28.000 Euro für Tunnelüberwachung

Drei Kameras zeichnen jetzt den Weg zum Weyher Bahnsteig auf

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In der Unterführung zum Mittelbahnsteig sind drei Kameras installiert. Jede einzelne zeichnet das Geschehen im Tunnel rund um die Uhr auf. Per Datenkabel sind die Geräte mit einem Server verbunden, der sich im Bahnhofsgebäude befindet.

Weyhe - Von Sigi Schritt. „Dieser Bereich wird videoüberwacht“ steht auf einem Schild am Treppenabgang. Wer im Kirchweyher Bahnhof den Mittelbahnsteig erreichen will oder von den Zügen zu den Parkplätzen möchte, wird jetzt von einer Kamera „erfasst“. Ein Ingenieurbüro hatte drei Geräte installiert und in der vergangenen Woche „scharf“ geschaltet, sagt Meike Schriefer vom Fachbereich Bau und Liegenschaften des Rathauses. Die Kosten belaufen sich auf rund 28 000 Euro.

Wie die Verwaltungsmitarbeiterin erläutert, sind die Kameras nicht per W-Lan, sondern per Datenkabel an einen Server angeschlossen, der sich im Weyher Bahnhof in der Fahrradwerkstatt befindet. Dieser Server sei nicht mit dem Internet verbunden, so sei ein Zugriff von Fremden ausgeschlossen. „Die Videoüberwachung ist als Insellösung ausgeführt worden“, so Schriefer. Das bedeutet, dass das System geschlossen ist und es keine permanente Datenleitung beispielsweise zur Polizei gibt. Das sei auch nicht angedacht gewesen, erklärt sie.

Damit hat die Gemeinde die Forderungen aus den Reihen der Bevölkerung und der Politik erfüllt, auf dem Weg zu den Gleisen mehr für die Sicherheit zu tun (wir berichteten).

Daten werden nach sieben Tagen gelöscht

Mit der Anlage gelingt der Verwaltung laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte der Spagat, dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung zu tragen und gleichzeitig das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung zu achten. Zwar würden Daten gespeichert, aber nach sieben Tagen automatisch gelöscht.

Die Polizei lobt die Installation. „Die Kameras sehe ich positiv. Sie stärken das subjektive Sicherheitsgefühl“, sagt Lothar Sengelmann, Vize-Leiter des Leester Polizeikommissariats, auf Anfrage. Er glaubt, dass die Aufzeichnungen für die Polizeiarbeit wichtig seien, um Beweise zu sammeln und Straftaten aufzuklären. Im Laufe der Jahre hätten die Beamten in der Unterführung vereinzelnd Raubtaten registriert. Dabei hatten die Täter den Opfern Gewalt für den Fall angedroht, falls die Opfer ihre Geldbörsen oder die Handys nicht herausgeben. Laut Sengelmann gibt es in der Unterführung zum Mittelbahnsteig aber keinen Schwerpunkt.

Fahrgäste äußern sich positiv

Die Ansicht von Fahrgästen, die schwarzen Fliesen-Streifen in der Kombination mit den weißen Kachen und dem geringen Licht lösten eine Art Beklemmung aus, teilt der Polizist. In anderen modernen Bahnhöfen sind solche Tunnelanlagen viel heller erleuchtet, und die Fliesen würden bunter sein – so dass der Eindruck viel freundlicher ist als in Kirchweyhe. „Doch das ist die Sache der Bahn. Die Gemeinde hat darauf keinen Einfluss“, so Bovenschulte.

Und was sagen die Bahnreisenden? Die wenigen Fahrgäste, die bei der Stippvisite im Tunnel waren, äußerten sich positiv.

Auch im Internet gibt es bereits erste positive Reaktionen. Während einige Nutzer hoffen, dass Sachbeschädigungen der Wände – die Graffiti – der Vergangenheit angehören und aufgeklärt werden, gibt es auch einige Skeptiker.

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