erläutert den Unterschied zu den vorausgegangenen Aktionstagen. Es seien diesmal weder Anmeldungen notwendig, noch müssten Interessierte sich für ein Sammelgebiet entscheiden. Jeder könne nach Lust und Laune eine Müll-Wanderung unternehmen. Man müsse nur die neuen Hygiene-Regeln beachten: An der frischen Luft dürfe man sich vorerst mit Mitgliedern von zwei Haushalten treffen, allerdings dürfe die Gruppe maximal aus fünf Personen bestehen.

Sammelutensilien wie Teleskop-Arme und Müllbeutel gebe es zu den Öffnungszeiten beim Bauhof der Gemeinde. Befüllte Beutel könnten dort wieder abgegeben werden. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) stelle als Kooperationspartner einen Container zur Verfügung. Dort könnte der aufgesammelte Unrat laut Mielke kostenlos entsorgt werden. Möglich sei es aber auch, einen der gesponserten Beutel direkt auf dem Gelände des Wertstoffhofs der AWG in Melchiorshausen abzugeben.

Mielke glaubt, dass viele Weyher dieser Aufforderung nachkommen. Das Gemeindegebiet habe eine Reinigung nötig. Bei einer kleinen Runde in unmittelbarer Nähe der Rathaus-Türen wurde sie schon fündig. Mielke sammelte innerhalb weniger Minuten verschiedenen Unrat: Papier, eine leere Getränkeverpackung, Taschentücher und immer wieder Zigarettenstummel. Obwohl es Mülleimer in der unmittelbaren Umgebung gibt, landen sie doch daneben. Oder sie liegen sogar unter den Rathausarkaden in unmittelbarer Nähe eines Aschenbechers fein säuberlich in Kästchen eines Metallgitters gereiht. Kurzum, Mielkes Stippvisite rund um das Verwaltungsgebäude zeigte, dass auch diese Umgebung es nötig hat, gereinigt zu werden. „Ich will nicht anklagen“, sagt sie. „Ich will mich an der Natur und Schönheit der Umgebung erfreuen.“ Sie selbst will ein Vorbild sein und im kleinen Leester Park zwischen der Papengrenze und der Leester Straße unterwegs sein.

Von Sigi Schritt

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